Assistenzhunde: Diese Hunde sind geeignet

Assistenzhunde können Menschen mit Behinderung zu einem selbstständigen Leben verhelfen. Lesen Sie hier, welche Aufgaben Assistenzhunde übernehmen können und wie die Ausbildung abläuft. 

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Blindenhunde sind die bekanntesten Assistenzhunde.© Stock.adobe.com/New Africa

Es gibt viele verschiedene Arten von Assistenzhunden, die alle ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten haben. Assistenzhunde übernehmen verantwortungsvolle Aufgaben und können ihrem Menschen sogar das Leben retten

Inhaltsübersicht: 

Was kann ein Assistenzhund leisten?

Für manche Menschen stellen alltägliche Aufgabe unüberwindbare Hindernisse dar, da sie körperliche oder seelische Einschränkungen haben. Hier können sogenannte Assistenzhunde helfen.

Die bekanntesten Assistenzhunde sind Blindenhunde. Aber es gibt noch viel mehr Aufgaben und Lebensbereiche, in denen Assistenzhunde ihren Besitzern helfen können. Die Hunde werden für ganz bestimmte Aufgaben ausgebildet, die spezifisch auf den Menschen passen, den sie dann begleiten und unterstützen werden.

Assistenzhunde sind jedoch klar von Therapiehunden zu unterscheiden. Therapiehunde werden im Unterschied zu Assistenzhunden weniger komplex ausgebildet. Sie dienen in erster Linie der Unterstützung bei Therapien und genießen deutlich weniger Sonderrechte wie Assistenzhunde.

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Assistenzhunde können helfen, Türen zu öffnen.© Stock.adobe.com/Jose Luis Stephens

Diese Hunderassen eignen sich als Assistenzhunde

Hunderassen mittlerer Größe sind am besten geeignet, um ein Assistenzhund zu werden. Wichtiger als die Größe ist aber das Wesen des Hundes. Ein Assistenzhund sollte lernwillig und seelisch und körperlich belastbar sein. Außerdem ist es hilfreich, wenn er über einen guten Beschützerinstinkt verfügt. 

Diese Hunderassen werden besonders oft zu Assistenzhunden ausgebildet:

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Assistenzhunde: In diesen Bereichen können sie helfen

Hunde können den Menschen in vielen Bereichen des täglichen Lebens unterstützen. Die Hunde führen dabei unterschiedliche Aufgaben aus. Es gibt:

  • Diabetikerwarnhunde
  • Epilepsiewarnhunde
  • Asthmawarnhunde
  • Migränewarnhunde
  • Schlaganfallwarnhunde
  • Blindenführhunde
  • Signalhunde für Gehörlose
  • LPF-Assistenzhunde (LPF=Lebenspraktische Fähigkeiten)
  • Mobilitätsassistenzhunde
  • PTBS-Assistenzhunde (bei Posttraumatischen Belastungsstörungen)
  • FAS-Assistenzhunde (bei Fetalem Alkoholsyndrom)
  • Autismushunde
  • Demenz-Assistenzhunde
  • Assistenzhunde für Depressionen, Angststörungen, Essstörungen usw.

Alle Assistenzhunde tragen ein Geschirr, das sie als solche ausweist.

Die Hunde unterstützen im Alltag, zum Beispiel:

  • Gegenstände bringen, die sich außerhalb der Reichweite des Menschen befinden 
  • beim An- und Ausziehen helfen
  • Be- und Entladen der Waschmaschine
  • Türen öffnen und schließen
  • Schalter betätigen, die sich außer Reichweite des Menschen befinden

Für Notsituationen erlernen die Hunde folgende Aufgaben: 

  • Rollstuhl ziehen oder schieben (z.B. aus Gefahrenzone)
  • laut bellen, um Aufmerksamkeit zu erregen 
  • spezielle Notfalltelefone betätigen, die z.B. einen Rettungswagen rufen

Hund signalisiert seinem Halter, wenn in seinem Umfeld Geräusche auftreten (z.B. das Klingeln oder Klopfen an der Türe, das Klingeln des Weckers oder Küchenalarms, das Weinen eines Babys, der Ruf einer Person, der Alarmton des Rauchmelders)
Hund warnt vor einem herannahenden Fahrzeug

Die Hunde stupsen dann ihren Menschen an oder führen ihn zu dem Geräusch hin.

Assistenzhunde können in vielen Bereichen eingesetzt werden, zum Beispiel als Warnhunde für Menschen, die an Epilepsie oder Diabetes leiden. 

Diese Warnhunde alarmieren ihren Besitzer bei Veränderungen ihres körperlichen Zustandes und bringen dann z.B. Notfallsets, führen den Menschen zu einem Sitzplatz, passen auf die bewusstlose Person auf oder sorgen für Rettung.

Hunde sind treue und zuverlässige Begleiter und die besten Freunde. Kein Wunder also, dass Assistenzhunde auch als Helfer bei psychischen Erkrankungen eine hervorragende Arbeit leisten. So geben sie Halt und führen durch den Alltag:

  • motivieren bei Depressionen aufzustehen und alltägliche Aufgaben zu erledigen
  • bieten emotionale Unterstützung und beruhigen durch ihre ruhige Art
  • holen Hilfe bei Gefahr
  • helfen ruhige Orte zu finden und die Person dort hinzuführen
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Die Ausbildung eines Assistenzhundes ist sehr komplex. © tock.adobe.com/Günter Rehfeld

Die Ausbildung von Assistenzhunden

Bis der Hund mindestens zwölf Monate alt ist, bleibt er bei seiner Patenfamilie und wird dort sozialisiert, lernt sein Umfeld kennen und wird auf seine Rolle sensibilisiert.

Wenn der Hund ein Jahr alt ist, beginnt er mit der Grundausbildung. Dort lernt er die Basiskommandos. Ein Assistenzhund muss zu jeder Zeit ein perfektes Benehmen an den Tag legen und darf sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Außerdem bekommt er ein speziell angeleitetes Training, das ihn auf seine spätere Aufgabe als Assistenzhund vorbereitet: z.B. Sitzen vor Treppen oder am Rand des Bürgersteigs, Rollstuhltraining, Apportieren oder Türen öffnen. 

Wenn der angehende Assistenzhund die Grundausbildung absolviert hat, bekommt er ein Spezialtraining. Das geschieht oft schon mit dem späteren Besitzer zusammen, damit sich beide richtig kennenlernen und der Assistenzhund die speziellen Bedürfnisse seines Menschen verstehen lernt und seine spezifischen Aufgaben erlernt.

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Assistenzhunde unterstützen ihre Menschen im Alltag.© Stock.adobe.com/Robert Kneschke

Wer bildet den Hund zum Assistenzhund aus?

Die Ausbildung zum Assistenzhund kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen: 

Fremdausbildung: 
Die Ausbildung erfolgt komplett durch spezialisierte Hundetrainer, der Hund lebt solange in einer Patenfamilie. 
Kosten: bis zu 30.000 €
Dauer: bis zu 1,5 Jahren

Dualausbildung:
Der Hund lebt bei seinem Besitzer und wird von einem Trainer ausgebildet. 
Kosten: bis zu 20.000€
Dauer: bis zu 2,5 Jahren

Selbstausbildung:
Die Selbstausbildung ist nur noch erlaubt bei Assistenzhunden, die ihre Ausbildung vor dem 1. Juli 2021 begonnen haben. Nur Menschen, die viel Erfahrung im Training von Hunden haben, können einen Hund zum Assistenzhund ausbilden. 

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