CBD-Öl für Hunde

CBD-Öl soll Hunden bei Stress, Angst und Schmerzen helfen. Doch was ist CBD eigentlich und wie sicher ist es für Hunde? Informationen rund um die Anwendung und Wirkung finden Sie hier.

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CBD-Öle sollen Hunden helfen.© stock.adobe.com/Elroi

Um Stress, Ängste und Schmerzen bei ihrem Haustier zu lindern, setzen viele Hundehalter auf CBD-Öle. Doch bevor man dem Hund CBD verabreicht, sollte man genau wissen, was wirklich im Öl steckt und wie sicher es für den Hund ist.

Was ist CBD?

CBD ist ein nicht psychoaktives Cannabinoid, das aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird, sich aber vom bekannteren und in Deutschland illegalen Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) aufgrund chemischer Zusammensetzung und Wirkweise im Körper unterscheidet.

CBD-Öl wird in der Human- und Veterinärmedizin eingesetzt. Im Haustierbereich werden Öle und Leckerlis mit dem Wirkstoff CBD verkauft, die Hunden unter anderem bei Schmerzen, Angststörungen und verschiedenen Krankheiten helfen können.

„High“ wird der Hund durch CBD allerdings nicht, wie Martin Möhrke, Geschäftsführer der niederländischen Firma OptimaFormula erklärt.

Das bestätigt auch Tierärztin und Chefredakteurin bei tiermedizinportal Pascale Huber: „Hierzulande dürfen CBD-Öle einen THC-Gehalt von 0,2 % nicht überschreiten – andernfalls würden sie unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.“

CBD-Öl oder Hanföl: Das sind die Unterschiede

Sowohl CBD- als auch Hanföl werden aus der Hanfpflanze gewonnen, jedoch aus unterschiedlichen Teilen.

CBD wird aus Blüten und Blättern hergestellt, in denen die Cannabinoide weiter enthalten sind und ist ein Extrakt, das mit einem Trägeröl gemischt wird. Es wird zur Linderung verschiedener Krankheitssymptome eingesetzt.

Hanföl hingegen wird aus den Samen der Pflanzen gewonnen, Cannabinoide finden sich dort nur in geringen Spuren. Das Einsatzgebiet von Hanföl liegt hauptsächlich in der Küche, da es viele essentielle Fettsäuren wie Omega 3 und Omega 6 enthält. Hanföl wird häufig auch in Kosmetika aufgrund seines hohen Vitamin E-Gehalts verwendet.

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CBD stammt von der Hanfpflanze.© stock.adobe.com/EKKAPON

Anwendungsgebiete für CBD-Öl

CBD-Öle können in der Hundehaltung für verschiedene Anwendungsgebiete genutzt werden. Hundebesitzer setzen in verschiedenen Situationen auf CBD. Dazu gehören unter anderem folgende Beschwerden:

  • Stress oder Angst
  • Arthritis
  • unruhiges, nervöses oder hyperaktives Verhalten
  • Epilepsie
  • Verdauungsbeschwerden
  • Hauterkrankungen und Fellprobleme
  • Schmerzen
  • Störungen beim Fressverhalten
  • schwaches Immunsystem
  • Schlafprobleme
  • Entzündungen

Eine Studie des Baylor College of Medicine ergab, dass Hunden mit Arthritis mithilfe einer CBD-Behandlung geholfen werden kann. Vier Wochen lang wurden zehn Testhunde mit CBD behandelt. Neun von ihnen bewegten sich nach dieser Zeit wesentlich besser und schienen weniger Schmerzen zu haben.

Martin Möhrke von OptimaFormula erklärt dies damit, dass CBD Zellschwellungen reduzieren kann. Außerdem soll CBD schmerzlindernd wirken, was Hunden mit Arthritis besonders zugute kommt – sie bewegen sich aufgrund der Schmerzen oft weniger.

Besonders häufig wird CBD-Öl bei Hunden mit Angstzuständen eingesetzt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich bei Unruhe und Angst zügig Veränderungen bemerkbar machen“, erklärt Johannes Janssen von HempMate.

Tierärztin Pascale Huber weist darauf hin, dass die Forschung noch keine eindeutigen Beweise für die Wirkung von CBD bei Hunden hat. „Dafür sind sicherlich weitere wissenschaftliche Untersuchungen erforderlich“, meint sie.

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CBD soll den Hund beruhigen und Schmerzen lindern. © stock.adobe.com/kerkezz

So schnell wirkt CBD beim Hund

Nachdem der Hund das CBD als Öl oder Leckerli aufgenommen hat, wirkt es unterschiedlich schnell. „Manche beschreiben eine Wirkung zum Beispiel bereits nach 15 Minuten, andere sprechen von mehreren Wochen“, sagt Tierärztin Pascale Huber.

Martin Möhrke von OptimaFormula räumt ein, dass es bei stärkeren Beschwerden länger dauert, bis das CBD Wirkung zeigt. Bei Angsthunden wirke CBD in der Regel besonders schnell, oft innerhalb von Minuten.

Was bewirkt CBD im Hundekörper?

Johannes Janssen vom Netzwerk HempMate erklärt, dass bei Hunden wie auch beim Menschen das sogenannte Endocannabinoid-System (ECS) ein Teil des Nervensystems ist. Das ECS reguliert verschiedene Körperprozesse. CBD dockt an den Rezeptoren des ECS an, die für die Schmerzregulation, Stressbewältigung und Schlafregulation zuständig sind. Dadurch sollen entsprechende Beschwerden gelindert werden.

Theoretisch soll sich CBD also positiv auf den Organismus auswirken. Doch Tierärztin Pascale Huber erklärt, dass bislang noch nicht eindeutig wissenschaftlich bestätigt wurde, dass CBD-Öle tatsächlich wirksam sind.

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Die Wirksamkeit von CBD ist bisher noch nicht bestätigt.© stock.adobe.com/Tinnakorn

Ist CBD für den Hund sicher?

Zu Nebenwirkungen komme es laut Johannes Janssen vom Netzwerk HempMate nur selten. In solchen Fällen trete dann Durchfall oder Erbrechen auf. „CBD gilt laut WHO generell als sicher“, sagt Janssen.  

Er betont, dass die Einnahme von CBD grundsätzlich zuvor mit dem Tierarzt abgesprochen werden sollte. So könnten auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ausgeschlossen werden.

Die richtige Dosierung von CBD-Öl für Ihren Hund

Wie in der Humanmedizin, kommt es auch beim Hund auf die individuelle Dosierung an. Jeder Hund ist anders.

Ein Gang zum Tierarzt ist also auch bei Gabe von CBD-Öl unerlässlich, um auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschließen.

Verwendete Quellen:

  • Interview Martin Möhrke, Inhaber Optima Formula BV
  • Interview Pascale Huber, Tierärztin und Chefredakteurin bei vetproduction GmbH (tiermedizinportal.de)
  • Interview Johannes Janssen, Partner, Chief Operating Office (Human Line, Chief Branding Officer bei HempMate AG
  • Studie: Cannabidiol – Recent Advances, 21. August 2007, Raphael Mechoulam, Maximilian Peters , Eric Murillo‐Rodriguez, Lumír O. Hanuš
  • Studie: Baylor College of Medicine, 2020
  • Studie: Randomized blinded controlled clinical trial to assess the effect of oral cannabidiol administration in addition to conventional antiepileptic treatment on seizure frequency in dogs with intractable idiopathic epilepsy, Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine and Biomedical Sciences, Colorado State University, Fort Collins, CO 80523. (McGrath, Bartner, Rao, Packer, Gustafson), 1. Juni 2019
  • Studie: Pharmacokinetics, Safety, and Clinical Efficacy of Cannabidiol Treatment in Osteoarthritic Dogs, Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, NY, United States, Jo Gamble, Jordyn M. Boesch, Christopher W. Frye, Wayne S. Schwark, Sabine Mann, Lisa Wolfe, Holly Brown, Erin S. Berthelsen and Joseph J. Wakshlag, Juli 2018
  • Studie: Pharmacokinetics of cannabidiol in dogs. E Samara, M Bialer and R Mechoulam, Mai 1988
  • Studie: Antioxidative and Anti-Inflammatory Properties of Cannabidiol, Sinemyiz Atalay, Iwona Jarocka-Karpowicz, Elzbieta Skrzydlewska, Basel, Dezember 2019
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