Yorkshire Terrier

Der Yorkshire Terrier wird häufig als Schoßhündchen der Reichen und Schönen abgestempelt. Tatsächlich liebt dieser kleine und fröhliche Hund es aber, sich zu bewegen und zu spielen. Erfahren Sie hier alles über die Hunderasse Yorkshire Terrier.

Yorkshire Terrier
Der Yorkshire Terrier im Rasseportrait.© vivienstock-stock.adobe.com

Yorkshire Terrier zählen unter Hundeliebhabern zu äußerst beliebten Rassehunden. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen rund um den Yorkshire Terrier.

Typische Merkmale

Größe: sehr klein
Gewicht: bis 3,2 kg
Felllänge: mittellang
Fellfarben: stahlblau, an der Brust heller
Ursprungsland: Großbritannien

Eigenschaften
Familientauglichkeit
Aktivitätslevel
Erziehbarkeit
Pflegeaufwand
Arbeitsbedürfnis
Menschenbezogenheit

Herkunft des Yorkshire  Terriers

Zu Beginn der industriellen Revolution zog es viele Schotten in die Grafschaft Yorkshire, denn dort gab es Arbeit und ein Auskommen für die Familie. Aus der Heimat brachte man Hunde wie zum Beispiel den Skyeterrier oder den heute nicht mehr existierenden Clydesdale mit, deren Aufgabe die Ratten- und Mäusejagd war. Außerdem halfen sie dabei, das ein oder andere Kaninchen zu erlegen, das den Speiseplan der Familie bereicherte. Von kleiner, wenn auch längst nicht so winziger Statur wie heute, brauchte der Hund selbst nicht viel Futter, was dem schmalen Budget der Arbeiterfamilien entgegenkam.

Die armen Familien züchteten die kleinen Terrier ab dem 19. Jahrhundert gezielt. Schließlich eroberte der Hund auch die Herzen der reicheren und sogar adligen Schichten, was die Zucht lohnend machte. Heute wird der Yorkshire Terrier oft als Modehund und Luxushündchen mit langem Seidenfell und roter Schleife im Schopf abgestempelt, das in der Tasche von Prominenten herumgetragen wird.

Aussehen des Yorkshire Terriers

Der Yorkshire Terrier ist ein sehr kleiner, zierlicher und kompakter Hund mit aufrechter Haltung. Mit einer Größe von maximal 20 bis 25 cm bildet der Yorkshire Terrier die kleinste aller Terrierarten. Gleichzeitig ist er ein Zwerghund. Sein Kopf ist klein und flach, die Augen sind mittelgroß und dunkel, die Ohren stehen V-förmig auf.

Yorkshire Terrier mit Schleife
Der Yorkshire Terrier wird oft als Luxushündchen abgestempelt.© Kate-stock.adobe.com

Fell und Farben des Yorkshire Terriers

Das feine, seidige Fell des Yorkshire Terriers ist mittellang, gerade und glänzend. Vom Hinterhauptbein bis zum Rutenansatz ist das Fell des Yorkshire Terriers stahlblau, an der Brust hat es hingegen einen helleren Ton. Der Yorkshire Terrier wechselt sein Fell nicht wie andere Hunde. Stattdessen wächst es einfach immer weiter.

Charakter und Erziehung des Yorkshire Terriers

Der Yorkshire Terrier hat eine sehr mutige, fröhliche und selbstbewusste Art. Trotz seiner kleinen Größe hat er vor kaum etwas Angst, auch nicht vor anderen, größeren Hunden. Außerdem ist der Yorkshire Terrier sehr intelligent und wachsam. Von Natur aus hat er einen Jagdtrieb.

Der Yorkshire Terrier sollte konsequent und trotzdem liebevoll erzogen werden. Er kann und will lernen, aber er hat als Terrier eben auch einen gewissen Sturkopf und oft einen Hang zu Selbstüberschätzung. Leider machen sich viele Halter nicht die Mühe, denn sie erliegen dem Irrglauben, dass so ein Hundezwerg nicht erzogen werden muss oder kann und so haftet der Rasse der Ruf des verzogenen Schoßhündchens oder der eines wildgewordenen, kläffenden, (Flexi-)leinenpöbelnden Handfegers an.

An andere Hunde sollte der Yorkshire Terrier früh gewohnt werden. Es ist wichtig, dass der Yorkshire Terrier, obwohl er so klein ist, wie ein ganz normaler Hund behandelt wird, der nicht andauernd herumgetragen wird. Falls Sie noch wenig Erfahrung bei der Erziehung von Hunden haben, suchen Sie sich von Anfang an einen Hundetrainer, der mit Ihnen und Ihrem Yorkie die Basics trainiert. Jeder gut erzogene Yorkshire Terrier ist eine Bereicherung für die Familie und seine Umwelt und hilft, das Image der Rasse zu verbessern.

Haltung und Pflege des Yorkshire Terriers

Entgegen dem typischen Bild vom Yorkshire Terrier in der Handtasche hält der fröhliche Kleinhund durchaus etwas von Bewegung. Zwar kann er auch gut in der Stadt und sogar in der kleinen Wohnung gehalten werden, er will aber auf jeden Fall täglich draußen spazieren gehen. Selbst Wanderungen macht er gern mit, wenn er fit und gut trainiert ist.

Kinder sollten verständig sein und vorsichtig mit dem kleinen Hund umgehen. Der Yorkshire Terrier kann ein prima Familienhund sein, aber man sollte immer ein Auge auf Kind und Hund haben, zum einen, damit der Hund nicht zu Schaden kommt, und zum anderen, damit sich der Hund nicht gegen grobe Behandlung mit den Zähnen wehren muss.

Als Ausgleich zu seinem Jagdtrieb lässt sich der Yorkshire Terrier für Jagd- und Suchspiele begeistern, bei denen er seine Nase einsetzen kann. Viele Vertreter der Rasse lieben es zu graben und sollten dazu auch die Gelegenheit bekommen. Auch bei Apportierspielen ist der kleine Hund begeistert dabei. Neben der körperlichen Auslastung muss der Yorkshire Terrier auch geistig gefordert werden. Mit kleinen Intelligenzspielen bleibt er geistig fit und glücklich.

Pflege ist beim Yorkshire Terrier das A und O. Egal wie lange das Fell ist: Es muss täglich mit Kamm und Bürste gepflegt werden. Ein liebevoll gestaltetes Fellpflegeritual mit Leckerli und viel Lob, wenn der Hund brav stillhält, vielleicht abends auf dem Sofa, sollte von Anfang an dazugehören.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass das Fell des Yorkshire Terriers nicht zu lang wird. Da der kleine Terrier sein Fell nicht wechselt, muss es regelmäßig geschnitten werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Haare den Hund beim Bewegen nicht behindern oder ins Auge hängen, da dies davon gereizt werden kann. Das typische Zöpfchen bei Yorkshire Terriern hat keinen modischen Hintergrund, sondern hilft dabei, Haare von den Augen fernzuhalten.

Da der Yorkshire Terrier keinen Fellwechsel hat, haart er kaum und ist sogar für Allergiker oftmals eine Option. Yorkshire Terrier haben wie viele Hunderassen mit diversen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Dazu gehören:

  • Patella-Luxation
  • Progressive Retina-Atrophie (Gentest)
  • Linsenluxation (Gentest)
  • sekundärer grüner Star
  • Distichiasis
  • Trachealkollaps, eine Verengung, bzw. ein Zusammenklappen der Luftröhre
  • Hydrozephalus (Wasserkopf)
  • nicht schließende Fontanelle
  • Zahnfehlstellungen und persistierende Milchzähne

Trotz der Anfälligkeit für viele Krankheiten hat der Yorkshire Terrier eine hohe Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren.

Yorkshire Terrier
Yorkshire Terrier lieben Bewegung und Spiele.© ArtushFoto-stock.adobe.com
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