Die 10 wichtigsten Signale der Körpersprache von Hunden

Hunde kommunizieren sowohl untereinander als auch mit dem Mensch. Dabei nutzen sie neben der Laut- auch ihre Körpersprache. Wir haben die 10 wichtigsten Signale der Körpersprache von Hunden zusammengestellt.

Körpersprache Hund
Hunde kommunizieren über ihre Körperhaltung. © Mary Swift-stock.adobe.com

Die Körpersprache ist die wichtigste Form der hündischen Kommunikation und wird meist in Kombination mit anderen Kommunikationsformen eingesetzt. Im frühen Umgang mit anderen Hunden lernen Welpen die feinen Nuancen des körperlichen Ausdrucks. Doch auch unter Hunden können Missverständnisse auftreten. Das liegt am rassebedingt unterschiedlichen Körperbau, also wenn zum Beispiel Ruten besonders kurz oder geringelt sind.

Einige Körpersignale sind aber unmissverständlich und sollten von uns Menschen erkannt und entsprechend beachtet werden. Das ist aus mehreren Gründen wichtig: Erstens funktioniert nur so die Mensch- Hund Kommunikation ohne Missverständnisse. Zweitens muss der Hundehalter auch verstehen können, wenn sein Hund sich in Situationen mit anderen Hunden oder Menschen unwohl fühlt. Dann ist es seine Aufgabe, seinen Hund zu beschützen und die Situation für ihn zu lösen. So stärkt er das Vertrauen seines Hundes sowie die Mensch-Hund-Bindung.

Die 10 wichtigsten Signale der Körpersprache, denen Sie immer wieder in Alltag begegnen werden, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

1. Fixieren

Der Blick des Hundes ist starr auf das Gegenüber gerichtet. Der ganze Körper steht unter Anspannung. Der Kopf ist ganz ruhig. Dieses Verhalten nennt sich „Fixieren“ und ist ein Imponier- und Drohverhalten. Häufig folgen auf das Fixieren weitere Verhaltensweisen zur Abschreckung des Gegenübers, zum Beispiel ein Schnappen in die Luft.

2. Vorkörpertiefstellung

Meistens ist die Vorkörpertiefstellung bei Hunden eine Spielaufforderung, sie kann aber auch beschwichtigend verwendet werden. Hier gilt es, die komplette Situation zu bewerten. Bei Hütehunden ist diese Stellung Teil des natürlichen Hüteverhaltens.

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Die Vorkörpertiefstellung ist meist eine Spielaufforderung von Hunden. © Mary Swift-stock.adobe.com

3. Eingefrorene Bewegung

Das Einfrieren in der Bewegung ist ein stark beschwichtigendes Verhalten, das der Hund in der Hoffnung einsetzt, dass sich eine Situation wieder entspannt. Er will einfach nicht mehr beachtet werden, fast vom Erdboden verschwinden. Zu beobachten ist diese Verhaltensweise gegenüber sich nähernden Artgenossen, aber auch beim Training mit dem Menschen, wenn die Stimmung für den Hund zu emotional oder aggressiv wird.

4. Pföteln

Das Anheben oder Anwinkeln der Vorderpfote hat viele unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen ist es ein Zeichen dafür, dass der Hund in einer Situation überfordert ist, zum Beispiel bei Stress durch zu viel Nähe. Das Pföteln kann aber auch aufdringlich und herausfordernd sein, wenn der Hund Aufmerksamkeit fordert. Es wird außerdem in Spielsituationen eingesetzt. Hier gilt es, die Gesamtsituation und die gesamte Körperhaltung des Hundes mit Ohren, Rutenstellung und Mimik zu beobachten.

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Das Pföteln hat bei Hunden mehrere Funktionen.© Sergey-stock.adobe.com

5. T-Stellung

Bei der T-Stellung sind immer zwei Hunde im Spiel. Sie stehen (ungefähr) in einem 90 Grad-Winkel zueinander, weshalb sie eine Art „T“ bilden. Diese Stellung kann viele verschiedene Bedeutungen haben. Hierbei kommt es immer auf den Kontext an:

  • Offensive T-Stellung mit Blickkontakt: Machtdemonstration, Hund will Stärke zeigen, aber auch bei unsicheren Hunden, die nicht richtig gelernt haben, zu kommunizieren  (eskaliert häufiger)
  • Defensive T-Stellung: benutzen führungsstarke Hunde, die es nicht nötig haben, auf eine Interaktion einzugehen
  • Abschirmende T-Stellung: dient zum Schutz, zum Beispiel von Welpen
  • Submissive T-Stellung (Hund schiebt sich unter den Kopf-Hals-Bereich des Partners und bleibt stehen): Kontaktaufnahme zwischen Bindungspartnern
  • T-Stellung als Spielaufforderung: Hunde stehen (oder einer liegt) quer zueinander, Kinn wird aufgelegt, Schulter wird angerempelt

Auch ein Mensch und ein Hund können in T-Stellung zueinander stehen. Der Hund steht dann quer zum Menschen, lehnt sich oft auch gegen seine Beine. Bei Bindungspartnern ist das eine freundliche Haltung, bei fremden Menschen jedoch eine unfreundliche Geste, die so viel sagen soll wie „Geh weg“.

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Die submissive T-Stellung.© Shutterstock/ Olga Murzina

6. Im Bogen gehen

Hunde gehen nur sehr selten direkt aufeinander zu. Sie nähern sich im Bogen, ein Zeichen der Deeskalation, eine vorsichtige Annäherung. Dem Gegenüber wird signalisiert, dass man nicht provozieren möchte. In der verkürzten Form, zum Beispiel an der Leine, wenden Hunde den Körper oft in einer bogenförmigen Bewegung voneinander ab.

7. Über den Fang lecken

Sich über das Maul zu lecken ist ein häufiges Körpersprachesignal und wird zum Beispiel von unsicheren Hunden eingesetzt. Meist sind zusätzlich die Ohren des Hundes nach hinten weggedreht und sein Blick abgewendet. Das soll das Gegenüber besänftigen und demütig wirken. Nicht zu verwechseln ist dieses Körpersprachesignal mit dem Maulputzen nach dem Fressen.

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Das lecken über den Fang nutzen häufig unsichere Hunde. © TeamDaf-stock.adobe.com

8. Den Kopf abwenden

Dieses typische Körpersprachesignal von Hunden ist zum Beispiel zu sehen, wenn der Hund sich vom Menschen durch Über-ihn-Beugen, Umarmen oder ähnliches bedrängt fühlt oder wenn sich zwei Hunde begegnen.

Der Hund dreht dabei seinen Kopf in die entgegengesetzte Richtung. Damit zeigt er seinem Gegenüber nicht etwa die kalte Schulter. In der Hundewelt ist das ein Zeichen von Höflichkeit, manchmal auch nur leicht angedeutet. Nur Hunde, die sich wirklich gut kennen und vertrauen, gehen mit direktem Blick aufeinander zu. Den Kopf abzuwenden ist für den Hund eine Geste, mit der er eine Situation entschärfen möchte, bevor sie heikel wird.

9. Gähnen

Dieses Signal zeigen Hunde sehr häufig und aus den verschiedensten Gründen. Zum einen ist es natürlich Zeichen von Müdigkeit. Das Gähnen hilft den Vierbeinern außerdem, sich in einer für sie stressigen Situation selbst zu beruhigen und zu entspannen. Sie gähnen übrigens auch, um auf ihr Gegenüber beruhigend einzuwirken.

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Gähnen bei Hunden steht nicht nur für Müdigkeit. © Lauren-stock.adobe.com

10. Am Boden schnüffeln

Hunde schnüffeln für ihr Leben gerne, da sie so ihre Gegend erkunden und andere Hunde riechen. Das Schnüffeln kann aber auch noch eine weitere Bedeutung haben. Dabei geht es nicht darum, einen besonders interessanten Geruch zu verfolgen. Bei genauer Betrachtung ist die Nase zwar knapp über dem Boden, der Blick gilt aber dem Gegenüber, wenn auch manchmal nur aus dem Augenwinkel. Es ist meist eine Kombination aus Beschwichtigung, zum Beispiel eines zu aufdringlichen anderen Hundes, und einer Übersprunghandlung.

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