Körpersprache bei Kaninchen

Was sie zu sagen haben, drücken Kaninchen mit dem ganzen Körper aus. Ohren, Haltung und Verhalten zeigen, wie Kaninchen sich fühlen oder was sie vermitteln wollen. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Kaninchen ganz ohne Worte verstehen können.
 
Durch ihre Körpersprache können Kaninchen nicht nur untereinander, sondern auch mit Menschen kommunizieren. © Shutterstock.com/Victoria Paladiy
Durch ihre Körpersprache können Kaninchen auch mit Menschen kommunizieren.
Kaninchen können zwar nicht mit Worten ausdrücken, wie sie sich gerade fühlen, ihre Körpersprache und ihr Verhalten zeigen aber dennoch, was sie zu sagen haben. Egal, ob es sich um Sympathie, Angst, Wut oder Wohlbefinden handelt: Wenn Sie auf das Verhalten Ihres Kaninchens achten, können Sie es verstehen und seinen Bedürfnissen gerecht werden. 
 

Wenn Kaninchen mit den Vorderpfoten scharren

Wenn Kaninchen sich aufrichten und ein Männchen machen, hat das etwas zu bedeuten. Denn in dieser aufgerichteten Haltung können Kaninchen nicht nur besser über Hindernisse hinwegsehen, sondern auch Duftquellen erschnüffeln. Neben den langen Löffeln, mit denen sie kleinste Geräusche wahrnehmen und orten können, haben Kaninchen auch einen sehr guten Geruchssinn. Das Aufstellen im Käfig beim Näherkommen dient also der Begrüßung eines Bekannten und zur Schaffung eines Überblicks.

Das Kommunikations-Repertoire von Kaninchen geht aber weit über das Männchen-Machen hinaus. Sie können zum Beispiel auch signalisieren, ob sie sich gerade wohl oder bedroht fühlen. Reibt Ihr Kaninchen Ihnen mit dem Kinn über den Finger oder klettert an Ihnen hoch, möchte es Ihnen seine Sympathie ausdrücken.

Fühlen sich Kaninchen hingegen bedroht, scharren sie oft mit den Vorderpfoten, springen vor, legen die Ohren an und reißen das Schnäuzchen auf, als ob sie zubeißen möchten und knurren. Zeigt Ihr Kaninchen solche Verhaltensweisen, ist Vorsicht geboten, denn dabei handelt es sich um eine Verwarnung. Vor allem ängstliche oder neu eingezogene Tiere fühlen sich durch liebgemeinte Berührungen häufig bedroht und greifen daher auf solche Verhaltensweisen zurück.


Das Männchen-Machen gehört zur Kaninchen-Sprache  ©Shutterstock.com/Jeroen Mikkers


Zurückgelegte Ohren beim Kaninchen drücken Misstimmung aus

Die Verständigung von Kaninchen untereinander spielt sich ganz ähnlich ab wie die Kommunikation mit dem Menschen: Bei Unstimmigkeiten legen sie die Ohren zurück und das Schwänzchen ist dann in waagerechter Position. Die Kaninchen gehen drohend aufeinander los und klopfen sich im Stehen mit den Vorderpfoten.

Sind hingegen Nettigkeiten angesagt, leckt man sich gegenseitig die Ohren ab. Zärtlichkeiten können natürlich auch eingefordert werden. Das machen die Tiere, indem sie ihren Kopf unter den Kopf eines anderen Kaninchens schieben. Auch dem Menschen gegenüber ist der größte Liebesbeweis das Ablecken.


Das Ablecken gilt bei Kaninchen als Zeichen für Harmonie © сергей пакулин-stock.adobe.com
 

Wohlbefinden und Zufriedenheit in Kaninchen-Sprache

Lässt ein Kaninchen beim Kuscheln leicht mahlende Geräusche hören, drückt es sein Wohlbefinden aus. Dieses Gefühl zeigen Kaninchen auch mit ihrem Körper, und zwar dann, wenn sie sich vollkommen ausgestreckt hinlegen oder sich auf die Seite werfen und die Beine ausstrecken. Auch das leichte Anstupsen mit der Nase verdeutlicht ein positives Gefühl. Es ist ein Begrüßungszeichen und gilt außerdem als Aufforderung dazu, sich mit dem Kaninchen zu beschäftigen. Wenn das Tier die Hand allerdings nicht leicht anstupst, sondern stattdessen heftig wegstößt, will es damit ausdrücken: Finger weg, ich will nicht länger belästigt werden." Manche Kaninchen grunzen oder brummen außerdem, wenn sie gegen ihren Willen hochgehoben werden.


So zeigen Kaninchen Angst und Schmerzen

Wenn Kaninchen mit den Hinterläufen aufstampfen und trommeln, können bei der Interpretation dieses Verhaltens durchaus Missverständnisse auftreten. Denn dabei kann es sich um Äußerungen von Angst handeln, es kann aber auch ein Warnzeichen darstellen: Wildkaninchen warnen sich so gegenseitig vor nahender Gefahr.

Wiegen sich Kaninchen in Todesangst, so stoßen sie häufig schrille und sehr laute Schreie aus. Das kann nicht nur bei Wildkaninchen, sondern auch bei den Hauskaninchen vorkommen. Wenn Sie Ihr Kaninchen in einem Stall im Garten halten, besteht die Möglichkeit, dass sich Marder oder andere Räuber einschleichen. Hören Sie in der Nacht ungewöhnliche Laute, sollten Sie deshalb unbedingt überprüfen, ob diese von Ihrem Kaninchen stammen. Starkes Zähneknirschen deutet außerdem auf große Schmerzen hin. Diese Signale sollten Sie daher unbedingt ernstnehmen.
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