Eurasier

Der Eurasier ist ein mittelgroßer Hund und eine gelungene Mischung, die alle Voraussetzungen für einen perfekten Familienhund hat. Hier erfahren Sie alles über Aussehen, Herkunft, Wesen und Erziehung des Eurasiers.

Eurasier Hunderasse
Der Eurasier ist ein perfekter Familienhund und auch für Anfänger geeignet© adobestock.com/CALLALLOO CANDCY

Typische Merkmale

Größe: Rüde: 52-60 cm; Hündin: 48-56 cm
Gewicht: 18-32 kg
Felllänge: dichte Unterwolle und mittellanges, lose anliegendes Grannenhaar
Fellfarben: alle Farben zugelassen, ausgenommen Reinweiss, Weissgescheckt und Leberfarbig
Herkunft: Deutschland
Klassifikation: FCI-Gruppe 5; Spitze und Hunde vom Urtyp

Eigenschaften

Familientauglichkeit
Aktivitätslevel
Erziehbarkeit
Pflegeaufwand
Arbeitsbedürfnis
Menschenbezogenheit

Die Herkunft der Eurasier

Auch wenn der Name nicht darauf schließen lässt, hat der Eurasier seinen Ursprung in Deutschland, im baden-württembergischen Weinheim an der Bergstraße. Hundeliebhaber Julius Wipfel trauerte um seinen verstorbenen Mischling und wollte wieder einen umgänglichen, robusten und natürlichen Haushund. Sein Ziel war es, eine neue Rasse des Polarhundtypus zu züchten, die sich ganz besonders gut als Familienhund eignet.

Drei Rassen stecken im Eurasier: Zunächst paarte Wipfel Wolfsspitz-Hündinnen mit Chow-Chow-Rüden. Die spätere Einkreuzung des Samojeden gab der Blutlinie mehr Eleganz, Robustheit und ein angenehmes Wesen. Bereits im Jahre 1973 wurde der Eurasier als Rasse durch den VDH und der FCI anerkannt. Damit wurde die Rasse des Eurasiers zur jüngsten, offiziell anerkannten Hunderasse aus Deutschland.

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Eurasier sind eine Mischung aus Chow-Chow, Wolfsspitz und Samojede.© stock.adobe.com/redsnakeskin

Aussehen des Eurasiers

Eurasier sind mittelgroße Hunde. Sie werden zwischen 48 und 60 cm groß (Widerristhöhe) und können zwischen 18 und 32 Kilo wiegen.

Typisch für das üppige Fell des Eurasiers ist seine dichte Unterwolle, die ein hervorragender Kälteschutz ist und auch schmutzabweisend wirkt. Nur Fang, Gesicht, Ohren und die Vorderseite der Läufe sind kurzhaarig. Die Rute, die Rückseite der Vorderläufe und die Hinterläufe haben lange Haare.

Ihre teilweise und manchmal auch ganz blauen Zungen haben die Eurasier übrigens vom Chow-Chow, dessen blaue Zunge mit der rosafarbenen von Wolfsspitz und Samojede verschmolz: Von blau bis rosa gibt es bei der Hunderasse des Eurasiers alle Formen gescheckter Varianten.

Fellfarben

Was die Fellfarbe des Eurasiers angeht, gibt es fast keine Beschränkungen – nur die Farben Weiß, Weiß-Gescheckt und Leber sind laut Standard unerwünscht. Der Eurasier kann auch schwarz sein, oder alle möglichen Schattierungen von grau oder beige tragen.

Ein charakteristisches Merkmal ist die Agouti-Fellzeichnung und Bänderungs- und Aufhellungsmuster, die zum Beispiel auch Wölfe haben.
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Eurasier gibt es auch in Schwarz.© stock.adobe.com/ramund88

Charakter und Verhalten

Der Eurasier wurde als sozialer Partner und Begleithund für den Menschen gezüchtet. Dabei ist er ist ein ruhiger und freundlicher Individualist, durchaus selbstbewusst und neigt zu eigenständigen Entscheidungen.

Der Charakter des Eurasiers ist freundlich und angenehm. Er ist ein absoluter Familienhund, treu und feinfühlig und hat ein besonderes Gespür für die Gemütslage seiner Menschen. Eine gute Beziehung zu seinen Bezugspersonen ist ihm wichtig. Der Eurasier ist vom Wesen her anhänglich und verschmust und möchte immer in unmittelbarer Nähe der Familie in Haus oder Wohnung sein.

In einem Tierheim oder Zwingerhaltung würde der Eurasier verkümmern. Urlaube sollten aufgrund seiner starken Fixierung auf die Familie nicht ohne ihn geplant werden.

Zwar könnte die jagdliche Motivation des Samojeden auch beim Eurasier durchschlagen, aber ein rechtzeitiges Abrufen funktioniert für gewöhnlich, was den Eurasier zu einem angenehmen Gassi-Begleiter macht. Auch über einen Wach- und Schutzinstinkt verfügen die Eurasier, dieser ist aber nicht übertrieben scharf und er ist kein Gartenzaun-Kläffer. Vom Wolfsspitz hat er Züge von Hofhund und Wächter, vom Chow-Chow seine Ruhe und Erhabenheit.

Mit Artgenossen ist der Eurasier kontaktfreudig, verträglich und instinktsicher. Fremden Menschen gegenüber ist er anfangs reserviert.

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Eurasier sind sehr kontaktfreudig.© stock.adobe.com/Ines Meier

Erziehung

Zwar will der Eurasier seinen Menschen gefallen, doch er kann durchaus stur werden. Er wartet nicht ständig auf Ansagen von Frauchen oder Herrchen, um diese auszuführen. Er entscheidet manche Dinge lieber selbst.

Womit der Eurasier überhaupt nicht klarkommt: übertriebene Härte oder das Gegenteil, eine vollkommen anti-autoritäre Erziehung. Mit ein wenig Konsequenz, Geduld und der ein oder anderen Futter-Belohnung sollte die Erziehung des Eurasiers kein Problem darstellen.

Deshalb ist er nur als Anfängerhund geeignet, wenn seine noch unerfahrenen Besitzer dazu bereit sind, sich von einem professionellen Hundetrainer helfen zu lassen.

Haltung

Ein Eurasier benötigt viel Bewegung. Er kann in einer geräumigen Wohnung in der Stadt glücklich werden. Aber nur, wenn er auch genügend Bewegung in der freien Natur bekommt.

Diese Rasse eignet sich für Familien genauso wie für alleinstehende Menschen. Es ist hilfreich, wenn Sie bereits Hundeerfahrung mitbringen und sich gerne mit dem Wesen von Hunden auseinandersetzen.

Der Eurasier passt sich seiner Familie gut an und will überall mit dabei seinauch auf Reisen oder im Restaurant. Mit Kindern versteht sich der Eurasier gut, vor allem, wenn er den Umgang mit ihnen bereits gewohnt ist. Er kommt auch mit Katzen in der Regel gut aus.

Wer einen solchen Hund halten will, muss sich sicher sein, dass er ein Hundeleben lang versorgt werden kann. Eurasier können immerhin 12 bis 15 Jahre alt werden.

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Eurasier lieben die Natur.© stock.adobe.com/SorbyPhoto

Ernährung des Eurasiers

Hinsichtlich der Fütterung sind Eurasier sehr pflegeleicht: Sowohl Trocken-, als auch Nassfütterung vertragen sie gut. Eurasier können bei der entsprechenden Planung auch gebarft werden.

Pflege des Eurasiers

Das üppige Fell des Eurasiers riecht wenig und ist überraschend pflegeleicht. Eine Bürste wird eigentlich nur zum Fellwechsel benötigt, denn auch nur dann haart der Eurasier.

Bewegung und Beschäftigung

Diese Rasse braucht viel Bewegung und liebt die täglichen Spaziergänge, auch bei schlechtem Wetter. Allerdings muss der Eurasier dabei keine Höchstleistungen erbringen.

Dieser Hund ist spielfreudig und gutmütig und am liebsten erlebt er mit seinem Halter draußen in der Natur etwas Neues. Für die Beschäftigung eines Eurasiers bieten sich außerdem Sportarten wie Agility, Rally Obedience oder Fährtenarbeit an.

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Eurasier müssen richtig beschäftigt werden.© stock.adobe.com/DoraZett

Anschaffung

Wer einen Eurasier-Welpen kaufen möchte, muss sich unter Umständen auf Wartezeiten einstellen, denn pro Jahr gibt es nur etwa 300 bis 400 Welpen unter dem Dachverband des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH). Doch auch außerhalb des VDH gibt es einige Zuchtvereine. Eurasier-Welpen vom seriösen Züchter kosten in etwa 1.000 €.

Zuchthunde müssen einen umfangreichen Gesundheitscheck sowie eine Wesensüberprüfung durchlaufen – sie werden unter anderem auf Hüftgelenksdysplasie, Augenerkrankungen und Patellarluxation untersucht. Außerdem müssen Züchter nachweisen, dass die Welpen Anbindung an die Familie haben, damit sie auf den Menschen geprägt werden.

Wer einen Züchter für Eurasier sucht, ist beim VDH gut aufgehoben. Drei Vereine sind hier zu nennen:

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