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Alarmierend: Illegaler Welpenhandel wird immer lukrativer

Der illegale Welpenhandel wird immer lukrativer: Wie eine Recherche der Organisation "Vier Pfoten" zeigt, hat sich der Durchschnittspreis von Welpen auf Kleinanzeige-Portalen im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Woran das liegt und was für schlimme Folgen das hat, lesen Sie hier.

Illegaler Welpenhandel
Der illegale Welpenhandel wird für die Welpenmafia immer lukrativer.© VIER PFOTEN / Roxane Bolton

Während im November 2019 der Durchschnittspreis für Welpen auf dem Kleinanzeigen-Portal „eBay Kleinanzeigen“ noch bei rund 840 Euro pro Tier lag, werden Hundebabys derzeit für durchschnittlich rund 1.700 Euro angeboten, wie die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" erklärt. Die Preise haben sich also fast verdoppelt. Für die Welpenmafia ist der illegale Handel mit Welpen daher aktuell so lukrativ wie nie zuvor.

Der Preisanstieg für Hundewelpen ist mit der aktuell sehr hohen Nachfrage verbunden: Die Nachfrage nach Hundewelpen ist viel höher, als dass sie durch Tierheime oder seriöse Anbieter gedeckt werden kann. Das bietet illegalen Welpenhändlern ein leichtes Spiel und lässt die Angebotspreise in die Höhe schnellen.

Ein weiteres Problem: Bislang konnten Welpen aus illegalem Handel auf Online-Plattformen noch oft daran erkannt werden, dass Rassehunde viel günstiger angeboten wurden als Welpen aus seriösen Zuchten. Doch durch den Anstieg der Preise auch bei Angeboten der Welpenmafia ist das immer schlechter möglich.

Besonders hochpreisig werden derzeit Pomeranian Zwergspitze, Malteser oder Labradore angeboten. Ein Welpe dieser Rassen kostet aktuell meist zwischen 2.000 und 3.000 Euro.

„Dieser deutliche Preisanstieg zeigt, wie lukrativ das Online-Geschäft mit Hundewelpen derzeit ist. Daher braucht es dringender denn je eine verbindliche Lösung für alle Plattformen, die sowohl die Anbietenden zuverlässig identifiziert, als auch die Herkunft der Tiere überprüft. Denn solange die Welpenmafia auf deutschen Online-Plattformen ein so leichtes Spiel hat, wird das illegale Geschäft nicht enden“, so Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei "Vier Pfoten" in einer Pressemeldung.

So funktioniert der illegale Welpenhandel

Für den illegalen Handel mit Welpen werden – oft zu junge, traumatisierte und schwer kranke – Hunde aus Osteuropa auf Online-Plattformen zum Kauf angeboten. Das ist mit großem Tierleid verbunden. Wie „Vier Pfoten“ berichtet, läuft der illegale Welpenhandel wiefolgt ab:

  1. Kriminelle Händler bieten anonym oder unter falschem Namen Welpen zum Kauf an. Die Fotos sind dabei unauffällig, es entsteht der Eindruck, der Hund komme aus einer seriösen Hobbyzucht, Informationen über die Tiere gibt es selten.
  2. Bei genügend Anfragen für einen Welpen gibt der unseriöse Verkäufer eine Bestellung bei einer oder mehreren Welpenfabriken auf. In den Welpenfabriken vegetieren die erwachsenen Hunde vor sich hin, werden nur zum Kinder bekommen benutzt. Es gibt kaum geeignetes Futter und keine medizinische Versorgung. Können die Hündninnen keine Welpen mehr „produzieren“, werden sie getötet.
  3. Die Welpen werden viel zu früh von der Mutter weggenommen (damit sie noch „süß genug“ sind) und von Zwischenhändlern eingesammelt. Diese transportieren die Hunde hunderte Kilometer in Kisten oder Kofferräumen und bringen sie über die Grenze nach Deutschland, wo sie an einem Übergabeort verkauft werden.

Laut Angaben der EU werden so jeden Monat schätzungsweise 50.000 Welpen zwischen den europäischen Ländern gehandelt, wie „Vier Pfoten“ berichtet. Oft sterben die jungen und kranken Hunde – entweder schon während des Transports oder wenige Tage nach ihrer Ankunft bei ihrer neuen Familie.

Wenn Sie sich einen neuen Hund zulegen wollen, erkundigen Sie sich als erstes in den umliegenden Tierheimen, ob es dort einen passenden Hund für Sie gibt. Ist das nicht der Fall, suchen Sie nach seriösen Züchtern, die Sie auch persönlich besuchen und sich ein Bild von den Zucht- und Haltungsbedingungen machen können. Sehen Sie von Hundekäufen auf Kleinanzeige-Portalen ab! Auch wenn es so aussieht, als käme der Welpe aus einer netten Familie, kann dahinter der illegale Welpenhandel stecken.
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