Hund im Büro: So klappt es friedlich und harmonisch

Ob Sie Ihren Hund mit ins Büro nehmen dürfen, entscheidet Ihr Arbeitgeber. Welche Argumente Ihnen dabei helfen können, Ihren Chef von einem Bürohund zu überzeugen und wieso immer mehr Firmen Bürohunde zulassen, erfahren Sie hier.

Bürohundtag_Aufmacher.jpg
Bürohunde können viele Vorteile mit sich bringen.© stock.adobe.com/LIGHTFIELD STUDIOS

Den eigenen Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen: Das wünschen sich immer mehr Hundehalter. Wollen Sie Ihren Chef davon überzeugen, Ihren Hund in die Arbeit bringen zu dürfen, sollten Sie sich gut informieren. Es gibt nämlich viele Vorteile, die ein Bürohund für alle bietet, auch für den Arbeitgeber.

Warum viele Firmen bewusst Hunde im Büro zulassen und weshalb es künftig noch viel mehr Bürohunde geben könnte, hat uns Markus Beyer vom Bundesverband Bürohund e.V. verraten.

Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag

Bürohunde haben sogar einen eigenen Feiertag. Der weltweite „Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag“ wird jedes Jahr am vierten Freitag im Juni gefeiert. Die US-amerikanische Organisation „Pet Sitters International“ rief diesen Feiertag ins Leben. Sie ist die größte Vereinigung von professionellen Tiersittern weltweit.

Das Ziel des „Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag“ ist, dass Kollegen und Arbeitgeber merken, dass sich ein Hund am Arbeitsplatz auf alle positiv auswirken kann und er auch künftig mitgenommen werden darf. In Deutschland unterstützt der Bundesverband Bürohund e.V. diesen Feiertag als „Internationaler Bürohundtag“.

Trotz Feiertag: Nehmen Sie Ihren Hund auch an diesem Tag nicht ohne Erlaubnis Ihres Arbeitgebers mit ins Büro.

Dieses Jahr findet der „Internationale Bürohundtag“ am 25. Juni statt. Der Bundesverband Bürohund e.V. möchte an diesem Tag auf die besonderen Leistungen der Bürohunde hinweisen.
Bürohundtag_Inline1.jpg
Testweise sollen Hunde an diesem Tag mit ins Büro kommen. © stock.adobe.com/bernardbodo

Argumente für einen Bürohund

Den eigenen Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen, bringt längst nicht nur für den Hundehalter viele Vorteile. Vielmehr können mit den richtigen Voraussetzungen alle Beteiligten von einem Bürohund profitieren.

Vorteile für alle Mitarbeiter

Studien haben längst gezeigt, dass Hunde Stress reduzieren – und das tun sie auch am Arbeitsplatz. Wenn Sie einen Hund streicheln, werden Stresshormone wie Insulin und Cortisol eingedämmt und das Glückshormon Dopamin produziert.

Ein Bürohund senkt das Risiko von Dauerstress und damit auch die Gefahr von Burnout. Außerdem sorgen Hunde laut dem Bundesverband Bürohund e.V. für ein besseres Betriebsklima. Streichel- und Spielpausen und Gassirunden entspannen die Mitarbeiter. Das hat zur Folge, dass nach der erholsamen Pause konzentrierter weitergearbeitet wird.

Zusammengefasst kann ein Bürohund folgende Vorteile für alle Mitarbeiter haben:

  • Risiko für Dauerstress wird reduziert
  • Burnout-Risiko wird vermindert
  • besseres Betriebsklima
  • erholsamere Pausen haben höhere Arbeitsleistung zur Folge
Bürohundtag_Inline2.jpg
Eine Gassirunde ist eine wirkungsvolle Pause.© stock.adobe.com/DoraZett

Vorteile für den Hund

Natürlich profitiert auch der Hund selbst davon, wenn er mit ins Büro kommen darf. Er muss nicht allein zu Hause bleiben, sondern darf den ganzen Tag an der Seite seines Menschen verbringen. Das kann natürlich auch die Bindung zwischen Mensch und Hund stärken.

Wenn mehr Firmen einen Hund im Büro zulassen, bedeutet das auch, dass mehr berufstätige Menschen einen Hund halten können. Das könnte vor allem Tierheimhunde eine neue Chance bieten, adoptiert zu werden.

Bürohundtag_Inline3.jpg
Bürohunde sind weniger allein.© stock.adobe.com/LIGHTFIELD STUDIOS

Vorteile für die Firma

Laut dem Bundesverband Bürohund e.V. profitieren auch Firmen davon, wenn Hunde ins Büro mitgenommen werden. Laut dem BVBH-Bürohund-Index 2019 erlebten über 90 Prozent der Mitarbeiter eine Verbesserung des Arbeitsklimas und eine bessere persönliche Work-Life-Balance durch Bürohunde.

Das scheint auch dazu zu führen, dass Mitarbeiter der Firma gegenüber loyaler sind, wenn Bürohunde erlaubt sind. Die Bereitschaft, den Arbeitgeber zu wechseln, ist 41 Prozent niedriger, wenn eine Firma Hunde im Büro zulässt. Das geht aus dem BVBH-Bürohund-Index 2019 hervor.

Ebenfalls wichtig für Firmen: Wer Bürohunde erlaubt, macht sich zu einem attraktiveren Arbeitgeber für Fachkräfte.

Bürohundtag_Inline4.jpg
Arbeitgeber, die Hunde erlauben, sind für viele Fachkräfte attraktiver.© stock.adobe.com/Drazen

Wird es mehr Bürohunde in Zukunft geben?

Wir haben Markus Beyer gefragt, ob es in Zukunft mehr Bürohunde geben wird. Darauf antwortet der Erste Vorsitzende des Bundesverbandes Bürohund e.V. (BVBH) mit einem klaren „Ja“. Schließlich habe die Corona-Pandemie gezeigt, dass Dinge funktionieren, die vorher undenkbar gewesen wären – wie Homeoffice. So könnte das jetzt auch mit Bürohunden passieren.

Markus Beyer vom BVBH ist sich sicher, dass der Druck auf den Arbeitgeber größer wird. Während des Corona-Lockdowns haben sich viele einen Hund zugelegt. „Die Menschen konnten jetzt erleben, welch eine Wirkung ein Hund auf ihre Gesundheit, auf ihr Glücklichsein, auf ihr Leben hat. Und die Menschen werden das nicht mehr missen wollen“, so Beyer.

Laut einer kununu-Umfrage gehören Bürohunde tatsächlich zu den drei gefragtesten Benefits eines Unternehmens. Nur flexible Arbeitszeiten und Homeoffice sind noch beliebter. „Flexible Arbeitszeiten haben wir erreicht. Homeoffice, wovor ganz viele Firmen Angst hatten, haben wir auch erreicht. Und das Dritte wird auch passieren.“, so Beyer. Seine Schlussfolgerung: „In ein, zwei Jahren werden deutlich, deutlich mehr Hunde im Büro sein.“

Wichtige Regeln für Bürohunde

Das Konzept „Bürohund“ kann aber nur funktionieren, wenn sich alle Beteiligten an Regeln halten. Wann Ihr Hund aus rechtlicher Sicht an den Arbeitsplatz mitgenommen werden darf und mit welchen Tricks Hund und Kollegen gut miteinander auskommen, haben wir kurz zusammengefasst.

Erlaubnis einholen

Ihr Hund darf nicht einfach so mit ins Büro kommen. Ihr Arbeitgeber entscheidet, ob Sie Ihren Hund zum Arbeitsplatz mitnehmen dürfen. Tun Sie das ohne Erlaubnis, kann eine Abmahnung folgen. In einem Vertrag können alle wichtigen Regeln für Bürohunde festgehalten werden, wenn der Arbeitgeber zustimmt.

Wichtig: Auch Ihre Kollegen müssen mit dem Hund am Arbeitsplatz einverstanden sein. Holen Sie sich zuerst das Einverständnis Ihrer Kollegen, um Konflikte zu vermeiden. Erkundigen Sie sich auch, ob einer Ihrer Kollegen an einer Hundeallergie leidet.

Haftung bei Schäden klären

In manchen Bundesländern ist eine sogenannte Hundehaftpflichtversicherung bereits Pflicht. Wenn Sie noch keine abgeschlossen haben, kann das sehr sinnvoll sein. Macht der Hund etwas im Büro kaputt, sind Sie abgesichert. Ein versicherter Hund hat außerdem bessere Chancen, vom Arbeitgeber als Bürohund akzeptiert zu werden.

Bedürfnisse des Hundes

Soll der Hund mit ins Büro kommen, braucht er dort auch Zubehör. Nur so kann er sich dort auch wohlfühlen. Dazu gehören unbedingt:

  • Wasser- und Futternapf
  • Schlafplatz
  • Spielzeug

Überlegen Sie, ob Ihr Hund sich wirklich für den hektischen Alltag im Büro eignet. Sehr ängstliche Hunde werden sich im lauten Büro mit vielen Menschen nicht zurechtfinden. Hunde, mit einem freundlichen Wesen, die umgänglich sind, eignen sich am besten als Bürohunde.

Bürohundtag_Inline5.jpg
Auch im Büro braucht der Hund Verpflegung.© stock.adobe.com/przemyslaw iciak/EyeEm

Pausen und Arbeitszeit

Denken Sie daran, dass Ihr Hund Bewegung braucht und Sie hin und wieder eine Pause einlegen müssen. Achtung: Insofern es nicht anders vereinbart wurde, werden Gassi- und Spielzeiten mit dem Hund von der Arbeitszeit abgezogen.

Hygiene am Arbeitsplatz

Bürohunde sollten immer geimpft und entwurmt sein. Der Hundehalter ist dazu verpflichtet, Hundehaare oder anderen durch den Hund verursachten Schmutz zu beseitigen. Die Reinigung dafür zählt nicht als Arbeitszeit.

Andere Bürohunde

Je mehr Bürohunde bereits an Ihrem Arbeitsplatz sind, desto genauer sollten Sie abwägen, ob es sinnvoll ist, den eigenen Hund mitzunehmen. Überlegen Sie: Wie verträglich ist Ihr Hund mit Artgenossen? Wie reagieren die anderen Hunde auf Ihren Hund?

Hund ans Büro gewöhnen

Manche Hunde brauchen länger als andere, um sich an den Alltag im Büro zu gewöhnen. Es kann sinnvoll sein, Ihren Hund erst ab und zu mitzunehmen. Erst nach ein paar Probeläufen begleitet Ihr Hund Sie jeden Tag ins Büro.

Ein bekannter Schlafplatz von zu Hause und Futter, das Ihr Hund bereits gewohnt ist, helfen ihm dabei, sich schneller einzugewöhnen. Ihr Hund sollte die Kollegen nacheinander kennenlernen und nicht alle auf einmal.

Bürohundtag_Inline6.jpg
Mit bekannten Gegenständen gewöhnt sich der Hund schneller ans Büro.© stock.adobe.com/filmbildfabrik

Den Arbeitgeber vom Bürohund überzeugen

Bevor Sie Ihren Arbeitgeber davon überzeugen, wie sinnvoll Hunde im Büro sind, sollten Sie zuerst auf Ihre Kollegen zugehen. Versuchen Sie, ihnen die Vorteile eines Bürohundes näherzubringen.

Erst dann können Sie die Argumente, die für einen Bürohund sprechen, Ihrem Chef präsentieren. Außerdem kommt es sicher gut an, wenn Sie ihm bereits einige Regeln für Ihren Bürohund vorstellen.

Professionelle Beratung finden Sie beim Bundesverband Bürohund e.V. Der Verein klärt Arbeitnehmer und Arbeitgeber über die Vorteile eines Bürohundes auf und hilft dabei zu prüfen, ob das Konzept „Bürohund“ auch an Ihrem Arbeitsplatz funktionieren kann.

"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
632110.jpg