Katze und Schwangerschaft der Frau

Kinder lieben Tiere. Dennoch geben viele werdende Eltern gerade dann, wenn sie ein Kind erwarten, die Katze weg - aus Angst vor übertragbaren Krankheiten, die für das Ungeborene gefährlich sind. Doch das muss nicht sein! So schützen Sie sich während der Schwangerschaft vor Krankheiten wie Toxoplasmose.

Katze und schwangere Frau
Werdende Eltern müssen Ihre Katze während der Schwangerschaft nicht abgeben. Sie können ihr Ungeborenes auch anders vor Krankheiten wie Toxoplasmose schützen.© stock.adobe.com/Africa Studio

Immer wieder überlegen Familien, aus Angst vor übertragbaren Krankheiten ihre Katze wegzugeben, sobald die Frau schwanger ist. Das ist jedoch nicht nur unlogisch, sondern auch schlimm für das Tier und schade für den Nachwuchs. Denn Katzen haben viele positive Auswirkungen auf Kinder. Die Wissenschaft weiß heute außerdem sehr viel über die übertragbaren Krankheiten vom Katzen auf den Menschen. Das sind nicht viele und diese wenigen können Sie problemlos vermeiden. 

Unwahrscheinlich ist es auch, dass eine Katze das Baby oder Kleinkind verletzt. Natürlich ist vor allem am Anfang Vorsicht geboten und die Katze sollte nicht unbeaufsichtigt bei dem Neugeborenen sein. Ein Grund die Katze wegzugeben ist das aber nicht. Mit ein paar Veränderungen der täglichen Routinen und Gewohnheiten und etwas Einfühlungsvermögen in die Tierpsyche entsteht erst gar keine Eifersucht. Wer seine Gunst gleichmäßig verteilt und jedem "seine” spezielle Zuwendung gibt, schafft ganz von selbst häusliche Harmonie.

Toxoplasmose-Risiko durch Katzen?

Besondere Bedenken haben Schwangere oft wegen der Infektionskrankheit Toxoplasmose, die durch Parasiten verursacht wird und primär Katzen befällt. Katzen können die Krankheit auf Menschen übertragen, die den Erregern als Zwischenwirt dienen. Weder für Katzen noch für gesunde, nicht-schwangere Menschen ist diese Erkrankung wirklich gefährlich. Meist haben Menschen grippeähnliche Symptome, selten werden Organe befallen. Katzen können Durchfall bekommen. Die Erkrankungen kann, wenn sie überhaupt erkannt wird, mit Medikamenten behandelt werden.

Eine Gefahr stellt Toxoplasmose hingegen für das ungeborene Baby dar. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft das Ungeborene infiziert wird, können eine Fehlgeburt oder Folgeschäden des Kindes in seinem späteren Leben verursacht werden. 

Das klingt zwar zunächst besorgniserregend, doch das Risiko, während der Schwangerschaft an Toxoplasmose zu erkranken, ist gering. Denn war man bereits einmal in seinem Leben mit der Krankheit infiziert (meist geschieht das unbemerkt), ist man anschließend durch lebenslange Immunität geschützt (es sei denn man entwickelt irgendwann eine Immunschwäche, z.B. durch HIV).

Experten schätzen, dass 30 bis 70 Prozent aller Schwangeren bereits gegen Toxoplasmen immun sind. Das gilt auch für Katzen, die wie wir Menschen nach einer kaum bemerkbaren Erstinfektion Antikörper entwickeln.

Sobald die Schwangerschaft feststeht, veranlasst der Arzt einen Immun-Test. Sind Sie bereits gegen den Erreger "Toxoplasma gondii” immun, brauchen Sie sich keine Sorgen mehr zu machen. Sind Sie nicht immun und haben eine Katze, die nach draußen darf oder rohes Fleisch frisst, sollten Sie während der Schwangerschaft vorsichtig sein. Denn auch wenn die Gefahr einer Ansteckung relativ gering ist, sollten Sie zum Schutz Ihres Babys aufpassen.

Katze Frau Schwangerschaft
Viele Schwangere sind bereits gegen Toxoplasmose immun, ohne es zu wissen.© eight8-stock.adobe.com

So schützen Sie sich vor Toxoplasmose

Der Toxoplasmose-Erreger befindet sich vor allem in drei bis vier Tage altem Katzenkot, in Gartenerde, im Gras, auf ungewaschenem Obst und Gemüse sowie in rohem Fleisch. Daher wird die Krankheit vor allem durch den Kontakt mit Katzenkot, bei Gartenarbeiten durch die Erde und den Kontakt mit rohem Fleisch oder ungewaschenem Gemüse übertragen. Über den Mund oder eine offene Wunde kann der Erreger in den Körper gelangen. Wer noch keine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht hat, also nicht immun ist, sollte:

  • das tägliche Säubern des Katzenklos (mit heißem Wasser) anderen überlassen.
  • Handschuhe beim Katzenklo-Reinigen tragen, wenn niemand anders es saubermachen kann.
  • zur Gartenarbeit feste Handschuhe tragen.
  • beim Zubereiten von Fleisch Gummihandschuhe tragen.
  • kein rohes Fleisch essen (Mett, halbgare Steaks, Tartar etc.).
  • nach dem Streicheln der Haustiere die Hände waschen, ebenso nach Gartenarbeiten.
  • die Katze nicht im Bett schlafen lassen.
  • die Katze nicht mit rohem Fleisch füttern.
  • benutzte Küchenutensilien gründlich reinigen.

Außerdem können Sie auch folgende Dinge tun, wenn Sie sich unsicher sind:

  • Lassen Sie die Katze vom Tierarzt auf Würmer und Parasiten checken und holen Sie fehlende Schutzmaßnahmen nach. Holen Sie auch eventuell versäumte Impfungen nach. Halten Sie Abstand zu einer Katze, die gerade frisch mit Floh- und Zeckenmittel im Nacken eingerieben wurde.
  • Checken Sie bzw. Ihr Partner die Katze vom Frühjahr bis zum Herbst täglich auf Zecken.
  • Halten Sie das Katzenklo penibel sauber. Wenn Sie es selbst reinigen: Handschuhe anziehen!
  • Ändern Sie zum Beispiel ein paar Gewohnheiten: Verhindern Sie, dass die Katze auf Ihrem Schoß schläft. Verbannen Sie die Katze jetzt aus Ihrem Bett. Lassen Sie die Katze nicht ins künftige Kinderzimmer.
  • Übertragen Sie die grundlegenden Aufgaben zum Umsorgen der Katze einer anderen Person in Ihrem Haushalt.
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