Staupe beim Hund: Ursachen, Symptome, Behandlung

Staupe ist eine der bekanntesten und gefürchtetsten Infektionskrankheiten bei Hunden. Alles zu Übertragung, Symptomen und Behandlung von Staupe beim Hund lesen Sie hier.

Hund mit Staupe
Staupe ist eine gefährliche Viruserkrankung bei Hunden.© PoodPhoto-stock.adobe.com

Die Staupe ist eine ansteckende, fieberhafte virale Infektionskrankheit, die vor allem junge, alte und ungeimpfte Hunde schwer treffen kann. In vielen Fällen endet sie tödlich oder mit Spätfolgen.

Wie bekommt ein Hund Staupe?

Mit Staupe infizierte Hunde scheiden den Erreger, das Canine Staupevirus, mit allen Exkreten und Sekreten aus. Kommt ein anderer Hund in Kontakt mit Speichel, Kot oder Harn des kranken Tiers, steckt er sich an.

Eine Übertragung kann aber nicht nur durch den oralen, direkten Kontakt stattfinden, sondern auch schon durch das bloße Einatmen des Virus.

Was passiert, wenn sich ein Hund mit Staupe angesteckt hat?

Hat ein Hund das Canine Staupevirus aufgenommen, gelangt es ins lymphatische Gewebe des Rachens oder in die Lymphknoten und vermehrt sich dort. Nach drei bis vier Tagen werden die Erreger ins Blut entlassen.

Bildet der Hund nicht ausreichend Antikörper, so wird das Virus schnell im gesamten Körper verteilt und gelangt in den Atem-, Verdauungs- und Urogenitaltrakt des Hundes sowie zu Haut, Drüsen und schließlich auch ins zentrale Nervensystem.

Typische Symptome von Staupe beim Hund

Je nach Immunsystem des Hundes kann eine Staupeinfektion harmlos oder lebensbedrohlich sein. Besonders gefährdet sind junge Hunde zwischen drei und sechs Monaten, kranke, ungeimpfte sowie alte Hunde.

Nach einer Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen zeigen infizierte Hunde erste Staupe-Symptome. Die Krankheitsanzeichen beginnen dann sehr schnell mit hohem Fieber, Haarausfall, Appetitlosigkeit und Mattigkeit bis hin zur Bewegungsunfähigkeit und Apathie.

Je nachdem, welche Organe betroffen sind und ob zusätzlich eine Sekundärinfektion vorliegt, können Hunde weitere Symptome zeigen. Diese sind unter anderem:

  • intestinale Form (Magen-Darm-Trakt betroffen): Erbrechen, Durchfall
  • respiratorische Form (Atmungsapparat betroffen): Niesen, Husten, Augen-/Nasenausfluss, Atemnot, Bindehautentzündung, Lungenentzündung
  • neurologische Form (Nervensystem betroffen): Krämpfe, Muskelzittern, Kopfschiefhaltung, Störung des zentralen Nervensystems
  • kutane Form (Haut betroffen): Hautentzündungen, Hyperkeratose (übermäßige Verhornung der Haut, zum Beispiel an Pfotenballen oder Nasenspiegel)

Diese Formen können einzeln, gemeinsam oder nacheinander auftreten. Die neurologische Form gehört zu den gefürchtetsten Formen, denn es kann dabei zu Schädigungen des Gehirns und somit zu psychischen Veränderungen, Zittern, Lähmungen, Krampfanfällen und Gleichgewichtsstörungen kommen. Auch eine Gehirnhautentzündung kann auftreten.

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Zahnprobleme durch Staupe

Wenn sich ein Welpe vor dem Zahnwechsel mit Staupe infiziert, wird die Bildung des Zahnschmelzes beeinträchtigt. Diese Fehlbildung wird als "Staupegebiss" bezeichnet.

übermäßige Verhornung der Haut des Hundes bei Staupe
So sieht die übermäßige Verhornung der Haut des Hundes bei Staupe aus. © PoodPhoto-stock.adobe.com

Hund hat Symptome: Diagnose und Prognose bei Staupe

Bei verdächtigen Symptomen sollten Sie Ihren Hund unverzüglich zum Tierarzt bringen. Er wird den Hund gründlich untersuchen. Das Staupevirus kann im Regelfall durch die Anamnese in Verbindung mit einem Abstrich der Schleimhäute oder einem Bluttest diagnostiziert werden.

Eine Prognose zu stellen ist schwer, da Staupe bei jedem Hund anders verläuft. Allerdings kann man sagen, dass es die Heilungschancen bei der neurologischen und kutanen Form von Staupe am schlechtesten sind.

Behandlung: Ist Staupe heilbar?

Die Behandlung von Staupe hat zum Ziel, Symptome zu mindern und weitere Infektionen vorzubeugen. Diese sogenannten Sekundärinfektionen können entstehen, weil durch die Staupe das Immunsystems des Hundes geschwächt ist. Sie verschlechtern den Zustand des Hundes meist stark und sollten daher vorgebeugt werden. Das geschieht häufig durch Antibiotika.

Die symptomatische Behandlung richtet sich ganz nach den jeweiligen Symptomen des Hundes. Möglich sind zum Beispiel Medikamente gegen Husten, Erbrechen oder Durchfall sowie Vitaminpräparate zur Stärkung des Immunsystems. Hunde mit Staupe müssen in der Regel stationär behandelt werden.

Staupe ist daher nicht direkt heilbar, dennoch können Hunde mithilfe der symptomatischen Behandlung und dem Verhindern einer Sekundärinfektion wieder gesund werden.

Spätfolgen von Staupe bei Hunden

Hunde, die eine Staupeinfektion überlebt haben und wieder geheilt sind, können trotzdem Folgen von dem Virus davontragen. Spätfolgen können zum Beispiel sein:

  • Beeinträchtigung von Magen-Darm-Trakt, Herz oder Lunge
  • Schäden an den Augen (im Extremfall auch Erblindung möglich)
  • Zuckungen (Staupe-Tick), motorische Störungen
  • epileptische Anfälle
Hund bekommt Spritze
Nur eine Impfung beugt Staupe vor. © Nur eine Impfung beugt Staupe vor.

Hund gegen Staupe impfen lassen

Die einzige wirksame Methode, um Staupe entgegenzuwirken, ist die Impfung. Die Staupe-Impfung gehört zu den fünf wichtigsten Impfungen bei Hunden. Die Grundimmunisierung sollte in der achten Lebenswoche erfolgen, auf die dann die Nachimpfung in der zwölften bis sechzehnten Woche folgt. Der Impfschutz muss jährlich aufgefrischt werden.

Zudem können Sie darauf achten, dass Ihr Hund Aas und Kot nicht aufnimmt, nicht aus Pfützen trinkt und nicht ohne Aufsicht im Unterholz herumschnüffelt. Gerade für Welpen, alte und kranke Hunde kann das wichtig sein. Eine Impfung ist allerdings die einzige effektive Vorbeugung gegen Staupe.

Schon gewusst? Auch andere Tiere, zum Beispiel Katzen, Füchse, Bären, Robben und Marder können an Staupe erkranken.
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