Vogellexikon

Buchfink

Buchfinken sind nicht nur in Europa weit verbreitet. Erfahren Sie im Buchfink-Steckbrief Details über die Fortpflanzung, Verhalten, Kommunikation und Ernährung des Buchfinken.

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Der männliche Buchfink hat ein charakteristisches Aussehen.© stock.adobe.com/fsanchex

Buchfinken bewohnen die lichten Wälder, Gärten und Parks Europas. Doch nicht nur hier sind sie verbreitet: Die Buchfinken-Schwärme findet man unter anderem auch in Steppen Nordafrikas, auf den Kanarischen Inseln oder am Kaspischen Meer.

Steckbrief

Körperlänge: 14 -16 cm
Gewicht: 20 - 23 g
Lebenserwartung: 1 bis 2 Jahre
Verbreitung: Europa, Nordafrika, Westasien
Lebensraum: Lichte Wälder, Gärten, Parks
Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

Klasse: Vögel
Ordnung: Sperlingsvögel
Familie: Finken
Gattung: Edelfinken
Art: Buchfink (Fringilla coelebs)

Aussehen

Der Buchfink hat einen blaugrauen Kopf und eine rotbraune Brust. Er ist gut an seinen beiden breiten, weißen Flügelbinden, weißen Schwanzkanten und seinem graugrünen Bürzel zu erkennen. Der Buchfink ist etwa so groß wie der Haussperling, insgesamt jedoch schlanker. Der Schwanz des Buchfinken ist hingegen etwas länger.

Buchfink-Männchen haben einen braunen Rücken, bei den Buchfink-Weibchen ist er grünbraun. Die weißen Flügelbinden sind bei den weiblichen Buchfinken schmäler.

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Das Buchfink-Weibchen sieht weniger auffällig aus.© stock.adobe.com/popovj2

Fortpflanzung und Entwicklung

Buchfinken erlangen ihre Geschlechtsreife im Frühjahr des zweiten Kalenderjahres. Die Buchfink-Männchen verlassen dann meist ihren kleinen Schwarm. Sie lassen sich in Baumwipfel nieder, um ihr Brutrevier zu kennzeichnen. Auch wenn dabei häfuig schon Brutplätze geprüft werden, entscheidet letztendlich das Buchfink-Weibchen, wo gebrütet wird.

Als Nistplätze dienen dem Buchfink Astgabeln oder Gebüsche. Das Nest wird vom Buchfink-Weibchen aus Gräsern, Mossen, Halmen, Flechten und feinen Wurzeln gebaut. Innen ist das Nest mit Federn gepolstert.

In der Zeit von Mai bis Juni kommt es zu ein bis zwei Bruten. Die vier bis fünf bläulich-weißen, lila gefleckten Eier werden ca. zwei Wochen lang bebrütet. Nach dem Schlupf füttern beide Buchfink-Eltern die Jungen, die bereits zwei Wochen später flügge sind.

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Die Eier des Buchfinken sind gefleckt.© stock.adobe.com/fotoparus

Lebensweise und Verhalten

Buchfinken bewohnen die lichten Wälder, Gärten und Parks Europas. Sie sind aber auch in Steppen und Wüstenzonen Nordafrikas, auf den Azoren, Madeira, den Kanarischen Inseln und ostwärts bis Mittelsibirien und zum Kaspischen Meer anzutreffen.

Buchfinken führen in der Regel eine monogame Brut- oder Saisonehe. Die Brutplatztreue ist bei Buchfinken hoch – ein Großteil der Buchfinken kehrt wieder zu den Brutplätzen des Vorjahres oder in deren unmittelbare Nähe zurück.

In kleinen Verbünden lebend, steckt das Buchfink-Männchen zur Brutzeit das Revier ab, das es gegenüber Rivalen verteidigt. Nur, um Nahrung zu suchen, begibt sich der Buchfink auf neutrales und zum Teil auch fremdes Territorium. Dies wird von den Reviergegnern meistens toleriert, solange es stumm bleibt.

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Buchfinken bleiben normalerweise in ihrem Revier.© stock.adobe.com/VOLODYMYR KUCHERENKO

Kommunikation

Der Buchfink kann mit vielfältigen Geräuschen kommunizieren. Von einem weichen "jupp", das der Buchfink bevorzugt im Flug hören lässt, bis zum scharfen "fink!", das dem Ruf der Kohlmeise sehr ähnlich ist.

Bekannt ist derBuchfink für seinen Regenruf, der lokal variiert und in Nordeuropa häufig als kraftvolles "hüitt" und in Mitteleuropa oft rollender und gerader als "rrhü" vorgetragen wird. Diesen Ruf lässt der Buchfink nur während der Brutzeit erklingen. Seinen Namen trägt der Regenruf des Buchfinken deshalb, weil der Buchfink ihn kurz bevor oder mit dem Regen hören lässt, wenn die Rufe der anderen Vögel bereits verstummt sind.

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Ernährung

Buchfinken ernähren sich während der Brut und Mauser überwiegend von Insekten wie Raupen, Blattläusen, Käfern, Ameisen, Spinnen und anderen Kleintieren. Außerhalb dieser Zeit ernährt sich der Buchfink überwiegend von Pflanzen.

Der Buchfink nimmt gerne ausgereifte Samen, Gräser, Beeren, Früchte und Sämereien zu sich. Die Nestlinge des Buchfinken werden ausschließlich mit tierischer Nahrung gefüttert. 

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Buchfinken ernähren sich auch von Samen.© stock.adobe.com/bennytrapp

Hätten Sie's gewusst?

Buchfinken wählen ihre Nistplätze oft in unmittelbarer Nachbarschaft zu brütenden Singdrosseln oder Amseln. Der Grund: Vermutlich fühlt sich das brütende Buchfink-Weibchen in der Gemeinschaft mit anderen Brutvögeln sicherer.

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