Meerschweinchenkäfige schön gestalten

Da sich das Leben von Meerschweinchen zum Großteil im Käfig abspielt, sollte dieser möglichst interessant gestaltet werden. Mit ein paar Gestaltungstipps und kreativen Ideen wird aus einem gewöhnlichen Meerschweinchenkäfig schnell eine individuelle Heimat für ein langes und abwechslungsreiches Nagerleben.

Mit dem richtigen Gehege fühlt sich Ihr Meerschweinchen bei Ihnen wohl.
Mit dem richtigen Gehege fühlt sich Ihr Meerschweinchen bei Ihnen wohl. © Michael Tieck-stock.adobe.com

Bevor Sie sich entschließen ein Meerschweinchen als Familienmitglied aufzunehmen, sollten Sie sich zuerst nach einem geeigneten Käfig umsehen. Diesen können Sie mit etwas handwerklichem Geschick entweder selber bauen oder im Fachhandel erwerben. Dort ist jedoch darauf zu achten, dass die Gitterstäbe abgerundet sind, um eine Verletzungsgefahr für Ihre Meerschweinchen auszuschließen.

So groß sollte ein Meerschweinchenkäfig sein

Bei der richtigen Käfiggröße sollten Sie sich an einer Größenordnung von mindesten 0,5 m² pro Tier orientieren. Da die paarweise Haltung von Meerschweinchen heute dem Standard für eine artgerechte Haltung entspricht, sollte ein Meerschweinchengehege dementsprechend mindestens einen Quadratmeter groß sein.

Dieser Platz erscheint zuerst recht groß, aber allein die Grundausstattung benötigt schon einen großen Anteil dieses Platzes. Dazu zählen:

  • mindestens ein Schlafhäuschen pro Tier
  • getrennte Futternäpfe für Trockenfutter und Frischfutter wie Obst und Gemüse
  • Heuraufe
  • Trinkflaschen

Ein Meerschweinchenkäfig sollte nicht planlos, sondern gezielt in verschiedene Bereiche eingeteilt werden. Wichtig ist hierbei die Trennung von Wohn- und Futterbereich sowie einem Bereich für die Fitness der Tiere mit freien Flächen, die genügend Bewegung ermöglichen.

Besonders bei größeren Gruppen von Tieren sorgen die abgetrennten Bereiche dafür, dass kein unnötiger Stress unter den Meerschweinchen entsteht. Denn die Bedürfnisse von Tieren können ähnlich wie die von Menschen sehr verschieden sein. Meerschweinchen, die mehr Ruhe und Schlaf brauchen werden so von ihren aktiveren Artgenossen nicht gestört.

Der Futterbereich von Meerschweinchen

Da Heu zu den Hauptbestandteilen der Ernährung von Meerschweinchen zählt, sollten Sie es den Tieren an einer zentralen Stelle des Käfigs anbieten. Dazu lässt sich am besten eine Heuraufe verwenden. Diese wird entweder im oder am Käfig angebracht und sorgt dafür, dass das Heu nicht verschmutzt und es den Meerschweinchen zudem immer in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Die getrennten Futternäpfe sollten eine ausreichende Größe haben, damit auch mehrere Tiere gleichzeitig fressen können. Wasser können Sie Ihren Meerschweinchen entweder über einen Wassernapf oder eine Trinkflasche bereitstellen. Letztere muss weniger häufiger ausgewechselt werden und wird zudem nicht von Futter oder Streu verunreinigt.

Mit einem Futterball sorgen Sie auch beim Fressen für ausreichend Beschäftigung. Die Futterbälle können sowohl aufgehängt als auch am Boden befestigt werden. Spielerisch kann das Meerschweinchen so durch Ausprobieren und etwas Anstrengung den leckeren Inhalt als Belohnung erhalten. Der Futterball kann auch mit einer Glocke gekauft werden, die dann zusätzlich als Spielzeug verwendet wird.

Ein Futterbaum beschäftigt die Meerschweinchen.   ©Joline-stock.adobe.com

Der Wohnbereich von Meerschweinchen

Im Wohnbereich des Käfigs befinden sich die Schlaf- und Ruhemöglichkeiten für die Meerschweinchen. Dabei können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen: Die Häuser können sowohl in verschieden Ecken des Meerschweinchenkäfigs angeordnet oder wie in einem kleinen Dorf nebeneinandergestellt werden. Wichtig zu beachten ist:

  • Die Häuser sollten so groß sein, dass sie auch zwei oder mehr Tieren Platz bieten.
  • Häuser, die sich über mehrere Ebenen erstrecken, sollten immer über ein Brett und nicht über eine Leiter ereichbar sein, da Meerschweinchen nicht so gute Kletterer sind.
  • Schlafhäuser brauchen mehrere Ausgänge.
  • Meerschweinchen sollten nicht in Fenstern steckenbleiben können.

Auch ein Unterschlupf wird von vielen Meerschweinchen als Rückzugsmöglichkeit genutzt. Unter einem Brett fühlen sich die Meerschweinchen ebenfalls wohl, wenn Sie vor neugierigen Blicken mit Heu geschützt sind. Für Abwechslung beim Nickerchen im Meerschweinchenkäfig sorgen Nagerzelt und Kuschelbetten. Diese sind waschbar und somit nicht nur ein optisches Highlight im Meerschweinchenkäfig, sondern auch sehr praktisch.

Meerschweinchen brauchen eine Ruhezone in ihrem Käfig.  © Tasaki FP- stockadobe.com

Fitnessbereich für Meerschweinchen

Auch in einem auf den ersten Blick eher gemütlich wirkenden Meerschweinchen kann sich eine echte Sportskanone verstecken. Deshalb ist es wichtig, in einem Meerschweinchenkäfig einen Platz für die Fitness zu reservieren und Beschäftigungs- und Spielmöglichkeiten für die Meerschweinchen einzubauen. Abgestimmt nach dem Alter der Tiere trainieren Wippe, Hängematte und Co. die Fitness und Geschicklichkeit Ihrer Meerschweinchen. Mit Röhren aus stabiler Teppichrolle und Hindernissen können Sie sogar eigene Fitnessparcours aufbauen. Für die Gestaltung dieser Hindernisse können Sie sowohl Äste als auch Steine verwenden. Die Steine helfen dabei, die Krallen zu pflegen, und lassen diese nicht zu lang wachsen.

Obsthölzer wie Apfel- oder Birnenzweige können sogar mit Laub im Fitnessbereich des Meerschweinchenkäfigs platziert werden, da die Blätter und Äste auch bedenkenlos als Futter dienen können. Auch ein Futterbaum kann im Fitnessbereich aufgestellt werden. Dieser wird mit kleinen Belohnungen wie Möhren oder Gurken gespickt und kann von den Meerschweinchen nur durch Strecken und Geschick erreicht werden. Schließlich hat Ihr Meerschweinchen nach so vielen sportlichen Aktivitäten ein kleines leckeres Extra auch mehr als verdient.

Für zusätzliche Bewegung sollten Sie Ihren Meerschweinchen zudem regelmäßig Freilauf in der Wohnung gewähren. Achten Sie dabei darauf, dass keine Gefahrenquellen für das Meerschweinchen bestehen.

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