Borreliose beim Hund: Symptome, Diagnose, Behandlung

Die Borreliose ist eine durch Zecken übertragbare Krankheit, die auch Hunde betrifft. Sie ist bei Hunden oft nicht leicht zu erkennen. Hier lesen Sie alles zu Übertragung, Symptomen, Diagnose, Behandlung und Vorbeugung der Borreliose bei Hunden.

Eine Zecke im Hundefell
Die Borreliose wird von Zecken auf Hunde übertragen.© andriano_cz-stock.adobe.com

 Die Borreliose, auch Lyme Disease oder Lyme-Borreliose genannt, ist eine der am häufigsten von Zecken übertragenen Krankheiten – auch bei Hunden. Sie wird durch spiralförmige Bakterien, die sogenannten Borrelien (Borrelia burgdorferi) hervorgerufen.

Wie gefährlich ist Borreliose für Hunde?

Die Bakterien können sich im Körper ausbreiten und sind dazu imstande, Organe zu befallen und entzündliche Gelenks-, Nerven und Herzerkrankungen auszulösen. Auch Nierenentzündungen oder sogar der vollständige Verlust der Nierenfunktion können Folgen der Borreliose bei Hunden sein. Im schlimmsten Fall sind die Folgen tödlich für den Hund.

Allerdings bricht nicht bei jedem Hund, an den Borrelien von einer Zecke übertragen wurden, die Erkrankung auch aus. Bei vielen Hunden bricht die Borreliose nicht aus oder verläuft leicht – oft leichter als beim Menschen. Trotzdem gibt es auch schwere Borreliose-Verläufe bei Hunden, die zu den genannten Folgen führen können. Gerade Hunde, die bereits krank sind, sind anfällig dafür.

Um einen schweren Krankheitsverlauf mit Folgen sowie eine chronische Borreliose zu vermeiden, ist es wichtig, Symptome frühzeitig zu erkennen, den Hund früh zu behandeln und für einen guten Zeckenschutz zu sorgen.

Übertragung von Borreliose von Zecken an Hunde

Nur Zecken können Borrelien auf den Hund übertragen. Eine Ansteckung bei einem anderen Hund ist äußerst unwahrscheinlich.

Gut zu wissen: Die Parasiten können die Bakterien erst etwa 16 bis 24 Stunden nach dem Biss an den Hund weitergeben.

Symptome von Borreliose beim Hund

Im Gegensatz zum Menschen bildet sich beim Hund oft kein roter Ring um die Bissstelle der Zecke, bzw. wird er wegen des Fells oft nicht erkannt. Erst mehrere Wochen oder gar Monate nach dem Zeckenbiss zeigt ein Hund in der Regel Symptome. Diese können sein:

  • Fieber: Der Hund wird apathisch und bekommt Fieber.
  • Schwellungen: Die Gelenke sind warm und geschwollen und in einigen Fällen sind die Lymphknoten vergrößert.
  • Entzündungen: Es entwickeln sich fiebrige Entzündungen der Gelenke, des Herzens und/oder des Nervensystems des Hundes. Diese können immer wieder verschwinden und erneut auftreten.
  • Lahmheit: Als Folge von Entzündungen an den Gelenken zeigen Hunde häufig eine Lahmheit. Diese tritt zunächst meist an einem Bein auf und verschwindet wieder. Danach kommt die Lahmheit an einem anderen Bein zurück. Häufig wird dann die Ursache beim Bewegungsapparat vermutet, es sollte aber immer auch an Borreliose gedacht werden.
  • Mattigkeit und Verhaltensveränderungen: Ein Hund mit Borreliose kann matt und müde sein, eventuell hat er auch weniger oder keinen Appetit und aufgrund der Gelenksentzündungen keine Lust mehr, Gassi zu gehen.

Diese Krankheitszeichen treten nicht immer zusammen auf, was die Diagnose der Borreliose beim Hund erschwert. Es kann auch nur eines dieser Borreliose-Symptome auftreten. Außerdem kommen einige Symptome auch bei anderen Erkrankungen vor, zum Beispiel der Hüftdysplasie oder der Arthrose.

Ein Hund liegt in seinem Bett
Ein Hund mit Borreliose ist oft matt, hat Fieber oder Schwellungen und lahmt eventuell.© Khaligo-stock.adobe.com

Diagnose von Borreliose beim Hund

Besteht der Verdacht, dass eine Zecke Borreliose auf Ihren Hund übertragen hat und/oder der Hund eines oder mehrere der genannten Symptome zeigt, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, damit dieser den Hund untersuchen und eine Diagnose stellen kann.

Die Diagnose der Borreliose bei Hunden ist aufgrund der unspezifischen Symptome gar nicht so einfach. Außerdem werden die Symptome oft nicht mehr mit einem monatelang zurückliegendem Zeckenbiss in Verbindung gebracht. Oft müssen daher zuerst andere Erkrankungen, die ebenfalls zu den Symptomen passen, ausgeschlossen werden.

Ein Bluttest kann zwar Aussagen über Antikörper des Hundes geben, ist jedoch nicht krankheitsbeweisend. Denn ein Hund kann auch Antikörper gegen die Borrelien gebildet haben, ohne dass die Erkrankung bei ihm ausgebrochen ist, beziehungsweise kann die Krankheit schon wieder abgeheilt sein. Daher wird in der Regel auch noch eine Gewebeprobe von der Einstichstelle der Zecke genommen.

Behandlung von Borreliose beim Hund

Borreliose bei Hunden wird in der Regel über mehrere Wochen mit Antibiotika behandelt. Wird die Borreliose frühzeitig erkannt und behandelt, bestehen gute Heilungschancen.

Bleiben die Symptome jedoch lange unbemerkt und die Borreliose deshalb unbehandelt, können ernste Folgen oder eine chronische Borreliose die Folge sein. In diesem Fall hilft das Antibiotikum nicht mehr effektiv und es kommt immer wieder zu Rückfällen. Das ist mit Schmerzen für den Hund verbunden. Je nachdem, welche Folgen die unbehandelte Borreliose mit sich zieht, kann sie in manchen Fällen auch tödlich enden.

Ein Hund, der einmal Borreliose hatte, ist nicht dagegen immun! Er kann die Krankheit immer wieder bekommen.

Borreliose beim Hund homöopathisch behandeln?

Die Borreliose bei Hunden sollte immer von einem Tierarzt diagnostiziert und behandelt werden. Versuchen Sie daher nicht, bei Verdacht auf Borreliose Ihren Hund in Eigenregie mit Heilpflanzen oder Ähnlichem zu behandeln.

Es besteht allerdings die Möglichkeit, die Behandlung des Tierarztes und somit die Heilung des Hundes homöopathisch zu unterstützen. So wird beispielsweise der Kardenwurzel eine Wirksamkeit bei Borreliose nachgesagt. Fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat und suchen Sie einen professionellen Tierheilpraktiker auf, wenn Sie daran Interesse haben.

Ein Hund beim Tierarzt
Bei früher Behandlung der Borreliose bestehen in der Regel gute Heilungschancen für Hunde.© Friends Stock-stock.adobe.com

Borreliose beim Hund vorbeugen

Damit das Risiko einer Borreliose-Erkrankung bei Ihrem Hund gar nicht erst entsteht, sollten Sie Zeckenbisse und somit die Ursache der Erkrankung so gut wie möglich vorbeugen:

  • Erkundigen Sie sich, ob Sie in einem Risikogebiet leben. Dann ist der richtige Zeckenschutz besonders wichtig. Natürlich darf er aber auch in einem Nicht-Risikogebiet nicht vernachlässigt werden.
  • Nutzen Sie effektive Mittel zur Zeckenabwehr. Dafür gibt es beispielsweise Spot-On-Sprays oder Zeckenhalsbänder. So schützen Sie Ihren Hund auch gleich vor anderen Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden.
  • Untersuchen Sie Ihren Hund täglich auf Zecken, vor allem nach Spaziergängen in Feld, Wiese und Wald. So können Sie die Zecke entfernen, bevor diese die Bakterien übertragen konnte. Wie Sie Zecken bei Hunden richtig entfernen und entsorgen, lesen Sie hier.
  • Hatte Ihr Hund einen Zeckenbiss, so behalten Sie die Bissstelle im Auge und notieren Sie sich am besten das Datum, an dem Sie die Zecke entdeckt haben. Da Symptome der Borreliose oft erst nach Monaten auftreten, können Sie die Symptome dann besser mit dem Zeckenbiss in Verbindung bringen.
Es gibt auch Mittel zur natürlichen Zeckenabwehr. Ihre Wirkung ist aber umstritten. Erkundigen Sie sich genau, bevor Sie sich für ein Mittel entscheiden.

Den Hund gegen Borreliose impfen lassen?

Sie können Ihren Hund gegen Borreliose impfen lassen. Die Impfung gehört allerdings nicht zu den Core-Impfungen bei Hunden und ist nur in besonderen Fällen zu empfehlen. Ihr Tierarzt kann Sie darüber aufklären, ob eine Impfung gegen Borreliose bei Ihrem Hund wirklich Sinn hat. Doch bedenken Sie: Trotz Impfung müssen Sie Ihren Hund weiterhin mit den richtigen Mitteln vor Zecken schützen, da die Parasiten auch noch andere Krankheiten übertragen können!

Hund im hohen Gras
Nach einem Spaziergang in Wald und Wiese sollte der Hund gründlich auf Zecken untersucht werden.© Andreas Neßlinger-stock.adobe.com
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