Radfahren mit Hund – Tipps zu Zubehör und Praxis

Radfahren ist für viele Hundehalter eine geliebte Freizeitbeschäftigung. Damit auch der Hund Freude an einer Tour hat, muss allerdings einiges beachtet werden. Wie das Radfahren mit Hund Freude bereitet, lesen Sie hier. 

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Das müssen Sie beim Fahrradfahren mit Hund beachten. © Stock.adobe.com/Racle Fotodesign

Beim Radfahren mit Hund spielt das Thema Sicherheit eine gleichermaßen wichtige Rolle wie die Gesundheit des Hundes. Wir haben die wichtigsten Tipps rund um das Thema Fahrradfahren mit Hund zusammengefasst.

Das wichtigste zuerst: Die Hunde-Ausrüstung zum Fahrradfahren muss optimal zum individuellen Bedarf passen. Generell muss zwischen zwei Varianten des Fahrradfahrens mit Hund unterschieden werden:

  • Hund läuft neben dem Fahrrad her
  • Hund wird auf dem Fahrrad transportiert

Hunde soll neben Fahrrad laufen 

Soll der Hund selbst aktiv werden und mit dem Radfahrer mitlaufen, muss auf die Qualität und Sicherheit der Ausrüstung besonderen Wert gelegt werden.

1. Halsband oder Brustgeschirr?

Von einem herkömmlichen Halsband ist abzuraten. Zwar können Halsbänder mit Zugstopp als Zwischenlösung dienen, aber für Hund wäre ein Brustgeschirr weitaus angenehmer, da die Halswirbelsäule entlastet ist. 

2. Leine beim Fahrradfahren? 

Abzuraten ist außerdem vom Einsatz einer herkömmlichen Hundeleine. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Schleppleine, eine Flexileine oder eine kurze Führleine handelt. Selbst gut erzogene Hunde, können während dem Fahren plötzlich aufschrecken oder von einem Wildtier abgelenkt werden und davonrennen. Stürze sind vorprogrammiert, insbesondere dann, wenn die Leine fahrlässig am Lenker befestigt wurde. Auch beim Halten in der Hand reicht die Zeit meist nicht, um rechtzeitig loszulassen. Im Straßenverkehr können schwere Unfälle die Folge sein.

Wenn Sie auf eine Leine nicht verzichten möchten, sollten Sie sich zumindest für eine Joggingleine entscheiden und diese keinesfalls am Rad befestigen. Dieses Leinenmodell wird schräg über den gesamten Rücken getragen. Zwar kann die Leine im Ernstfall nicht losgelassen werden, aber aufgrund der Tatsache, dass ein Hund sowieso nicht unkontrolliert herumlaufen sollte, ist dies kein wirklicher Nachteil. Stattdessen haben Sei beide Hände frei, um den Fahrradlenker zuverlässig zu halten und kleinere Bewegungen des Hundes lassen sich ausgleichen. Sollte es ruppiger werden, können sie die Balance im Vergleich zum Befestigen der Leine am Lenker leichter halten, rechtzeitig zum Stehen kommen und den Hund kontrollieren.  

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Mit Leine in der Hand kann es gefährlich werden. © Stock.adobe.com/DoraZett

3. Beste Lösung: Der Fahrradspringer

Eine wesentlich sicherere Alternative ist der Fahrradspringer. Dabei handelt es sich um eine besondere Halterung, die am hinteren Bereich des Fahrrads angebracht wird. Mittels einer Stange wird der Hund auf Abstand gehalten und sicher mit dem Rad verbunden. Dank der Montageposition mit einem tiefen Schwerpunkt, wird das Sturzrisiko minimiert. Der Hund muss sich beim Laufen am Tempo seines Halters orientieren und Sie haben beide Hände frei zum Lenken.

Rund 50 Euro sollte in einen guten Springer investiert werden, um von maximaler Sicherheit und Stabilität zu profitieren. Springer sind ideal für mittelgroße und große Hunde. Die individuelle Größe des Hundes muss in die Kaufentscheidung einbezogen werden. Während ein Springer den Vorteil hat, dass das Sturzrisiko massiv minimiert und die Kontrolle über den Hund verstärkt werden kann, möchten wir den Nachteil nicht verschweigen: Sollten Sie selbst die Kontrolle über ihr Rad verlieren und Stürzen, kann Ihr Hund sich nicht selbstständig vom Rad lösen. Er gerät in Gefahr, weil er möglicherweise unter dem Fahrrad landet und verletzt wird.

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Ein Fahrradspringer kann das Unfallrisiko minimieren. © Stock.adobe.com/Wonderful pictures

Hunde auf dem Fahrrad mitnehmen

Leidet ein Hund altersbedingt unter körperlichen Beschwerden gibt es Alternativen zum Fahrradfahren, bei der das Tier nicht laufen muss, sondern als Fahrgast transportiert wird. Das Gleiche gilt für kranke Hunde, die sich nicht überanstrengen sollten. Die Tabelle informiert über geeignete Lösungen inklusive entsprechender Vor- und Nachteile:

Zubehör

Erläuterung

Vorteile

Nachteile

Hunde-Fahrradkorb

(für kleine und mittelgroße Hunde)

Fahrradkörbe für Hunde können auf dem Gepäckträger oder am Lenker montiert werden. Es gibt unterschiedliche Größen, Materialien und Montagelösungen.

 

  • bei geschlossenen Modellen kann der Hund nicht herausspringen
  • günstige Anschaffung
  • für jedes Fahrrad erhältlich
  • kaum Eingreifen ins Fahrgeschehen des Radfahrers
  • textile Produkte ohne Gitter bieten hohen Komfort für Hunde

 

 

  • offene Modelle sind nicht empfehlenswert, da Hunde herausspringen und sich und andere verletzen können
  • bei Gitter-Varianten besteht Verletzungsgefahr
  • je nach Gewicht des Hundes, können dessen Bewegungen beim Fahren unangenehm sein und zu Stürzen führen.

 

Hundeanhänger

(für alle Hunde)

Fahrradzubehör, womit sich fast jedes Rad nachträglich ausrüsten lässt. Wird am hinteren Bereich montiert und beim Fahren hinterhergezogen.

 

  • Bestandsräder lassen sich hundetauglich machen
  • bei geschlossenen Modellen können Hunde nicht herausspringen
  • Komfort
  • für diverse Hundegrößen erhältlich
  • Hund kann nicht ins Fahrgeschehen eingreifen = mehr Sicherheit!

 

 

  • Kosten: rund 100 Euro kosten Hundeanhänger mindestens
  • bei offenen Modellen können Hunde herausspringen

 

Lastenräder

(für alle Hunde)

Ein Lastenrad ist ein Fahrrad mit integriertem Behälter zum Transportieren von Lasten. Je nach Bauweise können auch Hunde komfortabel transportiert werden.

 

  • Hunde müssen nicht laufen
  • gut für geschwächte / alte Tiere
  • ideal für lange Strecken zum Spazierweg
  • Hunde können das Fahrrad nicht umreißen, wie es bei Leinen der Fall ist

 

 

  • Kosten: unter 400 Euro sind derartige Räder nicht zu haben
  • bei offenen Lastenrädern können Hunde selbstständig herausspringen = hohe Unfallgefahr!

 

 

Egal für welche Lösung Sie sich entscheiden, kaufen Sie ausschließlich Fahrradzubehör, das GS- und TÜV-geprüft ist. Dann können Sie sicher sein, dass Stabilität und Sicherheit überzeugen.

Fahrradfahren mit Hund trainieren

Ohne erzieherische Maßnahmen birgt jede Varianten die Gefahr von Stürzen, Unfällen und Verletzungen. Um das Risiko zu minimieren, ist Training unverzichtbar. Die wichtigste Regel für Sie als Radfahrer besteht darin Ihren Hund langsam ans Fahrradfahren zu gewöhnen. Nur mit Geduld und Konsequenz können Sie das Tier mit dem Fortbewegungsmittel vertraut machen und verhindern, dass sich Ängste entwickeln. 

  • Gesundheit: Nur fitte und gesunde Hunde sollten neben dem Fahrrad herlaufen. Im Zweifelsfall ist der Tierarzt aufzusuchen, um den Gesundheitszustand zu prüfen.
  • Erziehung: Hunde sollten erst mit dem Fahrradfahren konfrontiert werden, wenn sie die Grundregeln der Erziehung beherrschen und Kommandos befolgen. Ihr Hund sollte leinenführig sein und Ihnen aufs Wort gehorchen. Die Beziehung zwischen Mensch und Hund muss von Vertrauen geprägt sein.
  • Schritt für Schritt: Gehen Sie zu Anfang mit Ihrem Hund wie gewohnt spazieren (angeleint!) und schieben Sie das Fahrrad nur neben sich her. Hunde können sich so an das Rad gewöhnen. Nach einigen Spaziergängen mit Rad, sollte sich Ihr Hund daran gewöhnt haben. Jetzt können Sie beginnen, notwendige Befehle wie "Stopp" oder "Weiter" zu üben. Erst wenn Sie sich sicher sind, dass das Tier im Straßenverkehr auf Ihre Ansagen hört, können Sie mit dem Fahren starten. Üben Sie erst mit kurzen Strecken und fahren Sie sehr langsam. Kontinuierlich können Sie das Tempo leicht steigern, damit sich der Hund umgewöhnen kann. 
  • Tempo: Bedenken Sie, dass der Hund viele Schritte machen muss, um bei einem Pedaltritt Ihrerseits mitzuhalten. Passen Sie Ihr Tempo an und achten Sie auf den Vierbeiner. Sollte er zu stark hecheln, sind Sie zu schnell. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit und legen Sie ausreichend Pausen zum Erholen und Trinken ein.
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Für Hunde gibt es spezielle Fahrradanhänger. © Stock.adobe.com/Sabine Schönfeld

Fazit

Das Fahrradfahren mit Hund kann eine tolle gemeinsame Aktivität sein. Vorausgesetzt Sie als Halter achten aufmerksam und sensibel auf Ihren Vierbeiner und erkennen entsprechende Signale der Überforderung rechtzeitig. Gutes Equipment, Erziehung und Vertrauen sind die drei grundlegenden Faktoren für sichere Touren, die beiden Spaß machen.

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