Bindehautentzündung beim Hund

Die Bindehautentzündung gehört zu den häufigsten Augenkrankheiten bei Hunden. Hier erfahren Sie alles über Ursachen, Symptome und Behandlung der Bindehauentzündung bei Hunden.

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Alles zur Bindehautentzündung bei Hunden. © Alex J-stock.adobe.com

Hunde haben drei Augenlider, die das Auge schützen: das obere und das untere Augenlid sowie die Nickhaut. Die Innenseiten der Augenlider sind mit einer Schleimhaut bedeckt. Bei dieser Schleimhaut handelt es sich um die Bindehaut. Hat ein Hund eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis), so sind diese Lidbindehäute entzündet.

Ursachen der Bindehautentzündung bei Hunden

Es gibt verschiedene Ursachen dafür, warum ein Hund eine Bindehautentzündung bekommt:

Nicht-Infektiöse Bindehautentzündung, ausgelöst durch äußere Einflüsse wie:

  • Staub
  • Zigarettenrauch
  • Allergie
  • Zugluft
  • Fremdkörper

Infektiöse Bindehautentzündung, ausgelöst durch verschiedene Erreger wie:

  • Bakterien
  • Viren
  • Pilze
  • Parasiten
Die infektiöse Bindehautentzündung ist ansteckend für andere Hunde und auch für Menschen. Daher gilt: Waschen Sie sich immer gut die Hände, wenn Ihr Hund unter einer infektiösen Bindehautentzündung leidet.

Diese Hunde sind anfällig für Bindehautentzündungen

Zusätzlich gibt es einige Hunderassen, die aufgrund bestimmter Zuchtmerkmale anfälliger für eine Bindehautentzündung sind als andere. Dazu gehören zum Beispiel kurzschnauzige Rassen mit Kulleraugen und/oder mit übermäßig vielen Gesichtshautfalten wie Mops und Französische Bulldogge.

Ist der Lidspalt zu groß, zu klein, zu weit oder zu eng kann das zu Reizungen und zur Bindehautentzündung führen. Auch Hunde mit behaarten Lidrändern (zum Beispiel Cocker Spaniel) und herunterhängenden Augenlidern (zum Beispiel Bernhardiner) sind anfälliger für Bindehautentzündungen.

Wichtig: Informieren Sie sich schon vor der Anschaffung eines Hundes darüber, ob seine Rasse anfällig für bestimmte Erkrankungen ist, und achten Sie auf Qualzuchtmerkmale. Der Kauf von Hunden, die Qualzuchtmerkmale aufweisen, sollte dringend kritisch hinterfragt werden.

Die Bindehautentzündung als Symptom

Die Bindehautentzündung kann nicht nur als eigenständige Krankheit auftreten, sondern sie kann auch ein Symptom für eine andere, tieferliegende Erkrankung sein. Beispiele dafür sind:

Auch andere Augenerkrankungen können eine Bindehautentzündung bei Hunden auslösen, zum Beispiel verstopfte Tränenkanäle, trockene Augen oder ein eingerollter, bzw. ausgestülpter Lidrand.

Egal welche Ursache die Bindehautentzündung bei Ihrem Hund hat: Sie ist schmerzhaft für den Hund und muss auf jeden Fall behandelt werden!
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Die Bindehautentzündung bei Hunden kann viele verschiedene Ursachen haben.© nadisja-stock.adobe.com

Bindehautentzündung beim Hund erkennen

Es gibt viele verschiedene Symptome für eine Bindehautentzündung bei Hunden. Dazu gehören:

  • Ausfluss aus dem Auge (von klar bis eitrig-gelb alles möglich)
  • Augen tränen
  • Schwellungen/Rötungen des Auges

Hunde mit Bindehautentzündung versuchen oft, ihre Augen zu reiben oder sich zu kratzen, da es zu Juckreiz kommen kann. Oft blinzeln sie außerdem häufiger oder sind lichtempfindlich.

Wichtig: Es müssen nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten! Sobald der Hund Symptome zeigt – egal wie viele – sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen! Je nach Ursache kann nur ein Auge oder beide Augen betroffen sein.

Kommen Symptome wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen hinzu, kann das ein Zeichen dafür sein, dass der Hund unter einer weiteren Erkrankung leidet und die Bindehautentzündung ein Symptom dafür ist.

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Rote, geschwollene Augen sind Symptome für eine Bindehautentzündung bei Hunden.© Alex J-stock.adobe.com

Bindehautentzündung beim Hund behandeln

Die Behandlung der Bindehautentzündung bei Hunden ist stark von ihrer Ursache abhängig. Hier Beispiele dafür, wie eine Bindehautentzündung oft behandelt wird:

  • „Einfache“ Bindehautentzündung (Auslöser zum Beispiel Staub oder Zugluft): Meist reichen spezielle Augentropfen oder eine bestimmte Spülung vom Tierarzt
  • Chronische Bindehautentzündung: Hund muss mit Augentropfen, -salben oder -gelen behandelt werden. Oft enthalten diese Mittel einen antibiotischen Wirkstoff, wenn Bakterien mit im Spiel sind.
  • Bindehautentzündung durch Bakterien: Hund wird mit Antibiotika behandelt.
  • Bindehautentzündung durch Pilze: Hund wird mit Anti-Pilz-Mittel behandelt.
  • Bindehautentzündung durch Parasiten: Hund wird mit Antiparasitika behandelt.
  • Bindehautentzündung durch Allergien: Allergie-Ursache ausfindig machen und wenn möglich eliminieren, eventuell anti-allergische Augentropfen.
  • Bindehautentzündung durch Fremdkörper/Parasiten: Je nach Schwere ist eventuell ein kleiner operativer Eingriff notwendig.

Liegen der Bindehautentzündung weitere Krankheiten zugrunde, müssen diese selbstverständlich ebenfalls behandelt werden.

Die Behandlung einer Bindehautentzündung bei Hunden dauert je nach Ursache unterschiedlich lange. Die Entzündung kann schon nach einigen Tagen abheilen, es kann aber auch eine Woche oder mehr vergehen.

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Bei einer einfachen Bindehautentzündung reichen oft Augentropfen schon als Behandlung aus. © rodimovpavel-stock.adobe.com

Hausmittel bei Bindehautentzündung von Hunden

Es gibt natürliche Mittel und Hausmittel, die bei der Heilung der Bindehautentzündung Ihres Hundes helfen können. Diese Mittel sollten den Besuch beim Tierarzt aber nicht ersetzen, sondern nur unterstützen. Fragen Sie immer Ihren Tierarzt, bevor Sie selbstgekaufte oder selbstgemachte Mittel anwenden! Wichtig ist vor allem, dass der Tierarzt zuvor eine Diagnose stellt.

Hier einige Beispiele für Hausmittel bei einer Bindehautentzündung:

  • Traumeel (schmerzlindernd, als Salbe und Tabletten erhältlich)
  • Kompressen mit Aloe-Vera-Gel (helfen bei Schwellungen und wirken kühlend)
  • Bepanthen-Augensalbe (Wund- und Heilsalbe)

Außerdem besonders wichtig: Ruhe! Gönnen Sie Ihrem kranken Hund viel Erholung und Schlaf zur Regeneration. Schlaf ist ja bekanntlich die beste Medizin und auch bei einer Bindehautentzündung wichtig für die Heilung.

Die Augenwinkel und die Umgebung des Hundeauges können Sie regelmäßig vorsichtig mit abgekochtem, lauwarmem Wasser und einem nicht-fusselnden, sauberen, weichen Tuch reinigen. Nicht die Hornhaut berühren!

Kamillentee bei Bindehautentzündung des Hundes?

Oft wird Kamille als Hausmittel zur Behandlung der Bindehautentzündung bei Hunden empfohlen. Sie sollten allerdings dringend davon absehen, Ihren Hund mit Kamille, Kamille-Extrakten oder Kamillentee zu behandeln! Damit können Sie die Entzündung Ihres Hundes sogar verschlimmern:

  • Beim Aufgießen des Tees gibt Kamille feine Schwebstoffe ab, die das Auge des Hundes zusätzlich belasten.
  • Die Inhaltsstoffe der Kamille reizen die Schleimhäute im Auge und können allergische Reaktionen auslösen und die Schleimhäute austrocknen.

Seien Sie allgemein vorsichtig, wenn es um selbsthergestellte Tees, Tinkturen oder Aufgüsse aus Heilpflanzen geht. Oft wird empfohlen, Wattebäusche oder Ähnliches darin einzutunken und diese dann auf die Augen des Hundes zu legen. Auch selbsthergestellte Augenspülungen, zum Beispiel aus Augentrost (Euphrasia), werden oft empfohlen.

Doch es ist wichtig, dass diese steril sind und es nicht zu einer Keimverschleppung kommt. Seien Sie daher gerade bei selbstgemachten Spülungen sehr vorsichtig und verzichten Sie darauf, wenn Sie keine Erfahrung darin haben. Sonst können Sie die Entzündung Ihres Hundes womöglich noch verschlimmern. Es gibt aber zum Beispiel Euphrasia-Augentropfen in der Apotheke, die gerade bei leichteren Bindehautentzündungen helfen können.

Es gilt: Fragen Sie immer Ihren Tierarzt um Rat, bevor Sie Ihrem Hund ein Mittel verabreichen.

Bindehautentzündung beim Hund vorbeugen

Um eine Bindehautentzündung bei Ihrem Hund vorzubeugen, sollten Sie auf folgende Dinge achten:

  • bekannte Auslöser für Allergien bei Ihrem Hund meiden
  • den Schlafplatz des Hundes so wählen, dass es weder Zugluft noch eine Klimaanlage in der Nähe gibt
  • regelmäßige Augenpflege beim Hund durchführen

Allgemein ist die Achtsamkeit des Hundehalters wichtig: Achten Sie auf mögliche Fremdkörper oder Parasiten, führen Sie einen regelmäßigen Gesundheitscheck durch und sorgen Sie durch artgerechte Ernährung für ein starkes Immunsystem Ihres Hundes. Sehen Sie außerdem vom Kauf von Hunden mit Qualzucht-Merkmalen ab.

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