Knochenbrüche bei Katzen

Wenn sich Ihre Katze, beispielsweise durch einen Unfall, einen Knochen gebrochen hat, sollten Sie so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen. Lesen Sie hier, wie Knochenbrüche bei Katzen behandelt werden und was Sie als Katzenhalter dabei beachten sollten.

Bei Knochenbrüchen der Katze müssen Sie schnell handeln!
Bei Knochenbrüchen der Katze müssen Sie schnell handeln!© daniel rajszczak-stock.adobe.com

Ein Knochenbruch hat weitaus mehr Auswirkungen auf den Körper der Katze als "nur" einen gebrochenen Knochen. Denn in der Regel werden dabei auch andere Gewebe und Körperteile verletzt:

  • Muskeln, Sehnen, Bänder, die sich in der Nähe der Bruchstelle befinden, sind oft mit verletzt.
  • Wichtige Blutgefäße können eingerissen sein.
  • Nerven können beschädigt sein.
  • Bei einem schweren Unfall können innere Verletzungen auftreten.

Daher wird der Tierarzt die Katze zunächst gründlich untersuchen und gegebenenfalls lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen, bevor er sich um den Knochenbruch kümmert. Ist "nur" ein Knochen gebrochen, haben Katzen übrigens bessere Chancen auf schnelle Heilung als andere Tierarten. Denn wie Wissenschaftler festgestellt haben, aktiviert das Schnurren der Stubentiger deren Selbstheilungskräfte.

Die Behandlung von Knochenbrüchen bei Katzen

Die Art der Behandlung der Fraktur ist abhängig von mehreren Faktoren:

  • Art des Bruchs (offene/ geschlossene Fraktion)
  • Lage der Bruchstelle
  • Alter und Gesundheitszustand der Katze

Konkret heißt das:

  • Bei einer geschlossenen Fraktur ist die Bruchstelle von Haut bedeckt und im Gegensatz zu einer offenen Fraktur relativ gut gegen Wundinfektionen geschützt. Katzen mit offenen Frakturen müssen mindesten 2 bis 4 Wochen mit Antibiotika versorgt werden. 
  • je mehr einzelne Bruchstücke vorhanden sind, desto schwieriger die Behandlung und langwieriger die Heilung
  • je näher die Bruchstelle an einem Gelenk liegt, bzw. sogar das Gelenk mit betrifft, desto schwieriger die Behandlung und langwieriger die Heilung
  • je mehr der betroffene Knochen normalerweise belastet wird, desto schwieriger die Behandlung und langwieriger die Heilung
  • Eine gute Durchblutung und eine kräftige Muskulatur, die den gebrochenen Knochen stützt, fördern das Zusammenwachsen.
  • je jünger das Tier, desto schneller schließt sich die Bruchstelle. Während man bei jungen Katzen 1 bis 3 Monate rechnet, kann es bei ausgewachsenen Katzen bis zu 5 Monate dauern, bis der Knochen wieder normal belastbar ist.

Junge Katzen, die einen einfachen Bruch der langen Röhrenknochen der unter Vorder- oder Hinterbeine erlitten haben, können konservativ, d.h. mit einem Stützverband, behandelt werden. Bei einem komplikationslosen weiteren Verlauf kann man je nach Alter der Katze von einer Heilung nach 3 bis 8 Wochen rechnen.

Komplizierte Brüche und alle Frakturen bei ausgewachsenen Katzen sollten chirurgisch versorgt werden. Eine Ausnahme stellen bestimmt unkomplizierte Beckenbrüche dar, die nach einer 2- bis 3-wöchigen Käfigruhe mit folgendem 4- bis 6-wöchigem Hausarrest gut heilen.

Knochenbruch bei Katzen
Je nach Art des Bruchs und Alter der Katze ist die Behandlung eines Knochenbruchs bei Katzen unterschiedlich.© Elnur-stock.adobe.com

Die richtige Versorgung der Katze

Nach der Behandlung durch den Tierarzt müssen Stützverbände und Operationswunden mindestens einmal täglich vom Katzenhalter kontrolliert werden. Dabei sollte man darauf achten, dass Wunde und Verbände trocken sind. Folgende Warnzeichen sind Symptome für Komplikationen bei der Heilung:

  • Schwellungen oder große Temperaturunterschiede der Haut
  • Schmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • verkrampfte Körperhaltung

Jungtiere sollten schon etwa 10 Tage nach einer Frakturbehandlung geröntgt werden, um Wachstumsstörungen frühzeitig zu entdecken. Bei ausgewachsenen Tieren mit einem komplikationslosen Heilungsverlauf ist eine erste Röntgenkontrolle 3 Wochen nach der Behandlung ausreichend. Bei schwierigen Fällen, wie zum Beispiel einem offenen Bruch, sollten diese Kontrollen alle drei Wochen durchgeführt werden, in einfachen Fällen ist eine Röntgenkontrolle nach drei Monaten meist ausreichend. 

Die Implantate, also Platten, Schrauben, Nägel und Drähte, die den Knochen stabilisiert haben, müssen nach der Heilung herausgenommen werden, wenn sie:

  • das Wachstum behindern.
  • die Beweglichkeit eines Gelenkes einschränken.
  • locker sind oder wandern.
  • den Knochen schwächen.
  • die Katze stören.

Nach offenen Brüchen oder einer Knochenmarksentzündung müssen Implantate immer entfernt werden. In allen anderen Fällen können sie im Körper bleiben.

Tipps für die Erstversorgung der Katze bei einem Knochenbruch

Wenn Ihre Katze einen Unfall hatte und ein Knochen gebrochen ist, sollten Sie schnell handeln:

  1. Gehen Sie mit der Katze so ruhig wie möglich um.
  2. Sorgen Sie dafür, dass die Katze nicht flüchten kann.
  3. Versuchen Sie starke Blutungen zu stoppen.
  4. Bedecken Sie offene Brüche mit einem möglichst sterilen Tuch und fixieren Sie das Tuch mit einem lockeren Verband.
  5. Rufen Sie Ihren Tierarzt oder den tierärztlichen Notdienst an und kündigen Sie Ihre Ankunft an.
  6. Für den Transport sollte die Katze am besten in einem Kennel so stabil wie möglich gelagert werden.
  7. Versuchen Sie niemals einen Bruch selbst zu richten!

Krankheiten, die Knochenbrüche bei Katzen fördern

Bestimmte Krankheiten oder Stoffwechselstörungen schwächen die Knochenstruktur. Katzen, die darunter leiden, sind besonders anfällig für Knochenbrüche. Am bedeutendsten sind die Überfunktion der Schilddrüse und Nierenkrankheiten. Außerdem spielen folgende Ernährungsfehler eine wichtige Rolle:

  • Überversorgung mit Vitamin A, z.B. durch hohen Leberanteil in der Kost oder Vitaminpräparate im Übermaß
  • Calcium-Mangel, z.B. bei reiner Fleischfütterung
  • Vitamin D-Mangel, dieser wird allerdings äußerst selten durch Ernährungsfehler verursacht, sondern ist in der Regel die Folge eines Nierenschadens
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