Tipps zum Pferdekauf

Es ist eine spannende Angelegenheit, das eigene Traumpferd zu suchen und zu finden. Damit diese Träume wahr werden können, ist es wichtig, ganz realistische Überlegungen zugrunde zu legen.

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Die Chemie zwischen Pferd und Mensch muss stimmen. © Stock.adobe.com/happy monkey

Die Entscheidung, sich ein eigenes Pferd zu kaufen, sollte man nicht vorschnell treffen. Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme. Seien Sie ehrlich: Wie gut sind Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in Sachen Haltung, Fütterung, Umgang und Reiten? Als Pferdebesitzer sind Sie verantwortlich für ein Lebewesen, das eigene Bedürfnisse hat, die sich nicht immer mit Ihren decken. Informieren Sie sich daher im Voraus, was genau auf Sie zukommt.

Finanzielle Belastung durch den Pferdekauf

Die Anschaffungskosten für Pferd und Grundausstattung sind einmalig – doch gerade bei der Pferdehaltung fallen Monat für Monat höhere Kosten an: Haben Sie genug Geld, um sich nicht nur Stall, Weide und Futter, sondern auch die zusätzlichen Kosten leisten zu können? Vergessen Sie nicht die Kosten für einen guten Reitlehrer und/oder Bereiter.

Der Schmied kommt alle 6 – 8 Wochen, zweimal jährlich wird geimpft, und nicht zuletzt besteht immer das Risiko einer Verletzung oder ernsthaften Erkrankung des Pferdes. Ein Klinikaufenthalt will leider auch bezahlt werden.

Notwendige Versicherungen müssen abgeschlossen werden und am besten auch etwas Geld zur Seite gelegt werden, um etwa eine plötzlich anfallende hohe Tierarzt- oder Klinikrechnung begleichen zu können.

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Beim Pferd fallen regelmäßig Kosten an. © Stock.adobe.com/elli0013

Zeitaufwand durch Pferdeversorgung

Pferde sind ein sehr zeitintensives Hobby, das sollte Ihnen vor dem Kauf eines eigenen Pferdes bewusst sein. Selbst wenn Ihr Pferd in einem Stall untergebracht werden soll, in dem das Misten und Füttern übernommen wird, sollten Sie im Idealfall täglich Zeit haben, dem Pferd Bewegung zu verschaffen.

Hierzu gehören Reiten, Longieren, Spaziergänge oder ähnliches. Ausreichend Bewegung ist die Basis für ein gesundes und zufriedenes Pferd. Wer nur am Wochenende Zeit hat, sollte lieber nach einer passenden Reitbeteiligung suchen.

Das richtige Pferd finden

Wenn alle Voraussetzungen gegeben sind und Sie auch schon den passenden Stall für sich und Ihr zukünftiges Traumpferd gefunden haben, können Sie damit beginnen, sich nach einem Pferd umzusehen.

Es ist wichtig, zwischen Traum und Realität zu differenzieren. So mancher träumt von einem feurigen Ross und ist im wahren Leben sehr viel glücklicher mit einem braven, ruhigen und ausgeglichenen Pferd. So sind junge Pferde grundsätzlich eher für fortgeschrittene Reiter geeignet, während Anfänger mit einem etwas älteren und gut ausgebildeten Pferd am besten beraten sind.

Falls Sie sportliche Ambitionen haben, überlegen Sie sich gut, was Sie von Ihrem Pferd erwarten. Wie viel Potenzial in einem Pferd steckt, lässt sich nicht immer auf einen Blick erkennen – hier kann Ihnen auch die Abstammung des Pferdes einen Hinweis geben.

Wer Dressur oder Springen reiten möchte, ist mit einem Warmblut gut beraten, für die Vielseitigkeit eignen sich eher hochblütige Pferde, die klassischen Western-Rassen sind Quarter Horses, Paint Horses und Appaloosas, Islandpferde, Pasos und unzählige weitere Gangpferderassen begeistern Gangpferdereiter, P.R.E.s und Lusitanos glänzen im Barockreiten – und dies sind nur einige Beispiele. In der Vielfalt der Pferderassen findet wirklich jeder das Pferd, das zu ihm passt.

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Ziel ist eine harmonische Pferd-Mensch Beziehung. © Stock.adobe.com/RD-Fotografie

Die Chemie zwischen Mensch und Pferd muss stimmen

Mit bestimmten Rassen werden bestimmte Eigenschaften assoziiert. Es stimmt, dass beispielsweise Fjordpferde normalerweise ruhig und nervenstark sind, während Pferde mit viel Vollblutanteil oft hochsensibel und nervig erscheinen.

Dennoch ist es wichtig, beim Pferdekauf wirklich das individuelle Pferd wahrzunehmen: Es gibt auch coole Vollblüter, ebenso wie hochsensible Fjordpferde. Bringen Sie möglichst viel über das Pferd in Erfahrung:

  • Wie ist es aufgewachsen? 
  • Wie wird es aktuell gehalten?
  • Wie ist seine Position in der Herde?
  • Ist es schüchtern oder selbstbewusst, schreckhaft oder die Ruhe selbst?

Unsichere Pferde brauchen auf jeden Fall einen sicheren und ruhigen Reiter, während unsichere Reiter ihrerseits mit einem nervenstarken Pferd besser bedient sind. Wenn Sie Ihr Pferd in einer Gruppe im Offenstall unterbringen möchten, sollte es das Leben im Freien und in der Herde kennen. Eine artgerechte Aufzucht ist die beste Investition in ein langes, gesundes Leben und daher immer wünschenswert.

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Nehmen Sie sich beim Probereiten Zeit. © Stock.adobe.com/castenoid

Lassen Sie sich Zeit beim Pferdekauf

Nehmen Sie sich einen fachkundigen Berater mit, wenn Sie Pferde ansehen. Das kann im besten Fall ein Fachmann sein, der Ihnen hilft, Stärken und Schwächen des Pferdes zu erkennen. Auch ein Freund oder eine Freundin sind hilfreich – vier Augen sehen immer mehr als zwei.

Nehmen Sie sich Zeit – reiten Sie verschiedene Pferde zur Probe und achten Sie darauf, die Pferde auch zu führen, zu putzen und zu satteln, um zu sehen, wie sie sich im Alltag verhalten.

Bei einer Ankaufsuntersuchung beurteilt ein Tierarzt den gesundheitlichen Zustand des Pferdes.

Nicht zuletzt kommt es darauf an, dass eine gegenseitige Sympathie zwischen Mensch und Pferd besteht: Dann können beide zu einem Team zusammenwachsen.

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