Das dürfen Ratten nicht fressen

Obwohl Ratten sogenannte Allesfresser sind, gibt es einige Nahrungsmittel, die nicht für die Fütterung geeignet sind. Welche Unverträglichkeiten Ratten haben, erfahren Sie hier.

Das dürfen Ratten nicht essen
Käse schmeckt den Ratten gut.© sakavichanka – shutterstock.com

Ratten haben einen sehr empfindlichen Magen und sind nicht in der Lage, schwer verdauliche Nahrung zu erbrechen. Deswegen ist es besonders wichtig, auf einen gesunden und vielfältig gestalteten Speiseplan zu achten.

Wichtige Bestandteile des Rattenfutters sind Trockenfutter, Frischfutter (Gemüse und Obst), sowie kleinere Portionen tierischer Nahrung. Nur so werden die Tiere mit allen essentiellen Nährstoffen versorgt.

Hauptbestandteil des Rattenfutters

Der größte Teil der Futtermischung besteht aus Körnern. Zur Abwechslung können Sie hin und wieder auch ungesüßtes Nuss- oder Fruchtmüsli, Haferflocken oder ungesüßte Cornflakes reichen. Achten Sie dabei darauf, diese Extras nicht zu oft zu verfüttern, da Nüsse beispielsweise sehr viel Fett enthalten. Das schadet dem Rattenkörper.

Eine abwechslungsreiche Ernährung bedeutet aber nicht, dass Sie bei der Fütterung ständig etwas Neues ausprobieren sollten. Auf ungewohnte Nahrungsmittel können die Tiere nämlich mit Unverträglichkeit reagieren. Daher ist bei Futterumstellungen immer Vorsicht geboten! Im Übrigen bevorzugen Ratten Bekanntes und vermeiden alles, was fremd für sie ist.

Tipp: Oft picken sich die Ratten nur die leckersten Körner aus den Futtermischungen heraus, was zu einer nicht ausgewogenen Ernährung führt. Füllen Sie daher den Futternapf erst dann auf, wenn dieser leer ist.

Lose Körnermischungen sind besser als Futterpellets. © Alekss – stock.adobe.com

Frischfutter für Ratten

Ratten bekommen zusätzlich zum Trockenfutter täglich frisches Obst und Gemüse. Reichen Sie dieses jedoch nur in kleinen Mengen, da viel Frischfutter unverträglich ist (Durchfall, Blähungen) und vor allem weibliche Ratten nicht gefressenes Futter gerne horten – das würde dann nur faulen und verschimmeln!

Sie können die meisten Obst- und Gemüsesorten ohne Bedenken verfüttern, allerdings müssen sie gründlich gewaschen und entkernt werden. Die Kerne, beispielsweise aus Kirschen, Pfirsichen oder Äpfeln, enthalten Blausäure – nehmen Ratten Blausäure auf, so führt das zu schweren Vergiftungen oder zum Tod.

Ungeeignet für Ratten sind auch stark fruchtsäurehaltige Obst- und Beerenarten oder Zitrusfrüchte. Der hohe Zuckeranteil führt zu Durchfall; die enthaltene Säure reizt die Schleimhäute und säuert den Urin an.

Achtung vor Exoten:

Exotische Früchte wie Papaya, Cherimoya, Curuba, Granatapfel, Guaven, Physalis, Kumquat, Litschi, Mangos, Papaya etc. führen bei Verzehr zu schweren Verdauungsstörungen und sollten nicht verfüttert werden.

Bei der Verfütterung von Gemüse müssen Sie auf die Schärfe und den Oxalsäuregehalt achten.  Lauch- und Zwiebelgewächse, Pepperoni oder Radieschen sind für Ratten zu scharf. Blattspinat, Rote Beete oder Mangold enthalten viel Oxalsäure und schädigen dadurch die Nieren der Ratten.

Bedenklich sind auch Kohlgewächse wie Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Rosenkohl oder Rotkohl. Sie sind dafür bekannt, Blähungen zu verursachen – diese können je nach Stärke bis zum Tod der Ratte führen. Salate verfüttern Sie am besten nur in geringen Mengen und möglichst in der Saison, da sie in der Regel stark nitrathaltig sind und in großen Mengen zu Beschwerden des Magen-/Darmtraktes führen können.

Avocados sind sogar schwer giftig für Ratten und führen in unreifem Zustand zu Durchfall.

Checkliste Gemüse:

Absolut nicht geeignet sind z. B.:

  • Aubergine,
  • Avocado,
  • rohe Kartoffeln,
  • Radieschen,
  • Rettich,
  • Bohnen,
  • Rhabarber und
  • Zwiebelgewächse (Schnittlauch, Porree, Knoblauch und Zwiebeln).

Frischfutter in kleinen Stücken bekommt den Ratten am besten. © Billion Photos – shutterstock.com

Kräuter, Blätter, Blüten, Zweige für Ratten

Auch Kräuter und Blätter gehören zum abwechslungsreichen Speiseplan der Ratten. Sie können frisch oder auch getrocknet verfüttert werden. Einige Kräuter haben schmerzlindernde Wirkungen. Dazu gehört Basilikum, der bei Verdauungsbeschwerden krampflösend, appetitanregend und beruhigend wirkt, oder auch Brennnessel, die bei Nieren- und Blasenproblemen harntreibend wirkt.

Verfüttern Sie allerdings keine Giftpflanzen, wie Wacholder, Tollkirsche, Amaryllis oder Christrose – diese führen auch bei Ratten zum Tod.

Zweige und Äste mit Blättern und Blüten sind eine gute Ergänzung zum Hauptfutter und eignen sich gut zur Abnutzung der Rattenzähne. Zu den unbedenklichen Zweigen zählen Apfel- und Birnenbäume, Haselnusssträucher oder von Johannisbeer- und Heidelbeersträucher.

Ungeeignet sind Nadelhölzer. Das klebrige Harz und die ätherischen Öle sind stark unverträglich.

Ratten sind keine Vegetarier

Ratten brauchen hin und wieder Eiweiße tierischen Ursprungs. Hier bietet es sich an, zwei- bis dreimal in der Woche ungesüßte Milchprodukte wie Joghurt oder Magerquark zu füttern. Auch fettarmer Käse wird in kleinen Mengen gerne gefressen. Auch ein hart gekochtes Ei mit Schale wird oft angenommen.

Mythos Allesfresser:

Trotz ihrem Ruf als Allesfresser haben Ratten folglich einen sehr empfindlichen Magen und vertragen viele Nahrungsmittel nicht, die auf den ersten Blick unbedenklich erscheinen. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht dürfen Ratten auch keine Speiseabfälle oder gewürzten Nahrungsmittel erhalten.

Brot ist ebenfalls für Ratten ungesund und oft schwer verdaulich, da es viel Salz, Konservierungsstoffe und Stärke enthält. Außerdem kann getrocknetes Brot Schimmelspuren enthalten, was schädlich für Ratten ist.

Geben Sie Ihrer Ratte kein Brot, dies ruft Verdauungsstörungen hervor. © Bilanol – shutterstock.com

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