Katze aus dem Ausland adoptieren

Die Adoption von Tieren aus dem Ausland ist eine wunderbare Möglichkeit, Tieren in Not zu helfen. Hier finden Sie nützliche Informationen und Tipps, wie Sie sich auf den Adoptionsprozess vorbereiten können.

Vier Katzen sitzen auf einer Mauer hinter einem Draht
Die Adoption von Tieren aus dem Ausland ist eine wunderbare Möglichkeit, Tieren in Not zu helfen. Doch es gibt einiges zu beachten.© canva.com

Die Adoption von Tieren aus dem Ausland hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Viele Tierschutzorganisationen arbeiten unermüdlich daran, Straßenkatzen und anderen Tieren aus prekären Verhältnissen zu helfen und ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Für Adoptierende bietet die Auslandstierschutzvermittlung nicht nur die Chance, einem Tier in Not zu helfen, sondern auch, aktiv den Tierschutz zu unterstützen. Doch wie funktioniert der Prozess genau, welche Vorteile und Nachteile gibt es, und was sollte man bei einer solchen Adoption beachten? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema Auslandstierschutzvermittlung.

Inhaltsübersicht

Vorteile einer Auslandstierschutzvermittlung

Die Adoption von Tieren aus dem Ausland bietet zahlreiche Vorteile, die nicht nur den Tierschutz aktiv unterstützen, sondern auch den Tieren selbst zugutekommen sollen.

  • Aktive Unterstützung des Tierschutzes: Mit einer Adoption bei einem seriösen Auslandstierschutzverein trägt man zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Straßenkatzen im jeweiligen Land bei. Die Organisationen sind auf Spenden, Adoptionen und Aufmerksamkeit angewiesen, um ihre Arbeit fortzusetzen.
  • Professionelle Begleitung: Seriöse Organisationen bieten umfassende Unterstützung während des Adoptionsprozesses und auch darüber hinaus. Sie stehen für Rückfragen zur Verfügung und sorgen dafür, dass die Adoption reibungslos verläuft.
  • Gut informierte Pflegestellen: Die Pflegestellen kennen die Tiere gut und sind mit ihren Persönlichkeiten vertraut. Viele Tiere leben eng mit Menschen und Artgenossen zusammen, wodurch die Chance hoch ist, ein passendes, sozial verträgliches Tier zu finden.
  • Gesunde Tiere: Tierschutzorganisationen, die seriös arbeiten, vermitteln nur Tiere, die ausreichend geimpft, entwurmt und gechippt sind. Ein Großteil dieser Maßnahmen ist für die legale Ausreise der Tiere erforderlich und wird im EU-Heimtierpass dokumentiert.

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Nachteile einer Auslandstierschutzvermittlung

Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch einige Nachteile, die potenzielle Adoptierende berücksichtigen sollten.

  • Unzuverlässige Organisationen: Wie in jedem Bereich gibt es leider auch im Auslandstierschutz schwarze Schafe. Es ist daher sehr wichtig, sicherzustellen, dass die Organisation, mit der man zusammenarbeitet, vertrauenswürdig ist.
  • Kein persönliches Kennenlernen: Ein persönliches Kennenlernen der Tiere vor der Adoption ist oft nicht möglich. Die Chemie zwischen Adoptant und Tier zeigt sich daher erst nach der Vermittlung, was manchmal zu Enttäuschungen führen kann.
  • Stress durch die Reise: Die Reise ins neue Zuhause kann für die Tiere sehr stressig sein und insbesondere für empfindliche Katzen traumatische Auswirkungen haben. Geduld ist erforderlich, um dem Tier zu helfen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.
  • Gesundheitsrisiken: Tiere aus dem Ausland, vor allem Straßenkatzen, können gesundheitliche Rückstände wie Hautpilzinfektionen oder chronische Atemwegserkrankungen mitbringen. Es ist wichtig, dass Adoptierende gut über diese potenziellen Risiken informiert sind, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Ein Herz für Tiere-Redakteurin Anne adoptierte ihre beiden Katzen bei CanariGatos e.V. Der Flug nach München erfolgte via Flugpatenschaft, wobei die Katzen in der Kabine mitfliegen durften. Lu und Sumi lebten sich bereits nach kurzer Zeit gut in ihrem neuen Zuhause ein. Noch heute freuen sich die spanischen Pflegemamas  über Fotos und Videos ihrer ehemaliger Schützlinge.

Wie funktioniert eine Auslandstierschutzvermittlung?

Die Auslandstierschutzvermittlung ist ein Prozess, bei dem Tierschutzorganisationen aus verschiedenen Ländern Tiere an neue Besitzer in Deutschland vermitteln. Dieser Prozess umfasst mehrere Schritte, die sowohl den Tieren als auch den Adoptierenden zugutekommen sollen. Hier erfahren Sie, wie eine solche Vermittlung abläuft und welche rechtlichen und praktischen Anforderungen dabei berücksichtigt werden müssen.

1. Auswahl des Tieres

Der erste Schritt in einer Auslandstierschutzvermittlung ist die Auswahl des Tieres. Tierschutzorganisationen aus dem Ausland arbeiten oft mit Pflegestellen zusammen, die die Tiere betreuen und ihre Bedürfnisse genau kennen. Die Pflegestellen sorgen dafür, dass die Tiere in einer sicheren Umgebung aufwachsen, sozialisiert werden und mit Menschen und anderen Tieren in Kontakt kommen. Potenzielle Adoptierende können sich aus einer Liste von Tieren ein passendes Tier aussuchen. Häufig bieten die Tierschutzorganisationen Fotos, Videos und detaillierte Informationen über das Verhalten und die Persönlichkeit jedes Tieres an, um den Auswahlprozess zu erleichtern.

2. Der Adoptionsprozess

Nachdem ein Tier ausgesucht wurde, folgt der Adoptionsprozess, der von Organisation zu Organisation unterschiedlich sein kann. In der Regel müssen Interessenten einige Unterlagen einreichen, die ihre Eignung als Adoptierende nachweisen. Dazu gehören:

  • Fragebögen oder Interviews, um sicherzustellen, dass das Tier in einem geeigneten Umfeld untergebracht wird.
  • Nachweise über die Haltungserfahrung oder die Lebenssituation des Adoptierenden (z. B. Fotos vom Zuhause, Informationen über andere Haustiere).
  • Verträge zur Adoptionsvereinbarung, die festlegen, dass das Wohl des Tieres gewährleistet wird und das Tier im Falle von Problemen zurückgegeben werden kann.

Seriöse Organisationen legen Wert darauf, dass die Adoptierenden gut vorbereitet sind und das Tier in ein liebevolles Zuhause kommt.

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3. Gesundheitscheck und Dokumentation

Bevor das Tier seine Reise antreten kann, ist es wichtig, dass es einen gründlichen Gesundheitscheck durch einen Tierarzt erhält. Der Tierarzt stellt sicher, dass das Tier gesund ist, alle notwendigen Impfungen erhalten hat und frei von ansteckenden Krankheiten ist. Auch die Entwurmung und das Chippen des Tieres sind Teil des Prozesses.

Die wichtigsten Gesundheitsdokumente, die für die Reise benötigt werden, sind:

  • EU-Heimtierpass: Dieser Pass dokumentiert alle Impfungen, die das Tier erhalten hat, sowie seine gesundheitliche Vorgeschichte. Er ist erforderlich, um das Tier legal ins Ausland zu bringen.
  • Krankheitsnachweise und Behandlung: Falls das Tier in der Vergangenheit Krankheiten hatte, muss dies dokumentiert werden. Seriöse Organisationen informieren die Adoptierenden über mögliche gesundheitliche Risiken, damit diese entsprechend vorbereitet sind.

4. Die Reise des Tieres

Das Tier wird durch die Tierschutzorganisation sicher zum neuen Zuhause transportiert. Der Transport erfolgt in der Regel entweder mit einem Flugzeug oder per Auto, wobei die Tiere oft von sogenannten Flugpaten begleitet werden. Flugpaten sind Freiwillige, die das Tier während des Fluges begleiten und dafür sorgen, dass es sicher und wohlbehalten ankommt.

Die Tiere reisen meistens in einer klimatisierten Kabine des Flugzeugs, um Stress und gesundheitliche Risiken zu minimieren. Auch hier ist es wichtig, dass die Tiere nicht zu lange unterwegs sind und in regelmäßigen Abständen versorgt werden.

5. Akklimatisierung und Nachbetreuung

Nach der Ankunft im neuen Zuhause beginnt die Akklimatisierungsphase. Diese kann je nach Tier unterschiedlich lang dauern, da sich die Tiere an ihre neue Umgebung und die neuen Menschen gewöhnen müssen. Während dieser Zeit ist es wichtig, Geduld zu haben und den Tieren Raum zu geben, sich zu entfalten.

Viele Tierschutzorganisationen bieten eine Nachbetreuung an, um sicherzustellen, dass das Tier in seiner neuen Umgebung gut zurechtkommt. Dazu gehören regelmäßige Updates und auch die Möglichkeit, bei Problemen oder Fragen auf die Unterstützung der Organisation zurückzugreifen.

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6. Rechtliche Anforderungen

Die Auslandstierschutzvermittlung unterliegt verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen, die den Schutz der Tiere und ihre korrekte Einreise in das Land gewährleisten. Diese Vorschriften sind in der Regel sehr streng, um sicherzustellen, dass die Tiere keine gesundheitlichen Risiken mitbringen und dass der Transport unter tiergerechten Bedingungen erfolgt.

Wichtige rechtliche Anforderungen beinhalten:

  • Impfschutz: Das Tier muss vor der Ausreise gegen gängige Krankheiten wie Tollwut geimpft sein.
  • Tiergesundheitszeugnis: Ein offizielles Gesundheitszeugnis ist notwendig, um das Tier in das Zielland zu transportieren.
  • Einreisebestimmungen: Jedes Land hat spezifische Bestimmungen für die Einfuhr von Tieren. In Deutschland ist beispielsweise ein EU-Heimtierpass notwendig, der den Impfstatus und die Gesundheit des Tieres dokumentiert.

Fazit: Die Bedeutung der Auslandstierschutzvermittlung

Die Adoption von Tieren über seriöse Auslandstierschutzorganisationen ist eine wertvolle Möglichkeit, Tieren aus schwierigen Lebensbedingungen zu helfen und den Tierschutz aktiv zu unterstützen. Trotz der Risiken, wie etwa der stressigen Reise oder der Möglichkeit von gesundheitlichen Problemen, überwiegen die Vorteile – besonders wenn man sich einer vertrauenswürdigen Organisation anvertraut. Der Kontakt zu den Pflegestellen und die sorgfältige Auswahl der Tiere tragen dazu bei, dass die Tiere in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden.

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