Epilepsie bei Katzen

Auch Katzen können an Epilepsie erkranken. Dabei handelt es sich um eine Nervenerkrankung des Gehirns. Erfahren Sie hier, wie Sie Epilepsie bei Ihrer Katze erkennen können, wie ein Anfall abläuft, welche Ursachen diese Krankheit haben kann und was Sie tun können, um Ihrer Katze dabei zu helfen.

Auch Katzen können an Epilepsie erkranken.
Auch Katzen können an Epilepsie erkranken.© adiruch na chiangmai-stock.adobe.com

Epilepsie ist eine Funktionsstörung des Gehirns, bei der sich die Nerven unkontrolliert entladen. Dieses "Gewitter im Gehirn" beeinträchtigt die Wahrnehmung der Außenwelt, trübt das Bewusstsein und nimmt die Kontrolle über Körperteile oder gar den ganzen Körper. Die Krankheit äußert sich in unregelmäßigen Abständen durch sogenannte epileptische Anfälle.

Der Ablauf eines epileptischen Anfalls bei Katzen

Ein klassischer epileptischer Anfall bei Katzen besteht aus drei Stadien:

1.Aura

Die Aura ist die "Vorbereitungsphase". In ihr zeigt die Katze ein verändertes Wesen, sie verhält sich ungewöhnlich, aber nicht unbedingt auffällig.

2. Grand Mal oder Iktur

Beim eigentlichen Anfall, dem Grand Mal, stürzt die Katze urplötzlich, verliert das Bewusstsein und krampft. Auch folgende Verhaltensweisen können auftreten:

  • Das Fell sträubt sich.
  • Die Katze speichelt stark.
  • Die Katze verliert Kot und Harn.
  • Kau- und Laufbewegungen kann man häufig beobachten.

Ein derartiger Anfall dauert meist 30 Sekunden bis zwei Minuten. Bei länger anhaltenden Anfällen sollten Sie sofort einen Tierarzt verständigen.

3. Postikale Phase

Die Nachanfalls- oder postiktale Phase ist unterschiedlich lang. Katzen können noch Stunden nach einem Anfall benommen, desorientiert, aggressiv oder ängstlich wirken. Bewegungsstörungen und abnormer Hunger treten in dieser Zeit regelmäßig auf.

Während eines Anfalls Ihrer Katze sollten Sie vor allem ruhig bleiben. Hektische Bewegungen, laute Geräusche oder Festhalten können den Anfall verstärken. Fassen Sie die Katze deshalb nicht an. Schützen Sie sie aber vor Verletzungen, indem Sie gefährliche Gegenstände beiseiteräumen oder abpolstern. Wenn sich ein Anfall ankündigt, sollen Sie Ihre Katze in einen sicheren Raum einsperren.

Bei Katzen ist der klassische generalisierte epileptische Anfall allerdings selten. Sie leiden häufiger unter sogenannten partiellen Anfällen, die zum Teil schwer deutbare Symptome auslösen. Dazu gehören:

  • Muskelzuckungen
  • Krämpfe einzelner Muskelgruppen
  • Schnappen nach eingebildeten Fliegen
  • Rennanfälle
  • Sehstörungen
  • glasiger Blick
  • Juckreiz

So harmlos manche dieser Symptome scheinen, sie sind es nicht – denn sie alle können zu einem Status epilepticus führen, einem nicht aufhörenden Anfall oder dicht aufeinander folgenden Anfällen, die das Gehirn nachhaltig schädigen können. Für die Gesundheit Ihrer Katze ist es daher wichtig, dass Sie mit Ihrem Tierarzt sprechen, wenn Sie bei Ihrer Katze Epilepsie vermuten. Am besten filmen Sie das Verhalten Ihrer Katze während eines Anfalls und zeigen ihm die Aufnahme.

Ursachen der Epilepsie bei Katzen

Man unterscheidet die primäre oder idiopathische Epilepsie von der sekundären Form. Idiopathisch heißt, dass man die Ursache für die Anfälle nicht kennt, wohingegen bei der sekundären Epilepsie Krankheiten innerhalb oder außerhalb des Gehirns die Anfälle verursachen.

In diesen Fällen hören mit der erfolgreichen Behandlung der Grunderkrankung auch die Anfälle auf. Tatsächlich muss der Tierarzt durch Untersuchungen erst alle anderen Faktoren ausschließen, bevor er die Diagnose primäre Epilepsie stellen kann. Denn es gibt noch keinen direkten "Epilepsie-Test".

Epilepsie bei Katzen kann mit Medikamenten kontrolliert werden. © Anton-stock.adobe.com

Behandlung der Epilepsie bei Katzen

Eine idiopathische primäre Epilepsie ist unheilbar, in vielen Fällen ist sie aber durch sogenannte Anti-Epileptikain den Griff zu bekommen. Bei der Katze kommen vor allem Phenobarbital, Kaliumbromid und im Notfall Diazepam zum Einsatz.

Die Medikamente unterdrücken die unkontrollierte Nervenaktivität. Allerdings dauert es meist eine Weile, bis der Tierarzt die richtige Wirkstoffkombination und Dosierung für die Katze ermittelt hat. Das ist wegen der schweren Nebenwirkungen, zum Beispiel Leberschäden, die die Medikamente verursachen können, besonders wichtig. Zu Beginn der Therapie sind die Tiere häufig müde und lustlos. Doch das hört meist nach zwei bis drei Wochen wieder auf.

Wenn Sie mit der Behandlung unzufrieden sind, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt oder konsultieren Sie einen zweiten, aber handeln Sie nicht eigenmächtig. Das Absetzen der Medikamente könnte einen schweren Anfall provuzieren!

Empfehlenswert ist das Führen eines Epilepsie- Tagebuchs für Ihre Katze, in dem Sie die Dauer und Stärke eines Anfalls festhalten sowie seine Begleitumstände und seine Vorboten. Eventuell kommen Sie so auslösenden Faktoren, beispielweise bestimmte Geräusche, auf die Spur. Diese Faktoren können Sie dann ausschalten oder reduzieren. Das heilt die Katze zwar nicht, kann aber die Anfallshäufigkeit deutlich vermindern. Das Registrieren der ersten Anzeichen hilft Ihnen, einen drohenden Anfall rechtzeitig zu erkennen und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

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