Hund alleine lassen: Wie viel ist ok? Die wichtigsten Tipps

Die meisten Hunde bleiben ungern allein. Dennoch ist es oft unmöglich, sie überall hin mitzunehmen. Doch wie lang darf man einen Hund alleine lassen? Darüber gibt es verschiedene Meinungen.

Hund alleine lassen
Zu viel Einsamkeit kann Hunde krank machen© Soloviova Liudmyla - stock.adobe.com

Hunde sind Rudeltiere. Wenn ein Tier von seinem Rudel verlassen wird, dann gibt es einen triftigen Grund. Meist ist der Hund dann zu schwach oder zu krank, um mit seinen Artgenossen mitzuhalten, und stirbt. Ein gesunder und in das Rudel integrierter Hund wird selten alleine gelassen. Es liegt ihnen also in der Natur von Hunden, nicht gern alleine zu sein.

Wie lange kann man einen Hund alleine lassen?

Die Meinungen unter Experten, wie lange man einen Hunde alleine lassen sollte, gehen stark auseinander. Übereinstimmungen gibt es jedoch in folgenden Ansätzen: 

  • Junge Hunde sollten allein schon aus körperlichen Gründen maximal zwei Stunden alleine gelassen werden. Zudem sollte in den ersten Wochen im neuen Zuhause eine stundenlange Trennung möglichst vermieden werden.

Bei ausgewachsenen Hunden gehen die Meinungen jedoch stark auseinander.

  • Vier Stunden in der vertrauten Umgebung verschläft ein sonst gut ausgelasteter Hund prima, meinen die einen.
  • Andere sind der Auffassung, dass acht Stunden für einen Hund im Garten, den er bewachen soll, gar kein Problem sind – wenn er im Gegenzug die restlichen 16 Stunden vollen Menschenkontakt hat.
  • Und auch zwei Hunde beschäftigen sich miteinander und überstehen ohne Frust um die sechs Stunden.

Doch eine Sache ist hier ganz wichtig: Man sollte immer darauf achten, dass das Tier nach seiner einsamen Zeit viel Auslauf bekommt, um sich auszutoben. So können Sie auch Unterforderung des Hundes vermeiden.

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Junge Hunde sollten nicht lange alleine bleiben müssen. © stock.adobe.com/Jess Wealleans

Hund alleine zu lassen löst Ur-Angst aus

In jedem Hund steckt die Ur-Angst vor dem Zurückgelassen-Werden. Das Alleinbleiben ist nicht vorgesehen in der Struktur des Sozialverbandes dieser Tiere. Es liegt also auf der Hand, dass er immer wieder hartnäckig versucht, den Anschluss zu halten. Dabei handelt es sich um ein ganz natürliches Verhalten.

Hundewelpe alleine lassen: So schlimm ist es für ihn

Bereits als Welpe entwickeln Hunde das Verlustempfinden. Sobald sie in freier Natur von ihrer Mutter und den Geschwistern getrennt werden, bedeutet das für sie den sicheren Tod (wenn nicht ein Mensch eingreift).

Selbst die noch blinden und nicht voll bewegungsfähigen Hundewelpen suchen bei der Mutter Schutz und sichern sich so das Überleben. Dieses Verhalten und das Bedürfnis nach Geborgenheit haben Hunde auch nach der Domestizierung nicht verloren.

Verlustempfinden älterer Hunde

Manche Hunde geraten, selbst wenn sie bereits ausgewachsen sind, immer wieder in Panik, sobald auf ihr Kontaktgeschrei keine Reaktion folgt. Denn auch wenn ein Hund stets dazu bereit ist, sich an die menschlichen Lebensbedingungen anzupassen, gibt es eine Sache, die er nicht gut verträgt: das Alleinbleiben.

Beruhigendes Spielzeug für Hunde

Zwar ist Spielzeug kein Ersatz für die Zeit mit dem Besitzer, doch das richtige Spielzeug kann die Langeweile vertreiben und Ihren Hund eine gewisse Zeit lang beschäftigen. Vor allem Kauspielzeug hilft dabei, Stress abzubauen und Ihren Hund abzulenken. Hier finden Sie das passende Kauspielzeug und interaktives Spielzeug für Ihren Hund:

Verhaltensstörungen und Stress durch Alleinesein

In den meisten Ratgebern ist dem Thema "Hund alleine lassen" ein ganzes Kapitel gewidmet ist. Viele Hundetrainer bieten spezielle Trainings an, um dem Hund die Angst vor dem Alleinsein zu nehmen und das Warten auf den Besitzer erträglich zu machen. Auch die Nachfrage nach Tiersittern, Tagesmüttern oder Tierpensionen steigt zunehmend.

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Da Hunde nicht immer und überall mitgenommen werden können, ist es wichtig, dass sie lernen auch mal alleine zu Hause bleiben zu können. So gewöhnen Sie Ihren Hund Schritt für Schritt ans Alleinsein.

Einsamkeit wirkt sich negativ auf die Gesundheit der Hunde aus. So bringen Hundepsychologen und Tiermediziner viele gravierende Verhaltensstörungen und Krankheiten mit der Vereinsamung des betroffenen Hundes in Zusammenhang.

Es gibt viele Hunde, für die bereits zwei Stunden Alleinsein großen Stress bedeutet. Sie jaulen und jammern bis zur totalen Erschöpfung, zerlegen die Wohnung und entwickeln schwere Verhaltensstörungen. Sie lecken sich wund, beknabbern ihre Pfoten oder jagen die eigene Rute. Alles eine Erziehungssache? Oder Rassedisposition? Oder Unterforderung im Alltag? Gründliche Untersuchungen gibt es dazu nicht.

Es ist individuell von Ihrem Hund abhängig, wie lange Sie ihn allein lassen können. Berücksichtigen Sie seinen Charakter, sein Alter und seine Geschichte. Ganz wichtig: Nach dem Alleinsein sollten Sie viel Zeit mit ihm verbringen.

Sie möchten wissen, was Ihr Hund macht, wenn er allein Zuhause ist, und ob er Anzeichen für Einsamkeit zeigt? Dann kann eine Haustierkamera helfen. So haben Sie Ihren Hund immer im Blick und können sogar von unterwegs mit ihm kommunizieren. Hier finden Sie die beliebtesten Haustierkameras im Vergleich.

Hund alleine lassen: So klappt es ohne Stress

Sie können mit Ihrem Hund das Alleinebleiben trainieren. Am schnellsten lernen Hunde das im Welpenalter. Lassen Sie den Welpen erst nur für kurze Zeit allein. Die Dauer Ihrer Abwesenheit sollten Sie schrittweise erhöhen. Nach Ihrer Rückkehr belohnen Sie den Welpen immer, am besten mit ausgiebigen Spielstunden.

Bei erwachsenen Hunden ist es schon etwas schwieriger. Damit sie lernen, alleine zu bleiben, braucht der Halter mehr Geduld. Das Vorgehen ist aber im Prinzip dasselbe wie beim Welpen: Schritt für Schritt lassen Sie den Hund immer länger alleine. Belohnen Sie ihn ausgiebig mit gemeinsamer Zeit, wenn Sie wieder da sind.

Länger als zwei Stunden sollte ein Hund aber auch trotz Training nicht alleine gelassen werden. Außerdem gibt es Hunde, die Sie aufgrund ihrer Erfahrungen oder ihres Gesundheitszustandes niemals allein lassen sollten. Jeder Hund ist individuell – wie lange er allein bleiben kann, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

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