Wenn der Hund Angst vor Gewitter hat

Viele Hunde haben Angst vor Gewitter, Blitz und Donner. Wie Sie Ihrem Hund bei Gewitter helfen können und was Sie tun sollten, wenn Sie beim Gassigehen von einem Gewitter überrascht werden, lesen Sie hier.

Hund unter einem Regenschirm
Viele Hunde haben Angst vor Gewitter.© Chalabala-stock.adobe.com

Viele Hunde haben Angst vor Unwetter und Sturm, manche sogar regelrechte Panik. Zum einen liegt das an den lauten Geräuschen. Viele Hunde sind sehr sensibel was Geräusche angeht und auch Blitz und Donner gehören zu den Geräuschen, die Hunden große Angst machen können. Zum anderen spüren Hunde aber auch den Druckabfall beim Gewitter. In Verbindung mit dem immer dunkler werdenden Himmel und starken Windböen kann das bei Hunden Stress, Angst oder gar Panik auslösen. Außerdem kann sich das Fell von Hunden bei Gewittern elektrostatisch aufladen, was eventuell auch zu Angst führen kann.

Anzeichen für Angst und Panik beim Hund

Um zu erkennen, ob Ihr Hund Angst vor dem Gewitter hat, sollten Sie auf seine Körpersprache achten. Anzeichen für Angst und Stress beim Hund sind:

  • zurückgelegte Ohren
  • aufgerissene Augen
  • hecheln
  • lecken der Lefzen
  • gähnen
  • eingezogene Rute

Manche Hunde verfallen bei Gewitter und Sturm in regelrechte Panik. Anzeichen dafür, dass Ihr Hund starke Angst oder Panik vor dem Gewitter hat, sind zum Beispiel:

  • lautes Bellen
  • starkes Zittern
  • panische Suche nach Versteck oder Fluchtmöglichkeit

Bei starker Panik sind Hund oft orientierungslos oder suchen mit aller Kraft nach einer Möglichkeit, der Situation zu entkommen. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Hunde zum Beispiel durch Glastüren oder Fenster springen oder sich bei einem anderen panischen Fluchtversuch verletzen.

Wenn Ihr Hund bei Gewitter Stressanzeichen oder Panik zeigt, sollten Sie handeln und Ihrem Hund zur Seite stehen.

Hund hat Angst bei Gewitter: So helfen Sie ihm

Diese 10 Tipps verraten, wie Sie Ihrem Hund bei Gewitterangst am besten helfen und was bei einem Gewitter absolute No-Gos sind:

1. Niemals bestrafen!

Wenn Ihr Hund Angst bei Gewitter hat, lautet Regel Nummer eins: Bestrafen Sie ihn niemals dafür. Auch nicht, wenn er aus Angst etwas kaputtmacht. Das ist ein absolutes No-Go. Denn so verknüpft der Hund das Gewitter nur mit weiteren negativen Erfahrungen, was die Angst bei künftigen Gewittern nicht schmälern wird.

2. Positive Assoziation

Verknüpfen Sie das Gewitter bei Ihrem Hund mit etwas Positiven. Damit beginnen Sie am besten schon im Welpenalter. So verbrindet der Hund Sturm, Blitz und Donner von Anfang an mit etwas Gutem, zum Beispiel einem besonderen Leckerli, und nicht mit Angst.

3. Nicht allein lassen!

Ganz wichtig: Wenn Ihr Hund bei Gewitter Angst oder Panik hat, lassen Sie ihn auf keinen Fall allein! Wenn zu der Angst vor dem Gewitter noch Angst vor dem Alleinsein dazukommt, verschlimmern Sie die Situation für Ihren Hund stark. Wenn Sie hingegen bei ihm sind und ihn beruhigen, helfen Sie ihm sehr. Ein panischer Hund kann sich außerdem verletzen.

4. Rückzugsort für den Hund

Hat Ihr Hund bei einem Gewitter Angst, ist es wichtig, ihm einen Rückzugsort zur Verfügung zu stellen. Im besten Fall handelt es sich dabei um einen leisen und dunklen Ort in Ihrer Nähe. Es eignet sich zum Beispiel der Platz unter einem Tisch oder Bett oder im Badezimmer (ohne Fenster). Sie können eine Decke über Ihren Hund legen, damit er es dunkel hat. Manche Hunde fühlen sich direkt bei ihrem Menschen am sichersten, viele suchen das Badezimmer auf. Oder Sie bauen Ihrem Hund eine kleine Höhle. Lassen Sie am besten Ihren Hund entscheiden, wo er sich sicher fühlt. Diesen Ort können Sie dann gemütlich für ihn gestalten.

Hund unter einer Decke
Es kann helfen, den Hund mit einer Decke zuzudecken, wenn er Angst vor Gewitter hat.© Sonja-stock.adobe.com

5. Sicht und Wege nach draußen verschließen

Besonders wichtig bei Unwetter ist es, dass der Hund nicht nach draußen kann. Nicht selten kommt es vor, dass Hunde in Panik bei Gewitter davonlaufen, sich verletzen, vor ein Auto laufen oder sich verirren. Das sollten Sie vermeiden. Verschließen Sie daher alle Wege nach draußen.

Zudem sollten Sie Vorhänge, Jalousien und Rollläden verschließen, sodass er nicht nach draußen sehen kann. Das beruhigt den Hund und zudem werden die lauten Geräusche so etwas leiser.

6. Den Hund ablenken

Wenn Ihr Hund Angst vor Gewitter hat, können Sie versuchen, ihn abzulenken. Spielen Sie zum Beispiel mit ihm, am besten sein Lieblingsspiel. Manche Hunde finden auch Musik entspannend. Wenn Sie wissen, welche Musik Ihren Hund entspannt, können Sie versuchen, ihn damit abzulenken.

Tipp: Musik oder ein angeschalteter Fernseher können auch dazu dienen, die lauten Unwetter-Geräusche etwas zu übertönen.

7. Das Verhalten des Hundehalters

Eine wichtige Rolle bei Gewitterangst von Hunden spielt auch das Verhalten des Hundehalters. Um Ihrem Hund zu helfen, sollten Sie sich wie folgt verhalten:

  • Bleiben Sie selbst ruhig, strahlen Sie Ruhe und Zuversicht an Ihren Hund aus. Reden Sie ruhig mit ihm oder kraulen Sie ihn. Ein absolutes No-Go ist es, selbst in Hektik zu verfallen. Denn wenn Sie selbst hektisch und gestresst sind, übertragen Sie diese Stimmung an den Hund.
  • Verhalten Sie sich ansonsten ganz normal. Seien Sie nicht überfürsorglich. Dann merkt Ihr Hund nämlich, dass gerade etwas nicht stimmt, beziehungsweise etwas „nicht normal“ ist. Der Hund sollte ein Gewitter aber als etwas Normales wahrnehmen, nicht als Ausnahmesituation.
Hund mit Spielzeug
Ablenken, Spielen, Kraulen, Ruhe ausstrahlen: So helfen Sie Ihrem Hund bei Gewitter. © Martina Schikore-stock.adobe.com

8. Desensibilisierung

Eine Möglichkeit, um Angst vor Gewitter beim Hund vorzubeugen, beziehungsweise loszuwerden, ist die Desensibilisierung. Dabei gewöhnen Sie Ihren Hund langsam an die lauten Geräusche. Spielen Sie Blitz- und Donnergeräusche über mehrere Wochen hinweg erst leise, dann immer lauter ab. Während die Geräusche laufen, spielen Sie mit Ihrem Hund, streicheln oder füttern ihn. So gewöhnt sich der Hund an die lauten Töne und verknüpft sie mit etwas Normalen und sogar Angenehmen.

9. Hausmittel

Wenn Ihr Hund tatsächlich panische Angst vor Gewitter hat und sich nicht ablenken oder beruhigen lässt, können Sie überlegen, ihm natürliche Mittel mit beruhigender Wirkung wie zum Beispiel Bachblüten zu geben. Allerdings sollten Sie das nicht einfach selbst entscheiden, sondern zuvor kurz mit einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker sprechen. Denn Hunde vertragen nicht alles, was beim Menschen wirkt!

Wenn bei Ihrem Hund keine Ablenkungs- oder Beruhigungsmethode hilft und er seine Gewitterangst nicht loswird, sollten Sie einen Experten (zum Beispiel Hundetrainer oder Tierpsychologe) kontaktieren. Vielleicht kann er Ihrem Hund die Angst vor dem Gewitter nehmen.

10. Erst rausgehen, wenn es wieder ruhig ist

Sie sollten Ihren Hund während eines Gewitters nicht nach draußen lassen. Gehen Sie erst mit ihm nach draußen, wenn das Gewitter komplett aufgehört hat und es wieder ganz ruhig ist.

Hund liegt im Badezimmer
Manche Hunde suchen bei Gewitter am liebsten das Badezimmer als Rückzugsort auf. © Sonja-stock.adobe.com

Beim Gassigehen vom Gewitter überrascht: Was tun?

Bei Gewitter Gassi zu gehen ist keine gute Idee. Doch was tun, wenn man während des Spaziergangs mit dem Hund vom Gewitter überrascht wird? Sturm, Blitz und Donner können plötzlich beginnen.

Generell gilt: Wenn Sie beim Gassigehen merken, dass sich über Ihnen ein Unwetter zusammenbraut, treten Sie den Rückweg an. So kommen Sie wahrscheinlich noch zu Hause oder an Ihrem Auto an, bevor es durch Blitze gefährlich werden kann.

Tipp: Überprüfen Sie vor Beginn einer längeren Gassirunde immer kurz den Wetterbericht, gerade wenn es aktuell oft gewittert. Selbstverständlich sind die Vorhersagen nicht immer zu 100 Prozent zuverlässig, doch Sie geben auf jeden Fall eine Orientierung, ob eine lange Gassirunde gerade eine gute Idee ist oder nicht.

Werden Sie von einem Unwetter mit Blitz und Donner beim Gassigehen überrascht, sollten Sie einen Unterschlupf für sich und Ihren Hund suchen. Folgende Aspekte sind dabei wichtig:

  • Wenn Sie im Wald oder Park unterwegs sind, suchen Sie nach einer Hütte oder einem Häuschen, wo Sie sich verstecken können.
  • Auf freiem Feld ist eine Hütte kein geeignetes Versteck, da das dort im Gegensatz zum Wald der höchste Punkt ist. Blitze schlagen meist am höchsten Punkt ein. Vermeiden Sie daher, der höchste Punkt zu sein! Die beste Position: Klein machen, in die Hocke gehen, die Beine dicht zusammen und die Fersen anheben.
  • Achten Sie auch auf Ihren Hund. Vielleicht finden Sie eine Mulde im Boden oder eine Parkbank, unter der er sich verstecken kann. Oft suchen Hunde auch instinktiv nach Schutz.
  • Bewahren Sie Ruhe und vermitteln Sie Ihrem Hund Sicherheit, lassen Sie ihn nicht freilaufen.
  • Halten Sie mindestens 10 Meter Abstand zu Bäumen. Auch andere hohe Objekte, zum Beispiel Stromasten oder Laternen, sollten Sie meiden, da dort ein Blitz am ehesten einschlägt.
  • Halten Sie sich nicht in der Nähe von Wasser auf.
  • Im Auto sind Sie und Ihr Hund vor dem Gewitter gut geschützt. Brücken oder Unterführungen bieten Unterschlupf.
Gassigehen bei Regen
Beim Gassigehen vom Gewitter überrascht: Auf offenem Feld können Blitze gefährlich werden. © Chalabala-stock.adobe.com
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