Hund Training

7 Tipps für sinnvolle Hunde-Beschäftigung zu Hause

Nicht jeder Hund genießt das Toben in Regen oder Schnee und stundenlange Spaziergänge bei schlechtem Wetter. Etwas tun will er trotzdem. Nutzen Sie das schlechte Wetter für Home-Training, das Spaß macht und von dem beide nachhaltig profitieren.

 

Hund trägt Geldscheine
Indoorspiele machen Spaß und bringen Nutzen im Alltag. © Stock.adobe.com/Dvorakova Veronika

Schlechtes Wetter ist kein Grund für Langeweile, denn diese hassen Hunde besonders. Hunde brauchen eine sinnvolle Beschäftigung, bei der Körper und Geist gleichermaßen gefordert werden. Ist das Wetter so schlecht, dass lange, spannende Spaziergänge für Hund und Halter nur unangenehm werden, können diese 7 Tipps für eine spannende Unterhaltung in Haus oder Wohnung gegen Langeweile helfen.

1. Zeig´s mir – Hilfe bei verlorenen Gegenständen

Gehen Sie in der Wohnung auf und ab und lassen in Sichtweite des Hundes einen Handschuh, Ihren Geldbeutel oder sonst ein Objekt, das Sie viel in Händen halten, fallen. Ihr Hund wird sofort mit der Nase kontrollieren, was da liegt. Das bestätigen Sie mit einem Lob und einem "Sitz"-Signal. Meist genügen wenige Wiederholungen und Sie können das Signal "Zeig´s mir" zwischen dem Verlieren Ihres Objektes und dem Absitzen und der Schnauzen-Berührung einführen. So lernt Ihr Hund im Nu, Fundstücke anzuzeigen, ohne sie zu packen und zu zerbeißen.

2. Heb´s auf – Hilfe beim Tragen

Das Signal "Heb´s auf" können Sie als Weiterführung der "Zeig´s mir" Übung in Punkt eins trainieren oder getrennt. Dazu ist ein Kochlöffel oder Spazierstock günstig (wer ein Target hat, benutzt dieses), mit dem Sie zunächst auf ein Spielzeug des Hundes zeigen. Das nimmt er bestimmt, hört dazu Ihr "Heb´s auf" und wird mit Lob und Belohnung bestätigt. Sitzt das "Heb´s auf", lassen Sie ihn ein Taschentuch, irgendein Kleidungsstück oder ein anderes maulfreundliches Teil heben. Dann wird´s schwierig, denn der Auto- oder Hausschlüssel, ein Messer oder ein anderes Objekt aus Metall bzw. Glas kostet Überwindung.

Hund hebt Napf hoch

Dieser Hund hat gelernt, seine Schüssel zu tragen. ©shutterstock.com/Jaromir Chalabala

3. Mach´s mir nach – Das Zwillingsspiel

Statt "Pfote" zu sagen, strecken Sie einfach Ihren Arm in Richtung Hund aus. Weil er die Übung kennt, wird er seine Pfote in Ihre Hand legen und bekommt ein Lob. Kapiert er, was sie wollen, wenn Sie die andere Hand ausstrecken? Dann ist er superschlau. Legen Sie sich dann hin und warten, ob er das ebenfalls tut. Dickes Lob. Sie brauchen dabei nicht zu sprechen, fast alle Hunde verstehen nach und nach, dass sie imitieren sollen, was Sie gerade tun. Bis ein Hund allerdings mit der Schnauze eine Schublade öffnet oder sich genau wie Sie im Kreis dreht, brauchen Sie viel Geduld und Zeit.

4. Bell und schweig – Übung für kleine Plappermäuler

Eine super Übung, mit der Sie zu viel Gebell später stoppen können. Dazu animieren Sie den Hund zunächst zum Bellen. Stellen Sie sich vor ihn mit einem Leckerbissen in der Hand. Schnuppern Sie daran. Irgendwann wird der Hund anfangen zu bellen, um ihn zu bekommen. Lassen Sie ihn zwei-, dreimal schimpfen, dann legen Sie einen Finger vor Ihren Mund, wispern "Pssst" und spendieren, sobald er verstummt, den Leckerbissen. Das wiederholen Sie ein paar Mal und geben jedes Mal zeitgleich zum Stoppen des Gebells auf ihr "Psst" hin die Belohnung. Dann machen Sie die Probe aufs Exempel und versuchen, ihn beim Bellen ohne Anlass zu stoppen. Dick belohnen, wenn´s klappt. So macht Hundeerziehung Spaß!

Hund bellt

Bellen stoppen können, nützt auch im Alltag.          ©stock.adobe.com/kerkezz

5. Bravo, super, weiter so – für Clicker-Fans

Wer schon clickert, kann dem Hund damit eine Kette von Signalen beibringen, ohne Belohnungsunterbrechung. Wer noch nicht clickert, kann das jetzt beginnen. Für Einsteiger gilt: Eine Sekunde nach jedem Click gibt´s eine Belohnung, so lange, bis der Hund beim Click darauf wartet. Dann erst folgen einfache Übungen wie "Sitz" – Click – Belohnung. Sobald ein Hund den Clicker kennt und schätzt, üben Sie Sitz, Platz, Sitz am Stück, clickern jede Ausführung, spendieren aber erst zum Schluss einen Leckerbissen.

6. Entspann dich – Relaxen auf Kommando

Die Übung wirkt so ähnlich wie Yoga bei uns. Lassen Sie den Hund sich hinlegen und setzen sich daneben. Streicheln Sie ihn sanft über seinen Rücken und murmeln freundlich dazu. Sie spüren, wenn die Hundemuskeln nachgeben, sehen, wenn er blinzelt und streicheln weiter. So lange, bis der Hund ganz entspannt und ruhig liegt. Das Signal "Entspann dich" führen Sie erst ein, wenn er bereits beim Hand-Kontakt mit Ihnen die Muskeln erschlaffen lässt. Achtung: Stoppen Sie die Übung, wenn Sie spüren, dass der Herzschlag sich wieder erhöht und der Hund unruhig wird.

Hund entspannt

Entspannen auf Kommando kann erlernt werden.     ©stock.adobe.com/Eva

7. Toben geht gar nicht – Grundsatzregel

Das ist keine Übung, sondern eine Regel. Innerhalb der eigenen vier Wände sollte der Hund nicht losstürmen oder superlebhafte Übungen machen. Toben ist draußen erlaubt, aber nicht indoor. Das Zuhause ist die Höhle, in der ruhiges Miteinander und leise Spiele das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärken, genau wie in der echten Hundefamilie.

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