Giardien bei Katzen

Giardien sind in der Regel nicht lebensgefährlich für die Katze, aber sie können Katzenbesitzern den letzten Nerv rauben, weil sie immer wieder kommen können. Alles über Giardien bei Katzen lesen Sie hier.

Katze
Giardien sind Parasiten, die bei Katzen zu Durchfall führen.© kosmos111-stock.adobe.com

Giardien sind einzellige Parasiten, die im Dünndarm leben. Vor allem junge Katzen und Katzen mit einem geschwächten Abwehrsystem sind von der Erkrankung betroffen.

Symptome von Giardien bei Katzen

Bei jungen Katzen oder Tieren mit einem geschwächten Abwehrsystem verursachen Giardien Durchfälle, die wässrig, blutig, schleimig und/oder fettig sein können. Die Durchfälle können nach 24 Stunden von selbst aufhören, aber auch über Monate andauern oder immer wiederkehren.

Meistens haben die erkrankten Tiere außer Durchfall keine anderen Symptome. Bei schweren andauernden Durchfällen können aber weitere Symptome auftreten:

  • Flüssigkeitsverlust
  • Mangelerscheinungen
  • Appetitmangel
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Erbrechen

Katzen mit Giardien ohne Symptome

Ausgewachsene Katzen mit gesundem Immunsystem zeigen bei einem Befall mit Giardien meistens keine Symptome. Symptomfreie Katzen mit Giardien scheiden aber unerkannt infektiöse Giardien-Zysten mit dem Kot aus. Diese symptomfreien Ausscheider tragen zur weiten Verbreitung der Darmparasiten bei. Eine Analyse von Befunden des Instituts für Parasitologie der Universität Wien 2015 ergab, dass 15,3 Prozent von 3.174 Katzenkotproben positiv für Giardien waren.

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So infizieren sich Katzen mit Giardien

Die infektiösen Zysten der Giardien können sich fast überall in der Umwelt befinden. In kühlem Wasser können Giardien drei Monate lang überleben. Katzen können sich infizieren, wenn sie beispielsweise Wasser aus Teichen, Pfützen oder Vogelbädern trinken. Auch das Schnüffeln an Kot oder das Ablecken kontaminierter Oberflächen kann zur Ansteckung führen.

Auch Wohnungskatzen können sich leicht infizieren, weil beispielsweise Stubenfliegen die Parasiten an ihren Füßchen von draußen in die Wohnung einschleppen. Da Katzen keine ausreichende Immunität gegen Giardien entwickeln, können sie sich immer wieder mit den Parasiten infizieren.

Diagnose von Giardien bei Katzen

Wenn Ihre Katze mehrere Tage am Stück oder immer wiederkehrend Durchfall hat oder sogar noch weitere Symptome eines Giardien-Befalls zeigt, müssen Sie sie einem Tierarzt vorstellen. Dort kann mithilfe eines Schnelltests festgestellt werden, ob Ihre Katze an Giardien leidet oder nicht.

Für den Test ist eine Kotprobe der Katze notwendig, meist eine Sammelprobe, die Kot der letzten drei Tage enthält. Ihr Tierarzt wird Ihnen hierzu genau mitteilen, welche Proben er benötigt.

Katze beim Tierarzt
Der Tierarzt kann Giardien diagnostizieren. © Elnur-stock.adobe.com

So ansteckend sind Giardien für Katzen, Hunde und Menschen

Wenn eine Katze Giardien hat, muss nicht nur sie, sondern auch alle anderen Katzen im Haushalt behandelt werden, weil sich die Tiere sonst immer wieder gegenseitig anstecken. Wenn der spezielle Giardientyp der kranken Katze auch für Hunde infektiös ist, müssen auch alle Hunde im Haushalt behandelt werden.

Um welchen Giardientyp es sich im Einzelfall handelt, kann der Tierarzt mit einer Spezialuntersuchung feststellen. Nach der Spezialuntersuchung ist auch klar, ob der Giardientyp der Katze auf Menschen übertragbar ist. Der bei Katzen übliche Giardientyp ist das nicht. Aber in seltenen Fällen kann bei der Katze auch ein für Menschen infektiöser Giardientyp gefunden werden, der vor allem für Kleinkinder und geschwächte Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellt.

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Behandlung von Giardien bei Katzen

So werden Giardien bei Katzen behandelt:

  1. Medikamente, die die Einzeller abtöten. Der Erfolg der Therapie wird durch wiederholte Kotuntersuchungen kontrolliert.
  2. Unterstützung durch kohlenhydratarmen Diät möglich

Zusätzlich sollte man sich bemühen, das Reinfektionsrisiko zu senken, sonst kann es passieren, dass die Katze trotz erfolgreicher Therapie ein paar Tage später wieder Symptome zeigt, weil sie sich wieder Giardien aus der Umwelt eingefangen hat.

Wiederansteckung vermeiden

Um eine Reinfektion zu vermeiden, sollten Sie besonders auf die Hygiene achten:

  • Sehr wichtig ist das zeitnahe Entfernen und hygienische Entsorgen von Kot aus dem Katzenklo.
  • Die Katzentoilette sollte einmal täglich gründlich gereinigt, dann mit kochendem Wasser ausgespült und abgetrocknet werden.
  • Kot, der mal daneben ging, und Kotspritzer müssen ebenfalls sorgfältig entfernt und die verunreinigten Oberflächen müssen gereinigt werden. Optimal ist hier der Einsatz von Dampfstrahlern, die einen Dampf von über 60 Grad produzieren.
  • Futter- und Trinkgefäße säubert man täglich mit kochendem Wasser oder spült sie bei mehr als 65 Grad in der Spülmaschine. Spielzeug behandelt man genauso – zwar regelmäßig aber nicht unbedingt täglich.
  • Die Lieblingsdecken und -kissen der Katze sollten bei über 65 Grad gewaschen werden. Kratzbäume sind gründlich abzusaugen und zu reinigen.

Zusätzlich ist eine regelmäßige Desinfektion sinnvoll. Allerdings wirken haushaltsübliche Desinfektionsmittel in der Regel nicht gegen Giardien und übrigens auch nicht gegen andere Parasiten, wie beispielsweise Wurmeier. Am besten lassen Sie sich in der Tierarztpraxis beraten, welche Mittel wirken und wie man sie fachgerecht und sicher einsetzt.

Katzenklo
Hygiene ist das A und O, um Giardien vorzubeugen. © ajlatan-stock.adobe.com

Besonders hartnäckige Fälle

In hartnäckigen Fällen kann es nötig werden, die Katze mit einem Spezial-Shampoo zu baden, um sie von anhaftenden Kotresten zu säubern. Bei langhaarigen Katzen kann es hilfreich sein, die Haare um den Anus zu kürzen. Bevor Sie Ihre gute Beziehung zur Katze bei diesen Aktivitäten aufs Spiel setzen, können Sie auch den Tierarzt oder einen Tierfriseur fragen, ob sie den Reinigungs-Service gegen Gebühr übernehmen.

In den meisten Fällen hört Giardien-Durchfall spätestens nach dem ersten Lebensjahr der Katze auf.

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