Trauriger Rekord: Mehr als 1.000 Hunde und Katzen nach Silvester vermisst

Das neue Jahr 2023 startet mit einem traurigen Rekord: Noch nie entliefen mehr Hunde in einer Silvesternacht. Auch zahlreiche Katzen galten nach dem Jahreswechsel als vermisst.

Hund-entlaufen-Silvester.png
© stock.adobe.com/annaav

Die Tierschutzorganisation Tasso e.V. betreibt Europas größtes kostenloses Haustierregister. Leider hat die Organisation einen traurigen Rekord zu vermelden: Insgesamt liefen mehr als 1.100 Hunde und Katzen in der Silvesternacht von ihren Besitzern weg und wurden als vermisst gemeldet. Zwar fanden einige wieder den Weg nach Hause, aber viele Tierhalter müssen immer noch sehnlichst darauf warten, dass ihr geliebtes Haustier nach Hause zurückkehrt.

Das könnte Sie auch interessieren
beruhigungsmittel-hund-angst-stress-hunde.jpg
Beruhigungsmittel für den Hund: Die Top 3 im Vergleich
Mit Beruhigungsmitteln für Hunde können Sie Ihr Haustier beruhigen. Was wirklich hilft und worauf Sie achten müssen, erfahren Sie hier.

Hunde und Katzen an Silvester entlaufen: Das sind die Rekord-Zahlen

Insgesamt wurden in der Silvesternacht und am Neujahrstag 667 Hunde und 500 Katzen beim Haustierregister Tasso als vermisst gemeldet. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Tag im Jahr 2022 wurden 88 Hunde als vermisst gemeldet. „Das ist ein unglaublicher Anstieg, den wir auch in diesem Jahr wieder bei unserem Anrufaufkommen gespürt haben“, sagt die Leiterin der TASSO-Notrufzentrale Heike Wempen-Dany.

Bei den Katzen sind es durchschnittlich 246 entlaufene Katzen an einem Tag. Tasso spricht hier von einer minimalen "Steigerung im Vergleich zu einem normalen Tag". Allerdings habe das folgende Gründe:

  • In den Wintermonaten werden grundsätzlich weniger Katzen als vermisst gemeldet.
  • Katzen werden meist erst einige Tage nach dem Verschwinden vermisst gemeldet. Nicht alle Katzen, die in der Silvesternacht verschwunden sind, sind bereits als vermisst gemeldet.
  • Katzen verstecken sich und kehren oft selbstständig wieder zurück.
  • Die meisten Katzenhalter lassen ihr Haustier in der Silvesternacht nicht mehr nach draußen.

Tasso möchte klarstellen, dass Katzen die laute Silvesternacht ebenso als "angstvolle Stunden erleben, vor lauter Panik nicht fressen, sich zitternd in der Wohnung verstecken, sich vor lauter Stress nicht lösen können und schrecklich leiden". Dass die Zahl der vermissten Katzen in der letzten Silvesternacht nicht so stark wie bei den Hunden angestiegen ist, soll also nicht bedeuten, dass Katzen den Silvester-Lärm besser wegstecken.

Die Zahlen im Überblick (Stand: 04. Januar 2023)

entlaufene Hunde
am 31. Dezember
667
zurückvermittelte Hunde
am 31. Dezember und
am 1. Januar*
473

 

entlaufene Katzen
am 31. Dezember
500
zurückvermittelte Katzen
am 31. Dezember und
am 1. Januar*
277

 

*Bei den zurückvermittelten Tieren sind nicht nur Hunde und Katzen aufgezählt, die in der Silvesternacht weggelaufen sind. Darin enthalten sind auch Tiere, die bereits zuvor entlaufen waren.

Hund-entlaufen-Silvester-telefonieren.png
© stock.adobe.com/PheelingsMedia
Das könnte Sie auch interessieren
Beruhigungsmittel-Katze.png
Beruhigungsmittel für Katzen: Die Top 3 im Vergleich
Welche Beruhigungsmittel für Ihre Katze sicher sind und wie Sie Ihre rollige Katze beruhigen oder ihr die Angst vor dem Tierarzt nehmen, erfahren Sie hier.

Warum sind dieses Silvester so viele Haustiere weggelaufen?

Für den immensen Anstieg an vermissten Haustieren (vor allem Hunde) in der letzten Silvesternacht macht die Tierschutzorganisation Tasso vor allem den Wiederverkauf von Böllern und das Aufheben von den zuvor geltenden Kontaktbeschränkung aufgrund der Corona-Pandemie verantwortlich.

Zwar sei auch in an den Silvesterabenden 2020 und 2021 die Zahl der vermissten Hunde und Katzen deutlich höher als im Rest des Jahres gewesen, allerdings sei der Anstieg der vermissten Tiere vom Jahreswechsel 2022 auf 2023 immens und ein neuer, trauriger Rekord. Die Leiterin der Tasso-Notrufzentrale Heike Wempen-Dany bezeichnet das vergangene Silvester als "Ausnahmezustand bei Tasso". Sie bedankt sich für die überwältigende Hilfe von Tierfreunden, die sich in der Nacht um zugelaufene Hunde und Katzen gekümmert haben.

Damit die Tiere in der Silvesternacht nicht mehr leiden müssen und vor Panik weglaufen, spricht sich Tasso in einem breiten Aktionsbündnis für ein endgültiges Verbot von privaten Silvesterbölllern und Feuerwerksraketen aus. In diesem Bündnis (koordiniert von der Deutschen Umwelthilfe) sind darin folgende Organisationen vertreten:

  • Gewerkschaft der Polizei (GdP)
  • PETA Deutschland
  • Deutsches Tierschutzbüro
  • VIER PFOTEN
  • Stiftung für Tierschutz
  • Jane Goodall Institut Deutschland
  • Deutscher Tierschutzbund
  • Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes

Das könnte Sie auch interessieren:

"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
EHfT03_001.jpg