Wenn die Katze stirbt: Wie viel Zeit sollte vergehen, bis man sich eine neue Katze zulegt?

Der Tod einer geliebten Samtpfote ist eine schmerzhafte Erfahrung und löst bei den Besitzern große Trauer aus. Dennoch ist aber oft der Wunsch da, wieder eine Katze im Haus zu haben. Wie lange sollte man damit warten, sich eine neue Katze anzuschaffen? Wir haben einen Trauerhelfer gefragt.

Jeder geht anders mit dem Verlust einer geliebten Katze um.
Jeder geht anders mit dem Verlust einer geliebten Katze um.© mehaniq41-stock.adobe.com

Der Verlust einer geliebten Katze ist schmerzhaft. Für viele Menschen ist das Haustier ein Familienmitglied – das gehen zu lassen ist schwer. Oft werden Katzen 15 bis 20 Jahre alt oder sogar noch älter. In dieser langen Zeit gewöhnt man sich so sehr an ein Tier, an seine Eigenheiten und seinen Charakter, dass man sich gar nicht vorstellen kann, jemals ein anderes Haustier zu haben. Doch trotzdem möchte man sein künftiges Leben nicht ohne Katze verbringen. Wie lange sollte man damit warten, sich eine neue Katze zuzulegen?

Wann sollte man sich eine neue Katze anschaffen?

Eric Richman, Sozialarbeiter und Trauerhelfer an der veterinärmedizinischen Tufts Universität, rät hinterbliebenen Katzenhaltern, die Trauer bewusst zuzulassen. Es ist ganz normal, dass man trauert und auch gut, damit man abschließen und die geliebte Katze gehen lassen kann.

Erst wenn dieser Schritt gemacht ist, kann man sich emotional auf ein neues Tier einlassen. Das sagt auch Trauerhelfer Richman: Generell rät er dazu, sich erst wieder eine Katze anzuschaffen, wenn man nach dem Verlust wieder emotionale Stabilität erlangt hat.

Manche Menschen brauchen dafür länger, manche legen sich schon nach wenigen Tagen oder Wochen eine neue Katze zu. Das heißt aber nicht, dass diese Menschen weniger trauern. Vielen hilft eine neue Katze sogar bei der Trauerbewältigung um die alte.

Dabei sollten Sie allerdings beachten: „Eine neue Katze ist ein individuelles Wesen und keine Reinkarnation der alten Katze“, so Trauerhelfer Richman. Jede Katze sei einzigartig, zu jeder Katze müsse eine neue Beziehung aufgebaut werden.

Egal wie lange Sie um Ihre Katze trauern: Lassen Sie sich dabei nicht von anderen Personen reinreden. Sie sollten in dieser Angelegenheit auf Ihr Gefühl hören: Wenn Sie bereit für eine neue Katze sind, dann legen Sie sich eine zu, egal ob das ein Tag oder ein Jahr nach dem Tod Ihrer Katze ist.

Kein neues Tier kann ein verstorbenes ersetzen. Das soll es aber auch gar nicht! Erwarten Sie daher nicht, dass das Leben mit der neuen Katze genauso sein wird wie mit der alten. Es wird anders, aber nicht schlechter!
Keine neue Katze kann die alte ersetzen, aber das soll sie auch gar nicht. Jede Katze ist einzigartig.
Keine neue Katze kann die alte ersetzen, aber das soll sie auch gar nicht. Jede Katze ist einzigartig.© Ilike-stock.adobe.com

Bin ich bereit für eine neue Katze?

Woher weiß man, ob man bereit für eine neue Katze ist? In der Regel merkt man das schon allein an seinem Gefühl. Dennoch können folgende Aspekte helfen:

  • Wenn Sie nicht alleine leben: Sprechen Sie mit den anderen Personen im Haushalt. Wie geht es ihnen? Sind sie bereit für eine neue Katze?
  • Denken Sie an Ihre verstorbene Katze: Erfüllt es sie nach wie vor mit purer Trauer oder denken Sie mit einem Lächeln an die gemeinsame Zeit zurück?
  • Stellen Sie sich vor, eine neue Katze zu haben: Denken Sie dabei automatisch an Ihre alte Katze?
  • Fragen Sie sich selbst, ob Sie unabsichtlich „Erwartungen“ an die neue Katze haben. Wie würde es Ihnen gehen, wenn die neue Katze ganz anders ist als die alte?
  • Fahren Sie in ein Tierheim und sehen Sie sich die Katzen dort an. Packt Sie dabei eher Wehmut oder die Vorfreude auf ein neues Tier?
  • Überdenken Sie Ihre Lebensumstände: Hat sich da vielleicht etwas geändert? Kann es sein, dass Sie vielleicht gar keine Zeit oder keinen Platz mehr für eine Katze haben?

Sich nach dem Tod einer Katze keine neue Katze zulegen

Viele Katzenhalter entscheiden sich nach dem Tod ihrer Katze dazu, sich gar keine Katze mehr zuzulegen. Das hat verschiedene Gründe. Manche wollen einfach nicht noch einmal den Verlust durchmachen, andere haben Angst, die neue Katze könnte niemals so sein wie die geliebte „alte“ Katze.

Dennoch: Wenn man jahrelang an das Zusammenleben mit einem Tier gewohnt war, kann die plötzliche Leere, die durch seinen Tod entstanden ist, sehr schmerzhaft und bedrückend sein.

Wenn Sie es nach dem Tod Ihrer Katze nicht übers Herz bringen, sich eine neue Katze zu holen, aber dennoch gerne tierische Gesellschaft hätten, überlegen Sie, ob Sie sich nicht zunächst ein anderes Haustier anschaffen wollen.

Eine andere Tierart vergleicht man automatisch weniger mit der verstobenen Katze als man das bei einer neuen Katze tun würde. Außerdem bringt eine neue Tierart neue Herausforderungen und Aufgaben mit sich, die spannend und abwechslungsreich sein können.

Informieren Sie sich gründlich, welches Haustier zu Ihnen passen könnte und legen Sie sich nur eins zu, wenn Sie den Haltungsansprüchen gerecht werden!

Was tun, wenn man noch eine zweite Katze hat?

War die verstorbene Katze keine Einzelkatze, sondern hat mit einer anderen Katze zusammengelebt, so sollte man auch auf die Bedürfnisse der zweiten Katze Rücksicht nehmen. Denn auch Katzen können trauern und ihre Artgenossen sehr vermissen.

Aus Angst, die zweite Katze könne vereinsamen, sofort eine neue Katze zu kaufen ist daher keine gute Idee. Auch die Katze braucht ihre Zeit und ist nicht sofort für einen neuen Artgenossen bereit. Außerdem bedeutet die Vergesellschaftung mit einer fremden Katze viel Stress. Den sollten Sie ihr in der Trauerphase ersparen.

Wie lange die Trauerphase bei Katzen anhält, ist ganz unterschiedlich. Warten Sie daher einige Wochen oder sogar Monate ab und beobachten Sie Ihre Katze: Vereinsamt sie oder geht es ihr gut mit der neuen Situation? Wenn sich alles normalisiert hat, können Sie über eine neue zweite Katze nachdenken.

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