Impfungen bei Hunden

Impfungen trainieren auch bei Hunden das körpereigene Immunsystem und schützen so auf natürliche Weise vor gefährlichen Infektionskrankheiten. Lesen Sie hier, welche Impfungen für Ihren Hund notwendig sind.

Hund beim Tierarzt
Impfungen werden flächendeckend vom Tierarzt durchgeführt.© didesign – stock.adobe.com

Dank flächendeckender Impfungen sind gefährliche Infektionskrankheiten wie Tollwut, Parvovirose, Staupe, HCC und Leptospirose in Deutschland selten geworden. Doch ausgestorben sind die Erreger dieser Krankheiten nicht. Tatsächlich kommt es auch hierzulande zu Ausbrüchen, weil Hundehalter ihre Tiere nicht ausreichend impfen lassen oder ungeimpfte Tiere aus dem Ausland importieren.

Dabei ist das Prinzip der Impfung so einfach wie genial: Der Tierarzt injiziert dem Hund unschädlich gemachte Erreger, damit das Immunsystem die Erreger kennenlernt und sich auf sie vorbereiten kann. Wenn der Hund sich nach einer Impfung tatsächlich mit den Erregern infiziert, kann das vorbereitete Immunsystem rasch reagieren und diese auf natürliche Weise vernichten, bevor sie Schaden anrichten. In seltenen Fällen, wenn der Hund trotz Impfung erkrankt, verläuft die Krankheit sehr viel milder als beim ungeimpften Tier.

Die Grundimmunisierung bei Hunden

Entscheidend für den Erfolg der Impfung ist jedoch, dass sie richtig durchgeführt wird. Hierzu gehört eine sorgfältige Grundimmunisierung. Bei der Verwendung bestimmter Lebendimpfstoffe besteht die Grundimmunisierung bei erwachsenen Hunden ausnahmsweise aus zwei Impfungen im Abstand von einem Jahr. Bei den meisten Impfstoffen sind jedoch mindestens drei Impfungen, die ersten zwei im Abstand von drei bis vier Wochen und die dritte nach einem Jahr, für eine Grundimmunisierung nötig. Stark vereinfacht dient die erste Impfung dem Kennenlernen des Erregers und die folgenden dem Aufbau starker Abwehrstoffe.

Welpen müssen für einen wirksamen Schutz häufiger geimpft werden, weil die mütterlichen Abwehrstoffe, die die Welpen mit der sogenannten Kolostralmilch in den ersten Lebensstunden aufgenommen haben, den Impfstoff neutralisieren. Erst wenn die mütterlichen Abwehrstoffe aus dem Blut der Welpen verschwunden sind, können die Impfungen beim Welpen den Aufbau eigener Abwehrstoffe bewirken.

Welpe beim Tierarzt
Welpen müssen oft häufiger geimpft werden.© Lightfield studios – stock.adobe.com

Auffrischungsimpfungen bei Hunden

Nach der Grundimmunisierung müssen die Impfungen bei Hunden in bestimmten Abständen aufgefrischt werden, um ihre Schutzwirkung entfalten zu können.

Die Abstände zwischen den empfohlenen Wiederauffrischungsimpfungen liegen je nach Impfstoff und Infektionsrisiko zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Die Ständige Impfkommission Vet. im Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. unterscheidet Core-Impfungen, die jeder Hund erhalten sollte und Non-Core-Impfungen, die nur bei besonderen Infektionsrisiken zu empfehlen sind.

Core-Impfungen für Hunde

Zu den wichtigen Core-Impfungen, die jeder Hund erhalten sollte, gehören:

  • Tollwut
  • Parvovirose
  • Staupe
  • HCC
  • Leptospirose

Tollwut gilt zwar in Deutschland als ausgestorben, kann aber jederzeit wieder aus dem Ausland nach Deutschland importiert werden. Da Tollwut für Menschen tödlich ist, darf der Amtstierarzt einen Hund beim kleinsten Tollwutverdacht töten – eine korrekte Impfung, die im Impfpass des Hundes oder im Europäischen Heimtierausweis dokumentiert wurde, kann den Hund hiervor schützen.

Parvovirose, Staupe und HCC werden nicht nur regelmäßig mit Hundetransporten nach Deutschland eingeschleppt. Sie kommen auch bei einheimischen, nicht ausreichend geimpften Hunden vor. Das Staupe-Virus wird außerdem durch den Kot von Füchsen oder Waschbären verbreitet. Gerade bei jungen Hunden oder geschwächten Tieren führen diese Krankheiten zu einem qualvollen Tod.

Mit Leptospirose kann sich ein Hund überall infizieren, denn die Erreger dieser Krankheit werden von Ratten mit dem Urin ausgeschieden und sind überall in der Umwelt vorhanden. Auch Leptospirose kann für den Hund tödlich enden.

Schaum vorm Mund
Tollwut erkennt man daran, dass sich Schaum vor dem Mund bildet.© Reddogs – stock.adobe.com

Non-Core-Impfungen für Hunde

Zu den Non-Core-Impfungen, also den Impfungen, die nur bei besonderen Infektionsrisiken zu empfehlen sind, für Hunde zählen die Impfungen gegen Borreliose, Zwingerhusten, Welpensterben und Hautpilzerkrankungen. Bei entsprechender Gefährdung können diese Impfungen sehr sinnvoll sein. Am besten fragt man seinen Tierarzt, ob er im individuellen Fall zu einer NonCore-Impfung rät, wie zum Beispiel einer Impfung gegen Welpensterben bei einer Zuchthündin oder zur Impfung gegen Zwingerhusten beim Besuch einer Welpenspielgruppe.

Hautpilz
Gegen Hautpilz können Hunde auch geimpft werden.© elen31 – stock.adobe.com

Impfung gegen die Reisekrankheit Leishmaniose bei Hunden

Auch eine Impfung gegen die Reisekrankheit Leishmaniose ist bei Hunden möglich. Wer mit seinem Hund in den Süden reist, muss mindestens neun Wochen vor der Abfahrt mit dem Impfen beginnen, denn für einen belastbaren Schutz ist eine Grundimmunisierung mit drei Spritzen im Abstand von je drei Wochen nötig. Am Urlaubsort muss man zusätzlich zum Impfschutz die Sandmücke als Überträger der Leishmaniose mit entsprechenden Mitteln vom Tierarzt abwehren.

Nebenwirkungen von Impfungen bei Hunden

Nebenwirkungen kommen bei Impfungen vergleichsweise selten vor. Meist handelt es sich dabei um harmlose Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle oder Abgeschlagenheit bis zu einem Tag nach der Impfung. Ernster sind allergische Reaktionen, wie zum Beispiel mit Schwellungen von Hals und Kopf, zu bewerten. Absolute Ausnahmen stellen Schock oder hämolytische Anämien dar.

Der Nutzen von Impfungen ist daher weit höher zu bewerten als eventuelle Risiken. Das höchste Gesundheitsrisiko für den Hund ist jedenfalls, ihn nicht zu impfen!

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