Ernährung

Ernährung für Hunde mit Übergewicht

Übergewicht bei Hunden ist mehr als nur ein optischer Makel, denn es kann erhebliche gesundheitliche Folgen für die Tiere haben. Lesen Sie hier, welche Ernährung für übergewichtige Hunde geeignet ist.

Übergewicht Hundefutter
Übergewicht bei Hunden kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen. © Mary Swift-stock.adobe.com

Übergewicht bei Hunden ist keinesfalls nur ein optisches Problem. Je nach Ausprägung handelt es sich um eine Erkrankung. Adipositas (Fettleibigkeit) kann erhebliche weitere gesundheitliche Probleme, zum Beispiel Diabetes mellitus und Gelenkserkrankungen, aber auch Hautprobleme und Tumorerkrankungen verursachen. Zudem kann die Lebenszeit übergewichtiger Hunde verkürzt sein.

Übergewicht beim Hund erkennen

Hundehalter können sich in der Regel selbst ein Urteil dazu bilden, ob ihr Hund übergewichtig ist oder nicht. Dafür sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • regelmäßiges Wiegen: In der Regel haben Hunde zu dem Zeitpunkt, an dem sie ausgewachsen sind (je nach Rasse zwischen ein und zwei Jahren) ihr Normalgewicht erreicht, welches als Orientierung dienen kann.
  • Körperkondition: Bei einem normalgewichtigen Hund sollten die Rippen nicht sichtbar, aber mit leichtem Druck fühlbar sein. Die Taille ist von oben betrachtet gut zu erkennen und von der Seite gesehen zieht die Bauchlinie in Richtung Becken nach oben.

Wann ist ein Hund übergewichtig?

Zur Einschätzung des Ausmaßes des Übergewichts können folgende Richtwerte angesetzt werden:

  • unter 10% über dem Normalgewicht: leichtes Übergewicht
  • ab 10% über dem Normalgewicht: beginnende Fettleibigkeit
  • ab 20% über dem Normalgewicht: manifeste Fettleibigkeit

Handelt es sich um eine manifeste Fettleibigkeit, so ist eine kontrollierte, strenge Diät unumgänglich. Diese erfordert vom Hundehalter viel Konsequenz.

Wie entsteht Übergewicht?

Insofern bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion ausgeschlossen werden können, ist die Entwicklung von Übergewicht die Folge eines Ungleichgewichts im Energiehaushalt. Das bedeutet, es wird mehr Energie aufgenommen, als vom Hund benötigt, bzw. verbraucht wird. An diesem Punkt setzt auch eine Diät an, indem die Energieaufnahme reduziert wird. Wichtig ist, dass der Hund trotz Diät weiterhin alle lebensnotwendigen Nährstoffe in ausreichenden Mengen aufnimmt.

Faktoren wie Genetik oder Kastrationen können zudem die Entwicklung von Übergewicht begünstigen. Bestimmte Rassen neigen zu einer vermehrten Futteraufnahme und einer daraus resultierenden Gewichtszunahme, was viele Besitzer von Labrador, Cocker Spaniel oder Beagle bestätigen können. Nicht jeder kastrierte Hund nimmt automatisch zu, aber bei vielen steigt die Futteraufnahme bei abnehmender Aktivität, sodass mit einer Futteranpassung reagiert werden sollte.

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Bei einer Diät wird die Energieaufnahme des Hundes reduziert.© alexugalek-stock.adobe.com

Maßnahmen bei leichtem Übergewicht

Liegt leichtes Übergewicht vor (weniger als 10 % Abweichung vom Normalgewicht), kann der Hundebesitzer selbst überlegen, wo die Energieaufnahme eingeschränkt werden kann. Es bietet sich an, die Gabe von Leckerliszu reduzieren oder vollständig wegzulassen. Vielen Hundehaltern ist nicht bekannt, dass diverse Kauartikel und getrocknete Fleischprodukte sehr energiereich und somit richtige Kalorienbomben sind. Hierzu gehören zum Beispiel Schweineohren, Ochsenziemer aber auch getrocknete Lunge, Pansen, Sehnen oder Kopfhaut.

Bekommt ein Hund keine Leckerlis, kann bei leichtem Übergewicht das Futter etwas reduziert werden. Das sollte nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen. Eine maximale Dauer der Futterreduzierung lässt sich pauschal schwer definieren, da das vom einzelnen Futtermittel abhängig ist. Erfolgt nach circa sechs bis acht Wochen keine Gewichtsreduzierung, sollte ein Tierarzt zurate gezogen werden.

Um nicht vollständig auf Leckerlis verzichten zu müssen, sind folgende Alternativen möglich: 

  • Wenn Sie Ihren Hund mit Trockenfutter ernähren, sollte dieses auch als Leckerli verwendet und von der Tagesration abgezogen werden.
  • Wenn Sie Feuchtfutter füttern, können Sie Trockenfutter als Leckerli verwenden. Das Feuchtfutter wird dann anhand folgender Faustregel reduziert: 10 g Trockenfutter entsprechen ca. 40–50 g Feuchtfutter.
  • Bei selbst gemachten Rationen, egal ob roh oder gekocht kann 20 g frisches Fleisch (Rohgewicht) durch ca. 5 g getrocknetes Muskelfleisch ausgetauscht werden.
  • Bei allen Formen der Fütterung ist es möglich, Gemüse wie Möhren oder Gurken als Leckerli zu verwenden.
Bei normalgewichtigen Hunden sollten Leckerlis maximal 10% der täglichen Energieaufnahme ausmachen. Bei Hunden mit Erkrankungen, inkl. Adipositas, sollten maximal 5% des täglichen Energiebedarfs durch Leckerlis gedeckt werden.
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Leckerlis sind für Hunde echte Kalorienbomben.© elmar gubisch-stock.adobe.com

Diät für übergewichtige Hunde

Übersteigt das Körpergewicht eines Hundes sein Normalgewicht um über 10 %, empfiehlt es sich, direkt den Tierarzt zu kontaktieren. Es gibt spezielle Diätfuttermittel für übergewichtige Hunde, sowohl Trocken- als auch Feuchtalleinfutter. Im Vergleich zum handelsüblichen Hundefutter haben diese eine geringere Energiedichte. Sie haben einen reduzierten Fettgehalt und ausreichend Protein, sodass bei einer Gewichtsabnahme Fettmasse verloren geht, aber Muskelmasse erhalten bleibt.

Werden Hunde gebarft oder erhalten selbst gekochte Rationen, ist es möglich, diese Formen der Fütterung beizubehalten. Allerdings sollte dann eine bilanzierte und individuelle Berechnung der Rationen von spezialisierten Tierärzten erfolgen, sodass die Ansprüche an eine entsprechende Diät gewährleistet sind.

Die Fütterung spielt die Hauptrolle im Gewichtsmanagement. Unterstützt werden kann sie durch ausreichende Bewegung, vorausgesetzt, es liegen keine Gelenkserkrankungen vor.

Diät für Hunde: So nicht!

Eine „Nulldiät“ sollte bei keinem übergewichtigen Hund durchgeführt werden, auch nicht über wenige Tage hinweg. Ansonsten besteht die Gefahr einer Unterversorgung an Mineralstoffen, Vitaminen und Wasser. Des Weiteren würde ein totaler Nahrungsentzug dazu führen, dass nicht nur wie gewünscht Fettgewebe, sondern auch Muskelmasse verloren geht.

Auch eine Reduzierung des üblichen Futters über einen längeren Zeitraum hinweg ist nicht zu empfehlen. Hierbei wird nicht nur die Energieaufnahme reduziert, sondern auch die Aufnahme einzelner Nährstoffe, was je nach Futter auf Dauer zu einer Fehlversorgung führen kann.

Eine Gewichtsreduzierung sollte sehr langsam erfolgen und kann sich über mehrere Wochen bis Monate hinziehen. Pro Woche sollte der Hund maximal 2 % des aktuellen Körpergewichts abnehmen.

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Bewegung hilft, Übergewicht bei Hunden zu bekämpfen. © Alex Green-stock.adobe.com

Fazit: Hunde mit Übergewicht ernähren

Besteht bei einem Hund ein leichtes Übergewicht, kann der Besitzer zunächst selbst versuchen, dieses zu regulieren, am besten über die Leckerlis. Bei deutlichem Übergewicht sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Am besten ist es jedoch, der Entwicklung von Übergewicht von Anfang an vorzubeugen, also schon während der Wachstumsphase. Es sollte auf eine ausgewogene Ernährung, eine bedarfsdeckende Energieaufnahme und insbesondere auf eine kontrollierte Gabe von Leckerlis geachtet werden.

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