Außenhaltung von Kaninchen

Eine Außenhaltung von Kaninchen ist auf der eine Seite eine besonders natürliche und tiergerechte Haltungsform. Auf der anderen Seite ist sie deutlich arbeitsintensiver als die Wohnungshaltung.

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Foto: Yin Chern Ng / iStockphoto© Foto: Yin Chern Ng / iStockphoto

Eine naturnahe Kaninchenhaltung im Garten oder auf dem Balkon hat einige Vorteile. Durch das wechselnde Wetter, die frische Luft und andere Umweltreize werden die Sinne positiv angeregt. Ein Außengehege bietet in der Regel auch mehr Platz und einige Gestaltungsmöglichkeiten, die über Einrichtungsgegenstände wie Höhlen, Zweige, Rampen und Baumstämme hinausgehen. Steht das Gehege direkt auf dem Boden, können beispielsweise als Futter geeignete Gräser, Kräuter und Sträucher angepflanzt werden.

Allerdings müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass eine Außenhaltung aufwendiger ist als eine Wohnungshaltung. Denn auch bei schlechtem Wetter (Regen, Kälte etc.) müssen die Kaninchen gefüttert und das Gehege gereinigt werden. Damit Sie erste Krankheitsanzeichen rechtzeitig erkennen und die Tiere nicht "verwildern", sollten Sie sich täglich Zeit nehmen, um Ihre Langohren zu beobachten und sich mit ihnen zu beschäftigen.

Das Außengehege für Kaninchen

Die Anforderungen an Größe und Einrichtung eines Außengeheges unterscheiden sich im Prinzip nicht von denen eines Innengeheges. Folgende Dinge sollten Sie jedoch beachten:

  • Schützen Sie das Gehege vor Hitze, Zugluft, Feuchtigkeit und übermäßiger Kälte.
  • Mindestens die Hälfte des Außengeheges muss ständig im Schatten liegen.
  • Das Gehege sollte ein- sowie ausbruchsicher gestaltet sein und Kaninchen vor Fressfeinden schützen.
  • Das Gehege sollte eine Mindestgröße von 6m² für zwei Kaninchen haben. Für jedes weitere Kaninchen muss der Platz um mindestens 20% erhöht werden.

Um zu verhindern, dass die Kaninchen sich aus dem Gehege ausgraben, kann im Boden in einer Tiefe von etwa 30 bis 50 cm ein Maschendraht verlegt werden. Graben Ihre Kaninchen viel, müssen die unterirdischen Gänge regelmäßig wieder verschlossen werden. Achten Sie darauf, dass die Tiere nicht so tief buddeln, dass sie sich an dem eingegrabenen Maschendraht verletzen können! 

Schutz vor Hitze und Kälte

Wie in der Wohnung benötigen im Garten lebende Kaninchen schützende Verstecke. Die "Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V." empfiehlt einen Schutzraum, der so groß ist, dass sich darin alle Kaninchen ausgestreckt hinlegen und sich zudem aufrichten können.

Zur besseren Isolierung des Häuschens eignet sich eine Holz-Styropor-Holz-Schicht. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit kann das Holz von außen mit ungiftigem Lack gestrichen werden. Damit sich aber auch innerhalb der Hütte keine Feuchtigkeit bildet, sollten an der oberen Seite mehrere Luftlöcher angebracht werden.

Sinnvoll ist außerdem, das Häuschen einige Zentimeter über den Boden zu stellen und mit Rampen zu versehen. Auf diese Weise sind die Tiere besser gegen Bodenkälte geschützt. Der Holzboden kann ebenso wie das Dach mit ungiftigem Lack bestrichen oder mit PVC (Ränder müssen durch Metallschienen gegen Knabbern geschützt werden!) ausgelegt werden.

Gefahren und Fütterung bei der Außenhaltung von Kaninchen

Kaninchen, die bislang in der Wohnung gelebt haben, werden am besten im Sommer, frühestens ab Mitte Mai, an die Außenhaltung gewöhnt. Leben die Tiere einmal im Garten, sollten sie im Winter nicht vorübergehend mit ins Haus genommen werden. Durch die starken Temperaturunterschiede zwischen beheizter Wohnung und kaltem Garten besteht die Gefahr, dass Ihre Langohren sich erkälten. Neben der Vermeidung von starken Temperaturschwankungen ist es wichtig, bei der Gartenhaltung darauf zu achten, dass die Kaninchen keine giftigen Blätter und Pflanzen fressen.

Eine gesunde Fütterung besteht – wie in der Wohnungshaltung – aus hochwertigem Heu (zur freien Verfügung), Frischfutter, kleinen Mengen getreidefreien Pellets und frischem Trinkwasser. Im Winter können vor allem energiereichere Gemüsesorten wie Möhren, Fenchel, Steckrüben und Kohlrabi angeboten werden.

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