Katze Verhalten

Das verrät die Katzenmimik

Katzen sind Meister des Mienenspiels. Leider gelingt es uns nur selten, ihre feinen Gesichtsregungen richtig zu deuten. Lesen Sie, was sich hinter den Gesichtsausdrücken von Katzen verbirgt und welche Ergebnisse die Forschung zur Katzenmimik bereithält.
 
 
dreifarbike Katze schaut grimmig © stock.adobe.com/Evdoha
Die Katzenmimik verrät die Emotionen der Katze.
Wer glaubt, Grumpy Cat sei wegen ihres mürrischen Gesichtsausdrucks eine dauernd schlecht gelaunte Katze gewesen, der tut ihr Unrecht: Katzen besitzen nur ein eingeschränktes Repertoire an Gesichtsausdrücken. Die Forschung legt nahe, dass sich nur bestimmte Emotionen in ihrer Mimik widerspiegeln – Trauer und Freude sind nicht dabei.
Um aussagekräftige Messdaten zu erhalten, nutzen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Katzenmimik-Forschung ein spezielles Analysetool namens CatFACTS.
 

So funktioniert die Katzenmimik-Forschung mittels CatFACTS

Das „Cat Facial Action Coding System" oder kurz CatFACTS ist ein einzigartiges, auf der Anatomie der Katze basierendes Programm, das selbst kleinste Gesichtsbewegungen erfasst und aufzeichnet. Ein Forscherteam der University of Lincoln nutzte die Software, um die Gesichtsausdrücke von Katzen zu untersuchen. 29 Testkatzen aus einem kanadischen Tierheim nahmen an der Studie teil und wurden bestimmten Situationen ausgesetzt. Ihre Reaktionen wurden gefilmt, wobei besonderes Augenmerk auf die Mimik gelegt wurde.
 
Fazit: Die Forscher der University of Lincoln kamen zu dem Schluss, dass sich die Mimik von Katzen hauptsächlich zwischen mäßigem Interesse, Furcht und Frust abspielte.
 

So interpretieren Sie die Mimik Ihrer Katze richtig

Im Rahmen der Katzenmimik-Forschung an der University of Lincoln konnten mithilfe der Software CatFACTS folgenden Katzenmimiken eine Emotion zugeordnet werden:
 
1. Katze starrt mit geneigtem Kopf auf ein Objekt rechts von ihr
= entspannt-interessierte Stimmung
 
Katze entspannt
Der Blick nach rechts soll für Entspannung stehen. ©shutterstock.com/ValeriiaES
 
2. Katze blinzelt häufig und beäugt ein Objekt links von ihr
= Furcht
 
Katze hat Angst
Diese Katze wirft einen skeptischen Blick nach links.   ©shutterstock.com/Nils Jacobi
 
3. Katze beleckt häufig ihre Nase
= Frust und/oder Bedürfnis nach Beschäftigung
 
Katze hat Angst
Auch die Ohrenstellung ergänzt die Mimik.    ©shutterstock.com/Konstanttin
 
4. Katze hebt Oberlippe, klappt Kiefer herunter und zeigt ihre Zunge
= Wut

Katze schreit
Diese Katze zeigt deutlich ihren Unmut.    ©shutterstock.com/Waldemar Dabrowski
 
Ein Forscherteam der University of Portsmouth hatte außerdem herausgefunden, dass Tierheim-Hunde, die besonders häufig die Augenbrauen hoben („Dackelblick“), deutlich schneller ein neues Zuhause fanden. Bei Katzen ließ sich kein Zusammenhang zwischen Mimik und Adoptionserfolg erkennen. Die Forscher vermuten, dass Katzen – im Gegensatz zu Hunden – im Zuge ihrer Domestikation weniger dazu gezwungen waren, ihre Mimik nach den menschlichen Vorlieben auszurichte.
 
WEITERLESEN: 
Katze zeigt Bauch
Zeigt die Katze ihren Bauch, fühlt sie sich sicher.     ©shutterstock.com/hannadarzy