Artgerechte Ernährung des Hamsters

Damit Ihr Hamster lange gesund und glücklich bleibt, ist die richtige Fütterung besonders wichtig. Denn mit der richtigen Ernährung legen Sie den Grundstein für ein langes Hamsterleben. Hier erfahren Sie alles über die artgerechte Ernährung von Hamstern.

Hamster benötigen eine abwechslungsreiche Ernährung
Hamster benötigen eine abwechslungsreiche Ernährung© milanchikov-stock.adobe.com

Um Ihrem Hamster eine artgerechte Ernährung bieten zu können, müssen Sie genau wissen, was alles auf dem Speiseplan dieser Nager steht. In freier Wildbahn fressen Hamster Früchte, Samen, Blätter, Insekten und kleine Würmer. Daran sollte sich auch die Fütterung von Hamstern in der Haustierhaltung orientieren. Hier lesen Sie, worauf es bei der artgerechten Ernährung Ihres Hamsters ankommt!

Grundlegendes zur Ernährung vom Hamster

Hamster brauchen eine abwechslungsreiche Ernährung. Das sollten Sie bei der Fütterung Ihres Hamsters unbedingt beachten. Es empfehlen sich daher folgende Verhältnisse bei der Fütterung:

  • 50 % Getreide (als Fertigmischfutter erhältlich)
  • 40 % Frischfutter
  • 10 % tierisches Eiweiß (Bei Zwerghamstern liegt der Eiweißanteil sogar bei 50 %!)

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Hamster auch mit Heu füttern. Es besteht zu etwa 25 Prozent aus Rohfasern, die bei ausreichender Menge Durchfallerkrankungen vorbeugen können.

Auch wenn die Nager die meiste Flüssigkeit über das Frischfutter aufnehmen, benötigen sie dennoch stets eine Trinkflasche, die mit frischem Wasser gefüllt ist.

Trockenfutter für Hamster

Als Nahrungsgrundlage können Sie den Hamster mit Fertigfutter füttern, das es in jedem Zoofachhandel gibt. Es enthält meist alle wichtigen Stoffe, die das Tier benötigt. Zwerghamster brauchen eine Futtermischung, die auch feine Samen enthält. Dafür gibt es spezielles Zwerghamster-Fertigfutter mit Insekten, Feinsamen und vielem mehr.

Sie können aber auch dem normalen Hamsterfutter, das große und grobe Körner enthält, Wellensittichfutter untermischen. Die Futtermischung für Wellensittiche enthält Hanf- und Hirsesaaten, die auch dem Zwerghamster gut schmecken.

Zucker gehört nicht in den Hamster-Futternapf. Achten Sie daher darauf, dass auch in dem Fertigmischfutter, das Sie in der Zoofachhandlung kaufen, kein Zucker enthalten ist. Der Hamster könnte sonst an Diabetes oder Krankheiten des Magen-Darm-Traktes erkranken.

Trockenfutter für Hamster selber mischen

Für einen selbst gemischten Futter-Mix für Ihren Hamster brauchen Sie:

  • Haferflocken
  • Buchweizen
  • Kolbenhirse
  • Maiskörner
  • etwas Knäckebrot

Um das selbstgemachte Futter abwechslungsreich zu gestalten, können Sie außerdem ab und an noch hinzugeben:

  • Pinienkerne
  • Hundekuchen
  • zuckerfreie Cornflakes
  • Rispenhirse
  • Sonnenblumenkerne
  • Weizenkörner

Hin und wieder können Sie Ihrem Hamster auch Erdnüsse, Rosinen, Kürbiskerne, Trockenfrüchte, Walnüsse und Hamsterwaffeln anbieten. Diese sollten aber wirklich nur als Leckerli für zwischendurch gereicht werden, da sie wahre Kalorienbomben sind!

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Trockenfutter gehört zur täglichen Hamsternahrung.© stock.adobe.com/TATIANA

Frischfutter für den Hamster

Zur artgerechten Ernährung von Hamstern gehört nicht nur Trockenfutter, sondern auch Frischfutter. Dazu zählen Gemüse, Obst und Grünfutter.

Gesundes Gemüse für den Hamster

Gemüse stellt einen wichtigen Teil der Hamster-Ernährung dar. Folgende Gemüsesorten mögen Hamster gerne:

  • Karotten
  • Paprika
  • Sellerie
  • Gurken (nur in geringen Mengen)
  • Tomaten (nur in geringen Mengen)

Auch mit Brokkoli und Zucchini können Sie den Hamster füttern. Gurken und Tomaten sollten aufgrund Ihres hohen Wassergehalts nur selten gefüttert werden. Hamster nehmen von Natur aus eher wenig Wasser zu sich – die hohe Wassermenge könnte die Nieren des Nagers überfordern.

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Frischfutter ist wichtig für Hamster.© stock.adobe.com/ChristArt

Vorsicht bei Obst für den Hamster

Das meiste Obst enthält Zucker, das sich negativ auf die Gesundheit Ihres Hamsters auswirken kann. Generell gilt daher, Obst nur ab und zu und in kleinen Mengen zu füttern.

Süße Obstsorten, Zitrusfrüchte und Steinobst sind deswegen für den Hamster tabu. Die in den Samen von Steinobst enthaltene Blausäure ist für den Hamster zudem giftig.

Apfelstücke, Erdbeeren und Himbeeren dürfen Sie hin und wieder in kleinen Mengen an den Hamster verfüttern. Wassermelone sollte nur besonders selten gereicht werden, da sie viel Wasser enthält. Der hohe Wassergehalt der Melone kann die Nieren des Hamsters überfordern.

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Wichtige Regeln für die Fütterung von Frischfutter

Diese Dinge sollten Sie bei der Fütterung von Frischfutter an Ihren Hamster beachten:

  • Saftfutter wie Gemüse und Obst darf nur in so großen Mengen gefüttert werden, wie der Hamster auch in einer Nacht fressen kann. Frischfutter verdirbt schnell. Entfernen Sie es spätestens am nächsten Tag wieder aus dem Käfig. Suchen Sie auch im Schlafhäuschen und in anderen Verstecken Ihres Hamsters nach den Futterresten.
  • Das Saftfutter sollte in einer separaten Keramikschale angeboten werden. Auf keinen Fall sollten Sie Frischfutter auf oder in das Schlafhäuschen legen. Das feuchte Obst oder Gemüse könnte das Holz aufweichen, was eine Schimmelbildung begünstigt.
  • Waschen Sie das Frischfutter gründlich mit warmem Wasser ab, bevor Sie es an Ihren Hamster verfüttern.
  • Grünfutter sollte nie von Wiesenrändern an stark befahrenen Straßen stammen, auch nicht von Feldern, auf denen sich häufig Hunde und Katzen aufhalten. Pestizide, Insektizide, Abgase und Hinterlassenschaften von anderen Tieren können Erkrankungen beim Hamster zur Folge haben.
  • Löwenzahn und Gänseblümchen sind aus dem eigenen Garten besser. Obst und Gemüse für Ihren Hamster sollten aus dem eigenen Anbau stammen. Haben Sie keinen eigenen Garten, ist es empfehlenswert, nur naturbelassenes und frisches Obst und Gemüse zu kaufen.
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Löwenzahn aus dem eigenen Garten ist besonders lecker.© stock.adobe.com/Dušan Zidar

Eiweißhaltiges Futter für Hamster

Lebend- bzw. Eiweißfutter ist ein wichtiger Bestandteil der Hamster-Ernährung. Zwerghamster benötigen von dieser Nahrung sogar viel mehr als Goldhamster. In handelsüblichen Fertigfuttermischungen ist zwar ebenfalls Eiweiß enthalten, diese reichen oft jedoch nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Folgendes Eiweißfutter können Sie an Ihren Hamster verfüttern:

  • Larven
  • Wachsmotten
  • Mehlwürmer (in geringen Mengen)
  • Puppen

Für Zwerghamster eignen sich außerdem besonders gut Bachflohkrebse, da sie viele wertvolle Proteine enthalten.

Naturjoghurt, Quark, Sojasprossen und in kleinen Mengen auch Fisch oder Rindfleisch können den Eiweißbedarf des Hamsters decken. Auch Käse kann der Hamster fressen, insofern er in geringen Mengen verfüttert wird und fettarm ist. Gelegentlich kann man ihm auch das Eiweiß von einem gekochten Ei geben. Das Eigelb sollte jedoch entfernt werden, da es zu cholesterinreich ist.

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Fettarmer Käse schmeckt dem Hamster.© shutterstock.com/asobov

Futter für Ihren Hamster

Damit sich Ihr Hamster immer auf ein leckeres Essen freuen kann, finden Sie hier das beliebteste Futter für Ihren kleinen Nager: 

Nagematerial für Hamster

Hamster sind Nagetiere, und wie ihr Name schon sagt, nagen sie gerne. Sie haben wurzellose Zähne, die ein Leben lang wachsen. Damit diese nicht zu lang werden, müssen Hamster sie durch das Nagen abnutzen. Daher brauchen die Tiere immer reichlich Nagematerial in ihrem Käfig.

Sie können Ihrem Hamster dazu Zweige von Nuss- und Obstbäumen geben, jedoch nicht von Kirsch- und Pflaumenbäumen. Die Äste von Buche, Pappel und Weide eignen sich gut zum Nagen. Achten Sie darauf, dass die Bäume ungespritzt sind. Insektizide schaden auch Hamstern. Heu und Kräuter nimmt der Hamster nicht nur zum Nestbauen her. Er frisst sie auch gerne.

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Walnüsse sind ein gutes Leckerli für Hamster.© stock.adobe.com/stockfoto

Salzleckstein, Nagerstein und Zusatzvitamine

Sogenannte Ergänzungspräparate sind dazu da, um Mängel auszugleichen. Ist Ihr Hamster gesund und wird abwechslungsreich gefüttert, braucht er weder Vitaminzusätze noch einen Salzleckstein in seinem Käfig. Auch ein Überschuss an Vitaminen kann schädlich sein: Zu viel Vitamin C säuert den Urin an, und eine zu hohe Dosis an Vitamin D führt zu Stoffwechselstörungen. Zusätzliche Vitamine sind nur dann sinnvoll, wenn der Nager krank ist.

Auch ein Salzleckstein kann dem Hamster Schaden zufügen, wenn er nicht benötigt wird. Nimmt Ihr Hamster mehr Salze zu sich als sein Körper braucht, werden die Nieren überlastet. Sollte Ihr Hamster jedoch einen Salzleckstein benötigen, dann müssen Sie darauf achten, dass der Nager genügend Trinkwasser zur Verfügung hat. Auch der kalziumreiche Nagerstein kann getrost weggelassen werden, wenn kein Kalziummangel vorliegt.

Ernährung an den Hamster anpassen

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hamster dicker wird, können Sie einmal in der Woche einen Fastentag einlegen. Da bekommt der kleine Nager nur Grünfutter. Bei der Trockenfutter-Fütterung müssen Sie aufpassen, denn Sonnenblumenkerne und Erdnüsse enthalten viele Fette und sind somit Dickmacher.

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