Diese Krankheiten können Katzen auf Menschen übertragen

Krankheiten, die eine Katze auf den Menschen übertragen kann, bezeichnet man als feline Zoonosen. Lesen Sie hier, wie ein gesundes und sicheres Miteinander klappt.

 

Katze wird gestreichelt
Zoonosen sind Krankheiten, die von Tier auf Mensch übertragen werden.© Stock.adobe.com/anoushkatoronto

Glücklicherweise kommt es nur sehr selten zur Übertragung von Krankheiten zwischen

Katze und Mensch. Dennoch sollten Katzenbesitzer über die felinen Zoonosen Bescheid wissen. Zu den felinen Zoonosen zählen bestimmte Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten. Gesunde Menschen mit funktionierendem Abwehrsystem erkranken selten an Zoonosen. Bei Schwangeren, kleinen Kindern oder Menschen mit einer Abwehrschwäche ist das Infektions- und Erkrankungsrisiko jedoch erhöht.

Achtung: Theoretisch können Menschen auch Katzen mit Krankheiten anstecken, doch das kommt äußerst selten vor. Zum Schutz der Katze vor humanen Krankheitserregern reichen meist einfache Hygieneregeln, wie das Händewaschen vor dem zubereiten des Futters, aus. Wenn die Katze darüber hinaus regelmäßig geimpft, gegen Parasiten behandelt und artgerecht gefüttert wird, ist ihr Abwehrsystem stark genug, um mit den menschlichen Keimen spielend fertig zu werden.

Übertragungswege von Krankheiten zwischen Mensch und Katze

Häufiger als beim direkten Kontakt mit der Katze werden Zoonoseerreger indirekt übertragen, wenn der Mensch mit erregerhaltiger Gartenerde oder Gegenständen in Berührung kommt. Parasiten wie Flöhe oder Zecken befallen Katzen wie Menschen gleichermaßen, sodass eine wechselseitige Übertragung stattfinden kann. Die Parasiten können auch Überträger von Krankheiten sein. Andere Erreger werden vor allem über Bisse und Kratzer der Katze übertragen.

Zu den wichtigsten Zoonosen durch Katzen gehören:

  • Toxoplasmose
  • Wundinfektionen
  • Katzenkratzkrankheit
  • Magen-Darm-Infektionen
  • Hautpilzerkrankungen
  • Tollwut
 

Schwangere Frau mit Katze

Toxoplasmose kann für Schwangere gefährlich werden. ©stock.adobe.com/jackfrog

Über Toxoplasmose

Gefährlich wird der Erreger nur dem Ungeborenen im Mutterleib und Menschen mit einer Abwehrschwäche. Infiziert sich eine Schwangere erstmals in der Schwangerschaft mit Toxoplasmose, kann der Erreger Fehlgeburten oder Behinderungen beim Kind hervorrufen. Wenn die junge Mutter bereits lange vor der Schwangerschaft eine Toxoplasmose durchgemacht hat, verfügt sie über Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Toxoplasmose, die auch das Ungeborene schützen. Ob dieser Schutz besteht, kann man mithilfe einer Blutuntersuchung feststellen.

Über Magen-Darm-Infektionen

Hierzu gehören Salmonellen, Parasiten wie Giardien oder Würmer. Die Folgen dieser Infektionen reichen von harmlosen Durchfällen hin zu schweren Magen-Darm-Erkrankungen mit hohem Fieber, starken Schmerzen und Kreislaufproblemen. Spul- und Hakenwurmlarven können auch innere Organe und die Augen befallen und dort schwere Schäden anrichten.

Über Wundinfektionen

Im Fang der Katze und an ihren Krallen befinden sich zahlreiche Erreger, die Wundinfektionen und sogar Blutvergiftungen hervorrufen können. Während man oberfläch- liche Kratzer selbst mit Wunddesinfektionsmitteln reinigen kann, sollte man tiefe Bisse und Kratzer immer ärztlich versorgen lassen – auch wenn sie kaum bluten!

Über die Katzenkratzkrankheit

Die Katzenkratzkrankheit wird durch Bartonellen verursacht, die über Katzenbisse oder -kratzer aber auch durch Floh- oder Zeckenstiche übertragen werden. In den meisten Fällen macht das Abwehrsystem die Bartonellen unschädlich, bevor es zu Symptomen kommt. Selten führt die Infektion zu Entzündungen der Lymphknoten, die mit Fieber und Schmerzen einhergehen.

Über Tollwut

Das Tollwutvirus befindet sich vor allem im Speichel der Katze und gelangt über kleine Wunden (Kratzer oder Bisse) in den Körper des Menschen. Bei Verdacht auf eine Tollwutinfektion kann der Mensch gerettet werden, wenn die Behandlung lange vor den ersten Symptomen eingeleitet wird. Menschen, bei denen die Erkrankung ausgebrochen ist, sterben daran.

Über Hautpilze

Hautpilze bei der Katze bilden Sporen, die sich überallhin verbreiten. Beim Menschen verursachen die Hautpilze häufig ringförmige, schuppende und juckende Haut- entzündungen. Treten Hautpilze beim Menschen auf, sollte man alle Tiere im Haushalt untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.

Katze beisst

Katzenbisse sollten immer ärztlich versorgt werden. ©stock.adobe.com/LuisEcheverriUrrea

9 Tipps, wie Sie Infektionsrisiken mit Zoonosen vermeiden 

Zum Schutz von Mensch und Tier vor Zoonosen helfen meist ganz einfache Hygieneregeln. Die Gesellschaft amerikanischer Katzen-Ärzte (AAFP) empfiehlt folgende Maßnahmen:

  1.  Behandeln Sie Ihre Katze ganzjährig mit einem vom Tierarzt empfohlenen Präparat gegen Flöhe. Bei Freilaufkatzen sollten Sie ein Mittel verwenden, das auch gegen Zecken wirkt
  2. Alle Ausscheidungen sollten mindestens einmal täglich aus der Katzentoilette entfernt werden. Die Katzentoilette sollte mindestens einmal monatlich mit heißem Wasser und Seife gründlich gereinigt werden. Wenn gefährdete Personen im Haushalt leben, ist mehrmals wöchentliche Reinigung der Katzentoilette ratsam.
  3. Waschen Sie nach jedem Kontakt mit der Katzentoilette Ihre Hände. Sorgfältiges Händewaschen wird auch nach jedem Streicheln und dem Kontakt mit den Katze- nutensilien (Näpfe, Spielzeug, Betten usw.) empfohlen.
  4. Benutzen Sie bei der Gartenarbeit Handschuhe und waschen Sie sich danach die Hände.
  5. Füttern Sie Ihre Katze ausschließlich mit gut durchgegartem Fleisch oder mit Fertigfutter.
  6. Sorgen Sie dafür, dass die Krallen Ihrer Katze kurz bleiben, indem Sie geeignete Kratzstellen zur Verfügung stellen oder sie ans Krallenschneiden gewöhnen.
  7. Wenn Sie von einer Katze gekratzt oder gebissen werden, suchen Sie einen Arzt auf.
  8. Den direkten Kontakt mit streunenden Katzen sollten Sie meiden. Wenn eine streunende Katze Hilfe braucht, informieren Sie am besten den örtlichen Katzen- oder Tierschutzverein.
  9. Wenn Sie eine neue Katze bei sich aufnehmen, sollte das Tier von einem Tierarzt untersucht werden. Bis der Tierarzt grünes Licht gibt, sollte die Neue getrennt von anderen Tieren oder empfindlichen Menschen gehalten werden.

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