Tiere im Frühling

Im Frühling beginnt das Leben nach der kalten Jahreszeit in die Natur zurückzukehren. Tiere erwachen aus dem Winterschlaf, Zugvögel kehren zurück und Tierbabys werden geboren. Wir zeigen Ihnen, was in der Tierwelt im Frühling los ist!

Rehkitz auf der Wiese
In der Tierwelt ist im Frühling einiges los!© slowmotiongli-stock.adobe.com

Am 1. März beginnt der kalendarische Frühling in Deutschland. Und in dieser Jahreszeit geht es in der Tierwelt so richtig rund! Die Tage werden immer wärmer und länger, die Tiere aktiver. Winterschläfer und Zugvögel kehren zurück, die Balz- und Brutzeit bei den Vögeln beginnt und viele Tierbabys werden geboren! Der Frühling ist die optimale Jahreszeit zum Beobachten von Tieren. Was in den Frühlingsmonaten März bis Mai in der Tierwelt los ist, erfahren Sie hier.

Aufwachen aus Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre

Wenn die Temperaturen wärmer werden, kehren Tiere aus Winterruhe, Winterschlaf und Winterstarre zurück:

  • Aus dem Winterschlaf wachen z.B. Fledermäuse, Siebenschläfer und Igel auf. Etwa ab April gehen sie wieder auf Nahrungssuche.
  • Eichhörnchen halten eine Winterruhe, bei der sie weniger aktiv sind und nur gelegentlich Vorräte zum Fressen ausgraben. Im Frühling werden sie wieder aktiver.
  • Amphibien wie z.B. Frösche und Reptilien wie z.B. die Ringelnatter fallen in der kalten Jahreszeit in eine Winterstarre, bzw. Kältestarre. Mit den steigenden Temperaturen wachen sie im Frühling wieder auf.

Heimische Vögel im Frühling

In der Vogelwelt ist im Frühling besonders viel los. Die ersten Frühlingsboten sind Zugvögel, die aus ihren Überwinterungsgebieten im Süden nach Deutschland zurückkehren, um dort zu brüten. Beispiele dafür sind Weißstorch, Kranich, Kuckuck, Mauersegler, Nachtigall, Star und Brachvogel. Die ersten von ihnen kommen schon Ende Februar an, die letzten meist im April (z.B. der Kuckuck).

Balzverhalten von Vögeln

Sobald die Tage wärmer werden und die Sonne scheint, beginnen die ersten Vögel mit der Balz. Bei manchen Vögeln wie z.B. Blaumeise, Waldkauz oder Uhu beginnt diese Zeit sogar schon im sogenannten „Vorfrühling“ im Februar. Dafür legen sich die Männchen ordentlich ins Zeug: Sie singen, plustern sich auf, machen verschiedene Posen und manche führen ihrer Angebeteten sogar einen Tanz vor.

  • Der Star zum Beispiel bereitet zunächst das Nest für den künftigen Nachwuchs vor. Dann platziert er sich direkt vor dem Nesteingang und versucht mit Lauten und Posen ein Weibchen anzulocken.
  • Bei den Fasanen markieren die Hähne ihr Revier mit lauten Rufen und Flügelwirbel. Manchmal gibt es auch Revierkämpfe, bei denen ein junger Hahn versucht, das Revier eines dominanten Fasans zu erobern.
  • Bei den Mäusebussarden gibt es einen gemeinsamen Balzflug, bei dem das Vogelpaar ihr Revier gegenüber anderen abgrenzt. Hören Sie im März „Miau“-Rufe aus der Luft, so handelt es sich wahrscheinlich um balzende Mäusebussarde. Im April legt das Weibchen dann die Eier.
Fasan Balz
Ein Fasan bei der Balz. © die.wilddiebin-stock.adobe.com

Brutzeiten heimischer Vögel

Nach der Balz beginnt dann auch relativ schnell die Brutzeit der Vögel. Von 1. März bis  30. September ist laut Bundesnaturschutzgesetz das Schneiden und Fällen von Bäumen, Sträuchern und anderen Gehölzen im öffentlichen Raum aufgrund der Brutzeit von Vögeln verboten. Hiervon gibt es ein paar Ausnahmen, zum Beispiel wenn es sich um eine gärtnerisch genutzte Grundfläche oder um die Gesunderhaltung des Baumes handelt.

Die Brutzeit kann sich je nach Vogelart über alle Frühlingsmonate und sogar bis in den Sommer hinein ziehen. Hier einige Beispiele:

  • Tannen-, Hauben- und Blaumeise: März/April bis Juni
  • Kohlmeise: März/April bis Juli
  • Rotkehlchen: April bis Juli
  • Spechte: Februar bis Juni/Juli
  • Spatz: März/April bis Juni
  • Buchfink: März bis Juli
  • Garten- und Hausrotschwanz: April bis Juli
  • Kiebitz: April bis Mai, manchmal bis Juni
  • Rebhuhn: April bis Juli, hauptsächlich im Mai
  • Graureiher: März bis Juni
Amsel im Nest
Im Frühling beginnt die Brutzeit der meisten Garten-, Wiesen-, Wald- und Wasservögel. © Harald-stock.adobe.com

Krötenwanderung im Frühling

Im Frühling beginnen Kröten, Frösche und Molche zu wandern. Denn diese Amphibien legen ihre Eier immer genau in die Gewässer, in denen sie selbst geschlüpft sind. Und so kommt es jedes Jahr im Februar, spätestens im März, wieder zu gefährlichen Krötenwanderungen über Straßen und andere Hindernisse.

Zu dieser Zeit sehen Sie mit Sicherheit hier und da sogenannte „Krötenzäune“ am Straßenrand. Sie werden von verschiedenen Naturschutzorganisationen und Freiwilligen aufgestellt, damit die Tiere nicht auf der Straße überfahren werden. Die Tiere fallen stattdessen in Eimer und werden darin von Freiwilligen über die Straße getragen.

Sie wollen sich für den Tier- und Naturschutz engagieren? Fragen Sie einfach mal in der nächsten Ortsgruppe einer Organisation wie dem Nabu oder dem LBV oder einfach im Rathaus nach – vielleicht werden ja noch Freiwillige für das Auf- oder Abbauen des Krötenzauns oder das Transportieren der Kröteneimer gesucht!
Krötenzaun
Im Frühling wandern Kröten zu ihren Geburtsgewässern, auch über Straßen. © Achim Wagner-stock.adobe.com

Paarungszeit und Tierbabys im Frühling

Der Frühling ist die Jahreszeit der Tierbabys! Wohl zu keiner anderen Zeit im Jahr kommen mehr Junge zur Welt als im Frühjahr.

  • Wildschweine: Zwischen März und Mai, manchmal auch schon früher, kommen nach einer Tragzeit von vier Monaten etwa 6 Frischlinge zur Welt.
  • Rehe: Rehkitze werden erst im späten Frühling, also im Mai oder im Juni, geboren.
  • Füchse: Nach einer Tragzeit von 51-54 Tagen werden im März oder April 1-10 Fuchsbabys geboren. Mit ca. fünf Wochen verlassen die Babys das erste Mal den Bau.
  • Dachse: Dachse können sich grundsätzlich von Januar bis Oktober paaren, doch die Hauptpaarungszeit ist im Februar und März, weshalb von Ende Februar bis April nach einer Tragzeit von ca. 1,5 Monaten viele Dachsbabys zur Welt kommen. Pro Wurf sind es 2 bis 5 Jungtiere.
  • Steinmarder: Steinmarder paaren sich im Sommer, doch dann erfolgt eine Keimruhe und der Nachwuchs kommt erst im März oder April des nächsten Jahres zur Welt. Zwischen Paarung und Geburt liegen daher etwa acht Monate, obwohl die Tragzeit nur ca. einen Monat dauert.
Wildschwein-Familie
Im Frühling kommen Frischlinge und viele andere Tierbabys zur Welt. © Randy van Domselaar-stock.adobe.com

Tieren im Frühling helfen

Im Frühling können wir die heimische Tierwelt einfach unterstützen. Sie können zum Beispiel diese Dinge tun:

  1. Nistkasten bezugsbereit machen: Hängen Sie Nistkästen an geeigneten Standorten in Ihrem Garten auf oder säubern Sie bereits existierende, falls Sie das noch nicht gemacht haben.
  2. Igelfreundlicher Garten: Gestalten Sie Ihren Garten möglichst igelfreundlich, um dem Tier einen geeigneten Lebensraum zu bieten.
  3. Achten Sie bei Gartenarbeiten im Frühling, insbesondere beim Heckenschneiden, darauf keine Vogelnester zu zerstören! Naturschutzorganisationen rufen dazu auf, Pflegeschnitte nicht in der Hauptbrutzeit der meisten Vögel von März bis Juni durchzuführen.
  4. Biotop anlegen: Wie wäre es mit einem echten Frühjahrs-Projekt? Legen Sie einen tierfreundlichen Gartenteich an! Das ist nicht nur ein echter Hingucker, sondern ein kleines Biotop und ein Lebensraum für viele verschiedene Tiere.
  5. Fassen Sie Rehkitze, die Sie im Gras liegen sehen, niemals an!
  6. Leinen Sie Ihren Hund beim Spaziergang an, damit er keine brütenden Vögel stören kann. (gilt für Wald und Wiese)
Nistkasten
Mit Nistkästen können Sie Gartenvögeln im Frühling helfen.© Holger T.K.-stock.adobe.com

Natur erleben im Frühling

Der Frühling ist die beste Jahreszeit, um Tiere in freier Wildbahn zu beobachten! Sie können den Vögeln bei einem langen Waldspaziergang lauschen und versuchen, sie anhand ihrer Laute zu erkennen. Oder sie suchen sich zu Hause einen geeigneten Fensterplatz mit Blick auf die nächsten Bäume/Sträucher zum Vogelbeobachten. Wenn Sie schon zum Sonnenaufgang unterwegs sind, laufen Ihnen vielleicht auch andere Tiere über den Weg. Das Balzverhalten von Fasanen ist zum Beispiel am besten in den frühen Morgenstunden zu beobachten.

Mit Kindern kann es spannend sein, die Natur im eigenen Garten zu erleben: Sie können zum Beispiel mit ihnen gemeinsam einen Nistkasten selbst bauen und aufhängen. Oder sie beobachten Marienkäfer, die mit dem Frühlingsbeginn wieder ihren Platz auf Blättern in Garten und Beet einnehmen.

Marienkäfer und Kind
Für Kinder gibt es im Frühling viel in der Natur zu entdecken.© Tomsickova-stock.adobe.com

Tiere auf der ganzen Welt im März, April und Mai

Nicht überall auf der Welt gibt es den Frühling, wie wir ihn kennen. In vielen Regionen, gerade auf der Südhalbkugel, sind die klimatischen Bedingungen um diese Zeit ganz anders. Aber trotzdem ist in dieser Zeit dort einiges los in der Tierwelt. Hier ein paar Beispiele dafür, was auf der restlichen Welt im März, April und Mai passiert:

  • An der Westküste Amerikas brechen Grauwale auf ihre lange Reise in die arktischen Gewässer auf. Ende Februar/März starten sie von ihren warmen Wintergebieten vor Baja California (Mexiko) und halten sich im März und April in den kanadischen Gewässern vor Vancouver Island auf, bevor sie im Mai in der Arktis ankommen.
  • Für die Braunbären in Europa, Amerika & Co. heißt es: Ende der Winterruhe! Zwischen März und Mai verlassen die Tiere ihr Winterquartier und gehen auf Nahrungssuche.
  • In der afrikanischen Savanne beginnt jetzt die Regenzeit. Nach vielen trockenen Monaten ist auch genau das notwendig!
  • Rund 1,5 Millionen Gnus wandern jährlich bei der „Great Migration“ vom Serengeti-Nationalpark in Tansania zum Masai Mara-Nationalpark in Kenia und wieder zurück. Zu Beginn der Regenzeit im März/April brechen sie gemeinsam mit ihren neugeborenen Kälbern von der südlichen Serengeti in den Nordwesten auf, wo die Paarungszeit beginnt.
  • In Asien beginnt im März die Paarungszeit der Pandabären. Sie sind nur einmal im Jahr im Zeitraum von März bis Mai für zwei bis drei Tage empfängnisbereit.
Gnus
Mehr als eine Million Gnus wandern bei der „Great Migration“ durch den Serengeti-Nationalpark.© Carola G.-stock.adobe.com
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