Haltung von Kaninchen

Haben Sie sich entschieden, Kaninchen in Ihre Familie aufzunehmen, ist die richtige Haltung entscheidend. Wir verraten Ihnen, was Sie beachten müssen.
 
Kaninchen brauchen Gesellschaft. © unikyluckk – stock.adobe.com
Kaninchen brauchen Gesellschaft.
Wenn Sie sich Kaninchen anschaffen möchten, sollten Sie von Anfang an bedenken, dass dies sehr soziale Gruppentiere sind. Das bedeutet, dass die Tiere mindestens einen Artgenossen benötigen, mit dem sie sich beschäftigen können (kuscheln, gegenseitige Fellpflege etc.). Der größte Fehler ist zu denken, ein Meerschweinchen können einen Kaninchen-Partner ersetzen.

Am besten schaffen Sie sich direkt zwei (oder mehr) Kaninchen an. Die Haltung von zwei Kaninchen ist hinsichtlich des Futters und der Einstreu unwesentlich teurer und macht nicht mehr Arbeit als ein Einzeltier. Ein Pärchen oder eine größere Kaninchen-Gruppe hat den Vorteil, dass Sie das faszinierende Sozialverhalten der Hasenartigen beobachten können. Wenn Sie sich zwei Kaninchen anschaffen möchten, stellt sich natürlich direkt die nächste Frage: Welche Geschlechter passen bei Kaninchen am besten zusammen?

Die harmonischste Konstellation besteht aus einer Häsin und einem kastrierten Rammler. Männliche Kaninchen können ab der achten bis zehnten Lebenswoche kastriert werden. Beachten Sie aber, dass geschlechtsreife Rammler nach der Kastration noch drei bis sechs Wochen zeugungsfähig sind.

Unkastrierte Männchen vertragen sich nach der Geschlechtsreife in der Regel überhaupt nicht. Diese tritt bei Zwergrassen mit etwa drei Monaten ein. Auch zwischen zwei Weibchen kann es nach Erreichen der Geschlechtsreife zu Auseinandersetzungen kommen. Dies gilt insbesondere, wenn die Tiere in zu kleinen Käfigen leben müssen und sich nicht aus dem Weg gehen können.


Ein harmonisches Zusammenleben ist für alle schön. © cuhle-fotos – stock.adobe.com


Pflegeaufwand und Kosten für Kaninchen

Weitere wesentliche Aspekte, die Sie vorab gut überdenken sollten, sind Kosten und Pflegeaufwand für Ihre Tiere. Kaninchen können acht Jahre und älter werden. Für diesen langen Zeitraum übernehmen Sie die komplette Verantwortung für die Tiere.

Dies umfasst allerdings nicht nur die tägliche Fütterung und Reinigung des Geheges. Sie sollten sich täglich auch etwas Zeit nehmen (möglichst während der aktiven Phasen der Tiere, also morgens oder abends), um sich mit Ihren Langohren zu beschäftigen und sie zu beobachten . Auf diese Weise fallen Ihnen schneller Verhaltensänderungen auf, die auf Unwohlsein bzw. eine Krankheit schließen lassen.

Im Krankheitsfall dürfen Sie weder Kosten noch Mühen scheuen, damit Ihre Schützlinge frühzeitig tierärztlich versorgt werden. Mindestens zweimal jährlich steht der Tierarztbesuch an, da Kaninchen regelmäßig geimpft werden müssen. 


Kaninchen brauchen so wie andere Haustiere Ihre Aufmerksamkeit. © Benjamin Sibuet – stock.adobe.com


Freilauf in der Wohnung für Kaninchen

Neben einem ausreichend großen Gehege brauchen Ihre Kaninchen täglichen Freilauf   in der Wohnung. Hierfür müssen Sie mindestens ein Zimmer kaninchensicher gestalten. Da Kaninchen alles anknabbern, müssen sämtliche Gefahrenquellen wie z.B. Elektrokabel und giftige Zimmerpflanzen unerreichbar für sie sein. Aber auch Tapeten, Teppiche, Türrahmen und Möbel werden mit Vorliebe angenagt. Einige Einrichtungsgegenstände können Sie vielleicht vor den nagewütigen Tieren schützen. Grundsätzlich müssen Sie aber damit leben können, dass Ihre Wohnung von den Kaninchen in Mitleidenschaft gezogen wird.

Viele Kaninchen werden stubenrein, wenn man ihnen Toiletten mit Einstreu anbietet. Dennoch kann immer mal etwas danebengehen, und manche Tiere lernen leider nie, ein Klo zu benutzen. Bitte bedenken Sie, dass auch diese Kaninchen Freilauf in der Wohnung brauchen.


Andere Mitbewohner und Haustiere bei Kaninchen

Bevor Sie sich Kaninchen anschaffen, ist es zudem wichtig zu klären, ob alle Familienmitglieder bzw. Mitbewohner einverstanden sind. Vielleicht möchte jemand aus der Wohngemeinschaft nicht mit Kaninchen zusammenleben oder hat gesundheitliche Probleme, die dem entgegenstehen. Ein häufiger Abgabegrund bei Heimtieren sind Allergien. Mithilfe eines Allergietests kann vorab geklärt werden, ob eine Allergie gegen Kaninchen oder Heu vorliegt.

Wenn diese möglichen Hindernisse ausgeräumt sind, bleibt die Frage, ob bereits andere Heimtiere   mit im Haushalt leben. Sowohl Katzen als auch Hunde sind Raubtiere, die einen natürlichen Spieltrieb bzw. Jagdinstinkt besitzen. Aus diesem Grund sollten Sie Hund und Katze höchstens unter Aufsicht zu Ihren Kaninchen lassen. Jagt Ihre Katze die Kaninchen oder bellt Ihr Hund sie an, müssen Sie sie von Ihren Langohren fernhalten.

Da Kaninchen sehr geräuschempfindlich sind, ist es nicht empfehlenswert, sie in einem Raum mit laut kreischenden Vögeln zu halten. Nagetiere wie Chinchillas, Farbratten, Hamster etc. können in der gleichen Wohnung bzw. im gleichen Raum leben, sollten aber stets getrennt bleiben (sowohl im Gehege als auch während des Freilaufs in der Wohnung).

Oftmals werden Kaninchen mit Meerschweinchen vergesellschaftet. Diese „Notgemeinschaft“ wird jedoch keiner der beiden Tierarten gerecht. Meerschweinchen und Kaninchen besitzen eine völlig andere Laut- und Körpersprache und können sich daher nicht untereinander verständigen. Dadurch kommt es zwischen den Tieren zu Missverständnissen und Frustrationen.


Die Notgemeinschaft zwischen Kaninchen und Meerschweinchen ist zu vermeiden. © dieter76 – stock.adobe.com
 

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