Labrador Retriever

Wenn man etwas über den Labrador Retriever hört, dann ist es meistens ein Lob. Ein Multi-Talent ist er, ein Gute-Laune-Hund, ein Sonnenschein. Sie fragen sich, ob das alles stimmen kann? Erfahren Sie hier alles über die Hunderasse Labrador Retriever.

Labrador Retriever
Die Labrador Retriever im Rasseportrait.© Roberto Schettler – stock.adobe.com

Labrador Retriever zählen unter Hundeliebhabern zu äußerst beliebten Rassehunden. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen rund um Labrador Retriever. 

Typische Merkmale

Größe: 54 bis 57 cm Widerristhöhe 
Gewicht: Hund 34 kg, Hündin 25 kg 
Felllänge: kurz 
Fellfarben: schwarz, gelb, braun 
Ursprungsland: Großbritannien/Kanada

Eigenschaften
Familientauglichkeit
Aktivitätslevel
Erziehbarkeit
Pflegeaufwand
Arbeitsbedürfnis
Menschenbezogenheit

Herkunft des Labrador Retriever

Ein Blick zurück in die Rassegeschichte zeigt, dass der Labrador Retriever von Anfang an mit den Qualitäten punktete, die ihn auch heute noch auszeichnen. Als Begleiter der Fischer vor der Küste Kanadas begann seine Karriere, und sein Tatendrang, sein Eifer und seine Treue waren bald legendär. Er wollte immer dabei sein und helfen, die Fische zu fangen, die den Netzen entkamen, oder geschossene Wasservögel zu apportieren. Benannt nach dem kalten Labradorstrom, der vor der Küste Nordamerikas fließt, waren die Vorfahren unseres Labradors das Bad bei eisigen Temperaturen gewöhnt.

Aussehen des Labrador Retriever

Der typische Labrador ist ein mittelgroßer, kompakter und sehr kräftiger Hund mit einem breiten Kopf und runden Pfoten. Kennzeichnend ist ein stark gewölbter, „fassförmiger“ Rippenkorb. Dieser Eindruck darf nicht durch übermäßiges Gewicht erreicht werden. Charakteristisch ist für den Labrador Retriever ebenfalls die Rute: sehr dick am Ansatz, sich allmählich zur Rutenspitze verjüngend, mittellang, rundherum stark mit kurzem, dickem und dichtem Fell bedeckt, damit in der Erscheinung „rund“, dies wird mit „Otterschwanz“ umschrieben.

Sie kann fröhlich, sollte jedoch nicht gebogen über dem Rücken getragen werden. Laut Rassestandard gibt es nur einen Labrador. Tatsächlich zeigen sich hier aber zwei Zuchtlinien: der stärkere und größere "Showdog" und der kleinere Typ, der als "Working Dog" bezeichnet wird. Die Unterschiede zeigen sich nicht nur in feineren Gliedmaßen, sondern auch im Gewicht der ausgewachsenen Tiere.

Labrador Retriever Welpe
Typisch sind für Labradore ein breiter Kopf und runde Pfoten.© cynoclub – stock.adobe.com

Fell und Farben des Labrador Retriever

Das stockhaarige Fell mit dichter, wetterbeständiger Unterwolle kann bei dem Labrador Retriever in verschiedenen Farben vorkommen. Anerkannt sind folgende Farben: Einfarbig schwarz, gelb oder leberfarben/ schokoladenbraun. Gelb reicht von hellcreme bis fuchsrot. Ein kleiner weißer Brustfleck ist erlaubt. Die neuen Farben „Silber“ und „Charcoal“ (Anthrazit) sind von den deutschen Verbänden noch nicht anerkannt. In jedem schwarzen Wurf können auch gelbe Labrador-Welpen vorkommen.

Charakter und Erziehung des Labrador Retriever

Der Labrador Retriever ist immer gut gelaunt, ausgeglichen und verspielt. Er ist außerdem stets darum bemüht, seiner Familie zu gefallen, und wird jede Aktivität begeistert mitmachen. Mit seinem freundlichen und belastbaren Wesen, seiner Kooperationsbereitschaft und seiner fast selbstaufopfernden Begeisterung für Kinder ist der Labrador Retriever der perfekte Familienhund. Ein weiterer Pluspunkt dieser Rasse: Labradore sind keine Kläffer. Auch wenn sie draußen gerne toben, in den eigenen vier Wänden zeigen sie sich als äußerst ruhige Zeitgenossen. Einen Schwachpunkt hat der Labrador allerdings: Dieser Hund hat immer Hunger und neigt deshalb zu Übergewicht.

Im Bereich der Erziehung ist der Labrador Retriever sehr intelligent und lernwillig. Dominanzverhalten liegt ihm in der Regel nicht, im Gegenteil, er ist geradezu versessen darauf, seinem Besitzer zu gefallen. Dieser Hund achtet ständig darauf, wie Sie auf sein Verhalten reagieren, die besten Erziehungserfolge erzielt man daher mit positiver Bestärkung des erwünschten Verhaltens. Der große Spieltrieb und die Begeisterung des Labradors für Leckerlis erleichtern die Erziehung zusätzlich.

Haltung und Pflege des Labrador Retriever

Ein Labrador ist der ideale Begleiter für sportliche Menschen, denn er braucht täglich mehrere Kilometer Auslauf. Im Alter wird er sich vielleicht damit begnügen, langsam neben Ihnen herzulaufen, der junge Hund will aber auf jeden Fall richtig rennen! Alternativ kann man ihm auch ein Gewässer anbieten: Der Labrador wird begeistert und stundenlang darin herumschwimmen. Vertreter dieser Rasse eignen sich auch für alle Hundesportarten oder für die Ausbildung zum Rettungs- oder Blindenführhund. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, das intelligente Tier nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu fordern.

Der Pflegeaufwand bei einem Labrador Retriever ist vergleichsweise gering. Regelmäßiges Bürsten genügt, um sein Fell zu pflegen. Vor allem im Sommer darf die regelmäßige Ausdünnung der Unterwolle nicht vernachlässigt werden.

Als Welpe und Junghund sollte der Labrador wenig Treppen steigen müssen, sonst drohen Hüftprobleme. Auch die Neigung zu Übergewicht sollte unter Kontrolle gehalten werden, um Krankheiten zu vermeiden. Als rassetypische, aber zum Glück auch sehr seltene Krankheiten sind außerdem die Fibrinoide Leukodystrophie und die Axonopathie des Labradors bekannt. Die Fibrinoide Leukodystrophie ist eine schwere Erkrankung des Rückenmarks, die sich innerhalb des ersten Lebensjahres entwickelt und Bewegungsstörungen und Lähmungen zur Folge hat. Die Axonopathie äußert sich durch übersteigerte Bewegungen und Umfallen. Beide Erkrankungen sind nicht heilbar.

Labrador als Blindenhund
Labrador Retriever sind gute Blindenhunde. © New Africa – stock.adobe.com
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