Demenz bei Katzen

Nicht nur Menschen können an Demenz erkranken, sondern auch Katzen. Da die Symptome nicht immer eindeutig sind, wird die Demenz bei Katzen aber häufig gar nicht erkannt. Erfahren Sie hier alles zu den Symptomen und der Behandlung von Demenz bei Katzen.

Auch Katzen können an Demenz erkranken.
Auch Katzen können an Demenz erkranken.© Juhku-stock.adobe.com

Die Bezeichnung Demenz kommt aus dem lateinischen und bedeutet nichts anderes als "Verstand weg". Man bezeichnet damit eine Vielzahl von Krankheiten, bei denen die Nerven im Gehirn allmählich absterben. Alzheimer ist die bekannteste Demenzerkrankung. Auch Katzen können eine Alzheimer-ähnliche Krankheit haben, wie Forscher der Universität Edinburgh herausfanden. Sie tritt vor allem bei Katzen höheren Alters auf. Man schätzt, dass rund ein Drittel aller Katzen ab einem Alter von elf und sogar die Hälfte aller Katzen ab einem Alter von 15 Jahren "Katzen-Alzheimer" haben.

Symptome einer Demenz bei Katzen

Leidet eine Katze unter Demenz, so ist das daran zu erkennen, dass sich ihr Verhalten verändert. Das ist aber von Katze zu Katze unterschiedlich. Mögliche Anzeichen können sein:

  • Die Katze vergisst, wo ihre Toilette steht und wird stubenunrein.
  • Der Schlaf-Wach-Rhythmus der Katze verändert sich häufig: Sie tigert nachts ziellos umher und weckt ihre Menschen durch andauerndes lautstarkes Schreien auf.
  • Die Katze hat Probleme damit, ihre altbekannte Katzenklappe zu nutzen.

Andere Symptome der Demenz bei Katzen werden häufig übersehen, weil man sie häufig als normale Altersveränderungen wertet:

  • Verlust des Orientierungsvermögens
  • vermehrtes Schlaf- und Ruhebedürfnis
  • abnehmendes Interesse an der Umwelt
  • zunehmende Unsicherheit und Reizbarkeit

All diese Symptome können jedoch auch durch andere chronische Erkrankungen hervorgerufen werden. Unsauberkeit beispielsweise kann durch chronische Blasenentzündungen, Diabetes mellitus oder auch durch Gelenkschmerzen verursacht werden. Gelenkschmerzen können auch die Ursache für ein verändertes Ruhe- und Bewegungsverhalten, Ängstlichkeit und Reizbarkeit sein. Darüber hinaus beeinflussen auch hormonelle Krankheiten, wie die Überfunktion der Schilddrüse, Nierenfunktionsstörungen, Leberschäden oder andere Organkrankheiten die Gehirnfunktion und damit das Verhalten der Katze.

Diagnose einer Demenz bei Katzen

Bislang gibt es noch keinen Test, mit dem sich eine Demenz bei einer Katze zweifelsfrei diagnostizieren lässt. Daher muss der Tierarzt erst alle anderen möglichen Ursachen ausschließen. Sind andere Alterskrankheiten wie Arthrose oder eine Nierenfunktionsschwäche nur mild ausgeprägt, lassen sich starke Verhaltensänderungen nicht allein dadurch erklären und eine Demenz ist trotzdem wahrscheinlich.

Gemeinsames Spielen und viel Zuneigung hilft dementen Katzen. ©soupstock-stock.adobe.com

Behandlung einer Demenz bei Katzen

Eine Demenz ist unheilbar. Es gibt auch noch keine Medikamente, die diese Krankheit effektiv in den Griff bekommen können. Die Symptome lassen sich durch eine symptomatische Behandlung allenfalls mildern. Zur symptomatischen Behandlung gehören die konsequente Therapie aller anderen begleitenden Erkrankungen und der liebevoll-beruhigende und gleichzeitig aktivierende Umgang mit der dementen Katze.

Ähnlich wie Muskulatur, die nicht trainiert wird, geht auch Gehirngewebe ein, das nicht genutzt wird. Menschen empfehlt man daher Gehirnjogging, also lebenslanges Lernen und Lösen von kniffligen Aufgaben, um die Hirnzellen zu trainieren und geistige Fähigkeiten lange zu erhalten.

Gehirnjogging kann eine bestehende Demenzerkrankung bei der Katze sicher nicht heilen. Ob es das Krankheitsbild verbessern oder das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten kann, ist nicht erwiesen. Und dennoch lohnt es sich, denn die liebevolle Beschäftigung mit der Katze festigt auf jeden Fall das emotionale Band zwischen Tier und Mensch. Doch wie geht eigentlich Gehirnjogging bei der Katze? Bei Katzen zählt alles zum Gehirnjogging, was ihren Alltag abwechslungsreicher macht:

  • Interaktive Spiele mit der Katzenangel trainieren Körper und Geist gleichermaßen.
  • Statt das ganze Futter im Napf zu servieren, sollte man die Katze zumindest für einen Teil davon arbeiten lassen. Trockenfutter kann man beispielsweise in einem Raum ausstreuen, sodass es die Katze Bröckchen für Bröckchen aufsuchen muss. Nassfutter teilt man in winzige Portionen, die man in kleinen Schälchen an verschiedenen Stellen im Raum aufstellt.
  • Man kann das Gehirn der Katze auch mit sanften Reizen anregen – zum Beispiel, indem man einen Karton mit etwas Laub oder raschelndem Papier befüllt und die Katze ihn untersuchen lässt.
  • Streicheleinheiten und sanfte Massagen stimulieren das gesamte Nervensystem und vermitteln der Katze Geborgenheit und Zuwendung.

Wichtig ist, dass alle Übungen und Spiele ohne Stress stattfinden, denn am besten wirkt Gehirnjogging, wenn die Katze dabei einfach Spaß hat.

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