Nachwuchs vermeiden: Die Pille für Katzen?

Vor einer Kastration erkundigen sich viele Katzenhalter über Alternativen, um Katzennachwuchs zu vermeiden. Tatsächlich ist hormonelle Verhütung bei Katzen möglich. Informieren Sie sich hier, wie diese funktioniert und in welchen Fällen sie eine Alternative zur Kastration sein kann. 

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Katzen können mehrmals im Jahr Nachwuchs bekommen. © Stock.adobe.com/Esin Deniz

Jeder, der eine junge Katze aufnimmt, muss sich früher oder später mit dem Thema Kastration beschäftigen. Bei kastrierten Katzen wird dadurch das typische Sexualverhalten unterbrochen: 

  • Katzen werden nicht mehr rollig
  • Kater begeben sich nicht mehr auf die Suche nach einer Kätzin, markieren nicht mehr und kämpfen weniger. 

Da die Kastration jedoch einen dauerhafter und nicht mehr rückgängig zu machender Eingriff ist, suchen manche Katzenhalter nach einer Alternative. Lesen Sie hier, welche Alternativen zur Kastration es gibt und ob diese überhaupt Sinn machen. 

Hormonelle Verhütung für Katze und Kater

Hormonelle Verhütung ist auch bei Katzen möglich: Die Pille oder Verhütungs-Spritze für die Katze oder ein Hormon-Implantat für den Kater. Hormonelle Verhütungsmethoden gelten als Alternative zum operativen Eingriff. Bei langfristiger Gabe sind diese jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden (zum Beispiel erhöhte Wahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen).

Hormonelle Verhütung für Katze und Kater ist nur für professionelle Züchter sinnvoll, welche die Vermehrung ihrer Zuchtkatzen kurzfristig planen möchten. Die weibliche Katze bekommt dazu entweder wöchentlich ein gestagenhaltiges Präparat in Form einer Tablette verabreicht oder erhält in Abständen von drei bis fünf Monaten eine Gestagen-Injektion. Dadurch kann die Rolligkeit ausgeschaltet werden. Beim Kater soll ein eingepflanzter Hormon-Chip für eine kurzfristige Unfruchtbarkeit sorgen. Das Implantat setzt über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu drei Jahren gleichmäßig den Wirkstoff Deslorelin frei, woraufhin die Aktivität in den Hoden zurückgeht. 

Hormonelle Verhütung bei Katzen macht nur in der professionellen Katzenzucht Sinn.  
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Nur bei professioneller Zucht ist hormonelle Verhütung eine Option. © Stock.adobe.com/Wabi-Sabi Fotografie

Sterilisation: Der Sexualtrieb bleibt intakt

Bei einer Sterilisation von Kater oder Kater werden Ei- bzw. Samenleiter durchtrennt. Die Tiere können keinen Nachwuchs mehr zeugen, das arttypische Sexualverhalten bleibt jedoch bestehen. Das bedeutet: 

  • Sterilisierte Katzen werden weiterhin rollig.
  • Sterilisierte Kater verteidigen ihr Revier, markieren und begeben sich auf die Suche nach einer Kätzin. 
Von einer Sterilisation ist daher im Normalfall abzuraten, um den Tiere viel unnötigen Stress zu ersparen. 
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Kastration erspart Katze und Kater viel Stress. © Stock.adobe.com/Africa Studio

Kastration bleibt sinnvollster Eingriff

Tierärzte raten dringend dazu, Katze und Kater frühzeitig kastrieren zu lassen. Die Meinung, dass eine Kätzin zumindest einmal Junge gehabt haben sollte, ist längst überholt. Eine Kastration verhindert unerwünschten Nachwuchs und erleichtert das Zusammenleben von Mensch und Katze

Vorteile der Kastration: 

  • Für die Katze: 
    Katzen werden nicht mehr rollig. Die Rolligkeit bedeutet erheblichen Stress für Katze und Halter. Die Lebenserwartung der Katze steigt. 
  • Für den Kater: 
    Die Kampfbereitschaft nimmt ab, der Kater markiert nicht mehr, die Streifzüge werden kürzer und sicherer. Die Lebenserwartung des Katers steigt. 
  • Für den Katzenhalter: 
    Die Tiere werden häuslicher und wenden sich mehr dem Menschen zu. Kein Stress durch Rolligkeit, Markieren oder verstärkte Kampfbereitschaft.  
  • Für den Tierschutz:
    Unkontrollierte Vermehrung verursacht Tierleid, das nur durch flächendeckende Kastration verhindert werden kann. Schätzungen zufolge leben in Deutschland über zwei Millionen Streunerkatzen.
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