Ausstattung und Zubehör für das Hamstergehege

Damit ein Hamstergehege artgerecht ist, muss es viele Kriterien erfüllen. Neben der Größe ist dabei auch die Ausstattung wichtig. Lesen Sie hier, mit welchem Zubehör Sie Ihrem Hamster ein spannendes und artgerechtes Gehege schaffen.

Hamster sitzt im Haus
Hamster brauchen verschiedene Versteckmöglichkeiten. © Shutterstock.com/Irina Orlova

Der Hamster ist von Natur aus sehr abenteuerlustig. Ob klettern, durch enge Höhlen und Gänge kriechen, hier über einen Stein laufen oder dort unter einem Ast durchkrabbeln – er hat eine sehr ausdauernde Bewegungsfreude. Und eben diese sollte nicht außer Acht gelassen werden, wenn das Gehege für den Hamster eingerichtet wird. Ansonsten können Hamster Verhaltensstörungen entwickeln oder krank werden. Die richtige Ausstattung des Hamstergeheges und die richtige Wahl des Zubehörs ist daher sehr wichtig.

Dabei können Sie ruhig ein wenig herumexperimentieren und herausfinden, woran Ihr Hamster den meisten Spaß hat. Was jeder Hamster natürlich außerdem benötigt, sind Einrichtungsgegenstände, die die Grundbedürfnisse wie Schlafen, Essen und Trinken befriedigen.

Schlafhäuschen und Versteckmöglichkeiten für den Hamster

Ein Hamster hat in freier Wildbahn mehrere kleine Höhlen zum Zurückziehen. Diese sollte er auch bei Ihnen zuhause erhalten. Dabei können Sie ruhig etwas kreativ sein. Abgesehen vom normalen Holz-Schlafhäuschen (z.B. das Nagerschlafhaus von Dehner*) eignen sich auch folgende Gegenstände als Schlaf- und Versteckmöglichkeit für Hamster:

  • ausgehöhlte Kokosnuss (Von Trixie gibt es beispielsweise ein 3er-Set aus Kokosnuss-Halbschalen*, in denen sich Ihr Hamster verstecken kann.)
  • Blumentopf aus Ton, der eine Abflussöffnung besitzt
  • eine kleine Höhle aus geflochtenem Gras* 
  • Zum Verstecken laden Röhren aus Kork oder anderen Baumrinden ein. Sie sind aus natürlichem Material und werden gerne von Hamstern angenommen.
  • Es gibt auch Hamsterhäuser, die innen ein kleines Labyrinth haben, zum Beispiel das Labyrinthhaus von Trixie*.
Ein Schafhäuschen aus Plastik ist ungeeignet.

Generell sollten Sie darauf achten, dass das Hamster-Häuschen groß genug für den Nager ist. So groß sollte das Hamsterhäuschen mindestens sein:

  • Goldhamster-Häuschen: Grundfläche 19 x 14 cm, Höhe 14 cm, Einschlupfloch 7 cm Mindestdurchmesser
  • Zweghamster-Häuschen: Nicht kleiner als eine Grundfläche von 14 x 12 cm, Einschlupfloch 5 cm Mindestdurchmesser
Hamsterhaus
Blumentöpfe aus Ton sind beliebte Schlafplätze bei Hamstern.© stock.adobe.com/Punyaphat

Futter- und Trinkplatz für Ihren Hamster

Generell sollten Sie das Hamsterfutter in zwei Futterschalen anbieten: Eine für das Körnerfutter, eine für das Frischfutter. So können Sie genau sehen, welche Menge Ihr Hamster täglich verbraucht und was er am liebsten frisst. Außerdem ist es auch wesentlich hygienischer, als das ganze Futter quer über das gesamte Gehege zu verteilen.

Zur Beschäftigung des Hamsters können Sie ihm selbstverständlich dennoch einzelne Leckerbissen in seinem Gehege verstecken. Er wird es lieben, nach ihnen zu suchen.

Die Futterschale sollte nicht zu groß sein, sodass der Hamster nicht in seinem Futter sitzen kann und die Nahrung mit Kot und Urin verschmutzt. Ideal ist eine Ton-, Keramik- oder Porzellanschüssel mit einem Durchmesser von etwa 5 cm und einem ca. 2 cm hohem Rand, der nach innen geht. So geht auch nichts daneben, wenn der Hamster mal wieder in seinem Element ist und in der Futterschale nach Leckereien buddelt. Geeignete Futterschalen sind zum Beispiel die kleinen Keramik-Futterschalen von PhoenixDN*.

Auch wenn Hamster in ihrem natürlichen Lebensraum kaum Wasser zu sich nehmen, da sie die benötigte Flüssigkeit über Frischfutter aufnehmen, darf eine Trinkflasche mit frischem Wasser als Zubehör im Hamstergehege nicht fehlen. Am besten eignet sich eine Nippelflasche, die von außen am Käfig montiert wird. Diese sollte einen Kugelverschluss haben.

Hamsterfutter
Körnerfutter sollte dem Hamster in einer kleinen Schale angeboten werden.© shutterstock.com/279photo ​​​​​​​

Ein Laufrad für den Hamster – notwendig oder schädlich?

Das Hamster-Rad wurde in den vergangenen Jahren oft diskutiert: Tut es dem rennbegeisterten Hamster nun gut oder doch nicht? Hierzu hat die Universität Bern eine Studie durchgeführt.

 "Unter dem Vorbehalt, dass das Laufrad konstruktionsbedingt keine Gefahrenquelle darstellt und einen hinreichenden Durchmesser aufweist, kann ein Laufrad für die Heimtierhaltung von Goldhamstern tendenziell empfohlen werden", so Evelyn Vonlanthen, die eine Doktorarbeit über diese Studie verfasst hat.

Bei dieser Studie wurde das Verhalten von Hamstern, die in einem Käfig mit Laufrad leben, mit Hamstern verglichen, deren Käfig ohne Laufrad ausgestattet war. Dabei fiel auf, dass die Tiere mit Hamsterrad wesentlich seltener an Gitterstäben nagen.

Die Befürchtung, dass sich die Laufradnutzung zu einer Art Sucht entwickeln könnte, hat die Forschungsgruppe auch widerlegen können. Mit dem Alter nehme die Laufradaktivität ab. Wenn der Hamster nicht mehr so fit ist, ob aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen, dann läuft er auch nicht mehr so viel. Auch säugende Weibchen nutzen das Hamster-Laufrad kaum oder gar nicht.

Es handelt sich also in den meisten Fällen um keine zwanghafte Befriedigung des Bedürfnisses in jeder Lebenslage. Vielmehr entwickeln die kleinen Nager in der Regel einen "vernünftigen" Umgang mit dem Sportgerät.

Tipp: Wenn Sie sich unsicher sind was das Hamsterrad anbelangt, können Sie Ihrem Hamster das Laufrad auch nur für ein paar Stunden am Tag zur Verfügung stellen.

Diese Kriterien muss ein Hamsterrad erfüllen

Nur, wenn das Hamsterrad einige Kriterien erfüllt, ist es wirklich für Ihren Hamster geeignet. Diese Kriterien sind:

  • Die Lauffläche sollte geschlossen sein, da sich die Hamster sonst zwischen den Sprossen verletzen könnten.
  • Das Rad sollte zu einer Seite hin komplett verschlossen sein und zur anderen Seite hin offen, um ein Einklemmen zwischen dem Ständer und der Achse zu vermeiden.
  • Das Rad sollte nicht aus Plastik sein.

Diese Bedingungen treffen zum Beispiel auf das Korklaufrad von Getzoo* oder das Holzlaufrad von Kerbl* (beide in verschiedenen Größen erhältlich) zu.

Auch die Größe des Laufrads ist wichtig. Generell lässt sich sagen, dass der Hamster in dem Laufrad gerade stehen können sollte, also ohne, dass sich sein Rücken durchbiegt. Die Mindestdurchmesser sind für die unterschiedlichen Hamsterrassen:

Hamsterrad
Das Hamsterrad muss hochwertig verarbeitet sein.© stock.adobe.com/Johannes Menge

Ein Sandbad für den Hamster

Ein Einrichtungsgegenstand, der in einem Hamstergehege ebenfalls nicht fehlen sollte, ist ein Sandbad*. Der Sand sollte ohne Aniszusatz sein. Am besten eignet sich Chinchilla-Sand*. Hamster lieben es, in diesem Sandbad zu graben. Zwerghamster nutzen ihn auch ausgiebig zur Fellpflege. Sie wälzen sich darin, wodurch das Fell richtig schön glänzt. Außerdem verhindert das Buddeln im Sand, dass die Krallen der Hamster zu lang werden. In einigen Fällen nutzen Hamster die Sandschale auch als Toilettenplatz.

Beschäftigungsmöglichkeiten im Hamstergehege

Das Hamstergehege muss dem Hamster auf jeden Fall ausreichend Beschäftigung bieten. Mit einem Laufrad alleine ist das nicht getan! Da Hamster das Abenteuer lieben, sollten sie reichlich Spiel- und Sportmöglichkeiten im Käfig angeboten bekommen. Nur so wird sich Ihr Hamster bei Ihnen wohlfühlen. Ihrer Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt:

In Zoofachhandlungen gibt es die verschiedensten Sport- und Spielgeräte für den Hamster, zum Beispiel die Hängebrücke von Trixie*. Sie besteht aus verschiedenen Leitern und Kletterelementen, mit denen sich Ihr Hamster richtig austoben kann. In der Hamsterburg von Kerbl* kann Ihr Hamster durch Tunnel flitzen und sich verstecken. Und mit dem Wonderland Spielplatz von Karlie* hat Ihr Nager gleich einen ganzen Parcours aus verschiedenen Beschäftigungs-Möglichkeiten.

Auch dieses Zubehör sollte nicht aus Kunststoff sein. Die beste Wahl ist unbehandeltes Holz oder Ton.

DIY: Tunnelparadies für den Hamster selber machen

Sie können Ihrem Hamster auch ganz einfach sehr günstiges, selbst gemachtes Spielzeug anbieten. Mit Pappröhren von Küchenpapier lassen sich ganz tolle Tunnelsysteme basteln. Schneiden Sie in ein langes Papprohr kreisrunde Löcher hinein, in die Sie wiederum andere Pappröhren stecken und auf diese Weise miteinander verbinden.

Je mehr Abzweigungen, desto komplexer und interessanter wird es für den kleinen Nager. Verwenden Sie dazu grundsätzlich nur lösungsmittelfreien Klebstoff. Außerdem sollte der Röhrendurchmesser mindestens 5 cm, und die Röhren sollten nicht länger als 30 cm sein. Sorgen Sie durch kleine Löcher in den Papprollen für eine ausreichende Belüftung im selbst gebastelten Röhrensystem. 

In diesem Text verwenden wir sogenannte Affiliate-Links. Produkte, die mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind, können Sie käuflich erwerben. Kommt der Kauf zustande, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr zum Thema Affiliate finden Sie hier.

"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
632110.jpg