Artgerechte Frettchen-Haltung

Frettchen als Haustier halten

Frettchen als Haustiere artgerecht zu halten ist eine große Herausforderung und will daher wohl überlegt sein. Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen der artgerechten Frettchen-Haltung für Sie zusammengestellt.
 
 
Frettchen als Haustier halten © shutterstock / Lukas Juocas
Frettchen-Haltung will wohl überlegt sein!
Frettchen brauchen viel Platz, verursachen unangenehmen Geruch und bedeuten langjährige Verantwortung. Werden Frettchen falsch gehalten, können sie schwerwiegende Verhaltensstörungen wie Bissigkeit entwickeln. Nicht zu vergessen die Kosten, die Frettchen-Haltung verursacht. Alle, die Frettchen bereits als Haustiere halten, finden im Folgenden Antworten auf die wichtigsten Fragen der artgerechten Frettchen-Haltung. Und jene, die noch unsicher sind, ob Frettchen wirklich die passenden Haustiere für sie sind, finden hier Hilfe bei der Entscheidung.

 

Warum stinken Frettchen?

Frettchen stinken – das ist kein Vorurteil. Wer sich für die Frettchen-Haltung entscheidet, sollte keine empfindliche Nase haben. Verantwortlich für den Geruch sind die Analdrüsen, die ein stinkendes Sekret absondern, vor allem wenn Frettchen Stresssituationen ausgesetzt sind. Männliche Frettchen, die Rüden, stinken umso mehr, wenn sie sich in der Ranz befinden. Nach einer Kastration stinken Frettchen weniger. Dennoch haftet Frettchen auch dann ein intensiver Eigengeruch an. Frettchen zu baden, hilft nicht gegen den intensiven Eigengeruch der Tiere. Vielmehr werden Frettchen durch Suhlen im Katzenklo versuchen, ihren Eigengeruch wieder anzunehmen. Außerdem setzen Sie die Tiere durch das Baden einer Stresssituation aus und bewirken so, dass Frettchen ihre Analdrüsen entleeren und so noch mehr stinken.
 
Achtung: Die Analdrüsen zu entfernen oder die Rüden zu kastrieren, um zu verhindern, dass Frettchen stinken, ist durch das Tierschutzgesetz verboten!
 
 

Frettchen kastrieren – ja oder nein?

Frettchen zu kastrieren ist nur bedingt mit dem Tierschutz vereinbar. Dennoch wird Frettchen-Haltern von Tierärzten empfohlen, ihre Frettchen kastrieren zu lassen. Das sind die Gründe:
 
  • Während der Ranz kann es im Frettchen-Rudel zu heftigen Rangordnungskämpfen mit anderen Männchen kommen. Bissverletzungen und blutende Wunden sind die Folge.
  • Rüden belästigen Fähen, noch bevor diese in die Ranz kommen. Es kommt zur Unruhe im Frettchen-Rudel bis hin zu Bissverletzungen bei den Weibchen.
  • Wird ein Weibchen nicht gedeckt, kommt es zu Hormonstörungen. Die Folge ist die Dauerranz, die für das Weibchen tödlich enden kann.
  • Kann ein Rüde nicht regelmäßig decken, kann er Verhaltensstörungen entwickeln
 
Der optimale Zeitpunkt, um die Frettchen zu kastrieren, ist gekommen, sobald die Frettchen im Alter von neun bis zwölf Monaten geschlechtsreif sind.
 
Beachten Sie auch unbedingt unsere weiteren Hinweise zur Kastration von Fähen .
 
Sollten Sie ein Frettchen-Rudel planen, dann informieren Sie sich vorher über Paarung, Aufzucht und Nachwuchs von Frettchen !

 

Frettchen alleine oder zu zweit halten?

Frettchen sollten niemals alleine gehalten werden! Frettchen sind Rudeltiere, Einzelhaltung von Frettchen ist daher tabu.

Frettchen allein oder zu zweit halten?
Frettchen alleine zu halten ist tabu! © shutterstock / Harald Schmidt

Selbst wenn Sie viel Zeit für Ihr Frettchen haben, einen Artgenossen können Sie ihm keinesfalls ersetzen. Ein Frettchen in Einzelhaltung wird sich einsam fühlen und Verhaltensstörungen entwickeln. Man muss also mindestens zwei Frettchen halten.
 
Tipp: Empfehlenswert ist es, ein Frettchen-Pärchen zu halten. Wenn Rüden rechtzeitig kastriert werden, kommt es nicht zu unerwünschtem Nachwuchs. Auch zwei Frettchen-Weibchen vertragen sich gut. Zwei Rüden zu halten ist nicht empfehlenswert, sie würden häufig Kämpfe austragen.


 
Frettchen im Käfig oder im Außengehege halten?

Frettchen im Käfig zu halten ist in Ordnung, so lange der Frettchen-Käfig artgerecht gestaltet ist und Sie Ihren Frettchen mehrere Stunden täglich Freilauf ermöglichen. Tipps für den optimalen Frettchen-Käfig und die Käfig-Einrichtung haben wir hier für Sie zusammengestellt.

 
Käfiggröße und Einrichtung:
  • Mindestmaße: 120 x 60 x 60 cm pro Tier (Empfehlung von Europäischer Tier- und Naturschutz e. V.)
  • Große Tür für eine leichte Reinigung
  • Zwei bis drei Etagen mit Verbindung durch Treppen, Röhren o.ä.
  • Mehrere Schlafplätze, z.B. Schlafhäuser mit Kuscheltüchern, Katzen-Körbe mit Kuscheldecken, Hängematten o.ä.
  • Zahlreiche Versteckmöglichkeiten, z.B. Pappschachteln gefüllt mit raschelndem Papier, Raschelsack für Katzen u.ä.
  • Ein Klo pro Etage, z. B. Katzenklos mit Klumpstreu
  • Stabile, leicht zu reinigende Näpfe für Wasser und Futter
  • Spielzeug zur Beschäftigung, z.B. Katzenspielzeug

Je interessanter und abwechslungsreicher Sie den Frettchen-Käfig gestalten, umso wohler werden sich Ihre Frettchen dort fühlen.

Frettchen im Käfig
Den Frettchen-Käfig sollten Sie möglichst abwechslungsreich gestalten! © Best dog photo

Empfehlenswert ist eine kombinierte Haltung drinnen und draußen. Die Einrichtungstipps von oben gelten gleichermaßen auch für die Gestaltung eines Außengeheges für Ihre Frettchen. Einige Besonderheiten gilt es bei einem Außengehege für Frettchen jedoch zu beachten.
 

Außengehege für Frettchen:
  • Maße: Die Abmessung sollte deutlich größer sein, als die empfohlenen Maße für den Käfig in der Wohnung
  • Standort: Keine direkte Sonneneinstrahlung, sondern kühl und schattig. Sonnenschutz und Regenschutz anbringen!
  • Sicherheit: Frettchen buddeln tief. Das Außengehege auch nach unten absichern!
  • Ausstattung: Gut isolierte, kombinierte Schlaf-Futter-Box aufstellen!
 
Auch für das Frettchen-Außengehege gilt: Je abwechslungsreicher gestaltet, desto wohler fühlen sich die Frettchen im Außengehege.
 
Jetzt weitere Tipps zu Ausstattung und Zubehör für Frettchen lesen!

 

Welches Futter für Frettchen?

Die Anforderungen von Frettchen an das Futter versteht man, wenn man einen Seitenblick auf die Ernährung seines wilden Verwandten, dem Iltis , wirft. Sie können dann Rückschlüsse auf die artgerechte Fütterung von Frettchen ziehen.

 
Futter-Plan für Frettchen
  • Frischfleisch: Sollte Hauptbestandteil der Ernährung sein! Z. B. rohe Hühner- und Putenherzen, Muskelfleisch von Rind, Wild, Pferd und Geflügel
  • Nassfutter: Nur zum Naschen! Z. B. spezielles Nassfutter für Frettchen aus dem Zoofachhandel, alternativ hochwertiges Nassfutter für Katzen ohne Zuckerzusätze, keinesfalls geeignet ist Hunde-Nassfutter
  • Trockenfutter: Sollte den ganzen Tag zur Verfügung stehen! Z. B. hochwertige Futtermischungen speziell für Frettchen aus dem Zoofachhandel, alternativ Trockenfutter für Katzen mit hohem Eiweiß- und Fettanteil
  • Obst und Gemüse: Besser darauf verzichten! Kann Durchfall verursachen
  • Wasserspiele: Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen!
 
Tipp: Füttern Sie Ihre Frettchen mehrmals täglich. Trockenfutter sollte immer zur Verfügung stehen. Das verhindert das Bunker-Verhalten.

 
Das dürfen Frettchen nicht fressen:
  • Rohes Schweinefleisch
  • Süßes und Salziges
  • Schokolade
  • Geschwefelte Rosinen
  • Bananen
  • Milch und milchhaltige Produkte
 
Lesen Sie weitere Tipps für die artgerechte Fütterung von Frettchen und erkundigen Sie sich, was giftig für Frettchen ist!

 

Warum beißen Frettchen?

Wenn Ihre Frettchen beißen, ist es wichtig, herauszufinden, aus welchem Grund sie das tun. Studieren Sie das Verhalten Ihres Frettchens genau, nur so können Sie das Verhalten richtig deuten und Ursachen für das Beißen identifizieren.
 
  • Spiel: Frettchen zwicken Ihre Artgenossen, um zum Spielen zu animieren. Ihr Frettchen wird das auch bei Ihnen tun.
  • Angst: Wenn sich Ihr Frettchen bedroht fühlt, wird es zubeißen.
  • Schmerz: Hat das Frettchen Schmerzen, kann es das auch durch Beißen äußern.
  • Vernachlässigung: Wenn Ihr Frettchen nicht genug beschäftigt wird und nicht genügend ausgelastet ist, kann es schwerwiegende Verhaltensstörungen wie Bissigkeit entwickeln.
 
Sollten Sie feststellen, dass Ihre Frettchen zunehmend beißen, überdenken Sie die Bedingungen, unter denen Sie Ihre Frettchen halten. Nur artgerechte Frettchen-Haltung garantiert rundum zufriedene Frettchen, die nicht beißen.

Frettchen beißt beim Spielen
Beim Spielen kann das Frettchen auch mal zubeißen. © Jagodka

Seien Sie sich aber bewusst: Das Frettchen ist ein Raubtier und hat ein entsprechendes Gebiss. Auch beim Spielen kann es durchaus zu Verletzungen kommen.
 
Wichtig: Wenn Ihr Frettchen beißt und Sie keine Erklärung dafür finden können, dann gehen Sie unbedingt zum Tierarzt!

 Informieren Sie sich jetzt über das Verhalten von Frettchen !

 

Wie Frettchen beschäftigen?

Frettchen sind äußert lebhafte und intelligente Tiere. Werden Sie nicht ausreichend und abwechslungsreich beschäftigt, können Sie Verhaltensstörungen wie Bissigkeit entwickeln. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Frettchen zu beschäftigen:
 
  • Fangspiele: z. B. mit Katzennageln, Kordeln, Papprollen, Zipfel von Tüchern
  • Ballspiele: z. B. Ball mit Loch zum Hineinklettern oder Futter in kleinem Ball verstecken
  • Höhlen und Tunnel: z. B. Pappschachteln mit Knistermaterial gefüllt, Röhren aller Arten, Katzentunnel
  • Töne und Geräusche: interessant ist alles, was knistert, klingelt, klappert und quietscht, z. B. Bälle mit Glöckchen, knisterndes Papier, quietschendes Hartgummi-Spielzeug
  • Buddeln: z. B. Kiste gefüllt mit Erde
  • Herumtragen: geeignet ist alles, was nicht zu schwer ist und aus den Pfötchen rutschen kann
  • Wasserspiele: z. B. flache Wanne mit Wasser und Spielzeug gefüllt
  • Knuddeln: Bauchkraulen gefällt Frettchen sehr
  • Freilauf: Mehrere Stunden täglich!
 
Vorsicht: Spiel und Spaß sorgt bei Ihren Frettchen für große Begeisterung. Dabei können sie ungestüm werden und Sie auch mal zwicken.

Gestalten Sie den Spielespaß abwechslungsreich und tauschen Sie das Spielzeug auch mal aus, sonst langweilen sich Frettchen schnell.
 
Informieren Sie sich jetzt über weitere Spiele und Beschäftigungsmöglichkeiten für Frettchen !

 

Frettchen-Pflege und Zubehör

Frettchen sind sehr pflegeleichte Tiere. Frettchen sind sehr reinlich, putzen sich fleißig und halten sich selber sauber. In manchen Fällen brauchen Ihre Frettchen bei der Pflege dennoch Ihre Unterstützung. Folgendes Zubehör hilft dabei:
 
  • Wattestäbchen und Pflanzenöl für die Ohren-Pflege
  • Krallenzange zum Kürzen der Krallen
  • Zeckenzange wenn Sie die Frettchen draußen halten
  • Weiche Kurzhaarbürste für gelegentliche Fellpflege
  • Küchenwaage zur regelmäßigen Gewichtskontrolle
 
Hinweis: Baden Sie Ihre Frettchen nicht mit Schaumbädern! Die Frettchen werden sich ggf. in ihrem Katzenklo suhlen, um den Eigengeruch wieder anzunehmen.
 
 

Typische Krankheiten bei Frettchen

Beobachten Sie Ihre Frettchen genau, um zu erkennen, ob die Frettchen krank sind. Denn deutliche Krankheitssymptome zeigen Frettchen erst sehr spät. Typische Krankheiten bei Frettchen sind:
 
  • Milben und Flöhe: Vor allem Ohrmilben kommen bei Frettchen häufig vor und verursachen Juckreiz.
  • Durchfall: Die Ursache liegt meist in einer Futterunverträglichkeit oder in mangelnder Futteraufnahme
  • Übelkeit und Erbrechen: Vor allem in Kombination mit Durchfall kann das sehr gefährlich werden.
  • Husten: Überwiegend bei älteren Frettchen, Ursache kann eine Herzmuskelschwäche sein.
 
Beachten Sie unsere ausführliche Liste der typischen Krankheiten bei Frettchen .
Machen Sie regelmäßig den Gesundheits-Check für Frettchen , um rechtzeitig zu erkennen, ob Ihre Frettchen krank sind!
 
Hinweis: Beugen Sie ansteckenden Krankheiten wie Staupe und Tollwut mit Schutzimpfungen vor!

Bei artgerechter Haltung haben Frettchen eine hohe Lebensdauer und werden 8-10 Jahre alt. Frettchen-Haltung ist daher eine langjährige Verpflichtung.

 

Frettchen und Katze oder Hund halten?

Frettchen und Katze oder Hund zu halten ist unter guten Voraussetzungen sehr gut möglich.
 
  • Frettchen und Hund haben sehr unterschiedliche Verhaltensweisen und müssen sich deswegen vorsichtig annähern. Am besten funktioniert ein Zusammentreffen, wenn Frettchen und Hund noch sehr jung sind. Aber auch ein älterer, gut erzogener Hund ist meistens recht schnell mit dem Frettchen einverstanden.

  • Frettchen und Katze kommen meist gut miteinander aus. Aber auch Frettchen und Katze müssen vorsichtig aneinander gewöhnt werden. Schon bald werden sie zu Spielgefährten. Wollen Frettchen und Katze ihre Ruhe voreinander, sind sie meist bestens in der Lage, sich den jeweils anderen vom Hals zu halten.
 
Lesen Sie weitere Tipps zur Haltung von Frettchen mit Katze oder Hund und anderen Haustieren !

Frettchen mit Hund und Katze halten
Frettchen, Hund und Katze können dicke Freunde werden. © shutterstock / Jagodka
 


Frettchen und Kinder?

Frettchen und Kinder und können zu besten Freunden werden. Da Frettchen-Haltung aber sehr viel anspruchsvoller ist, als die Haltung von Kaninchen und Co., will wohl überlegt sein, ob ein Frettchen tatsächlich das richtige Haustier ist, wenn Sie Kinder haben. Folgende Punkte sind bei der Entscheidung zu berücksichtigen:
 
  • Alter der Kinder: Ab 10 Jahren können Kinder gemeinsam mit Ihnen Verantwortung für Frettchen übernehmen. Kleine Kinder und Frettchen passen nicht zusammen. Die Kleinkinder sind noch zu unkoordiniert in ihren Bewegungen, das Frettchen könnte zubeißen. Lassen Sie NIEMALS Säuglinge und Kleinkinder unbeaufsichtigt! 

  • Respekt und Verantwortungsgefühl der Kinder: Erst wenn Kinder verstehen, dass Tiere eigene Bedürfnisse und Verhaltensweisen haben und sie diese respektieren müssen, sind sie alt genug für die Haltung von Frettchen und Haustieren im Allgemeinen. Zudem muss den Kindern klar sein, dass ein Frettchen kein Spielzeug ist, das man unbeachtet weglegen kann, wenn die Lust daran verloren ist. Ein Frettchen bedeutet langjährige Verantwortung!
 
Hinweis: Für artgerechte Haltung der Frettchen und deren Versorgung sind Sie verantwortlich, nicht Ihr Kind. Ihr Kind kann Sie lediglich dabei unterstützen.

 
Bitte beachten Sie unbedingt auch unsere weiteren Hinweise zu Frettchen-Haltung und Kindern !

 

Wie viel kostet es, Frettchen zu halten?

Frettchen Haltung kostet unter Umständen viel Geld. Auch in der Anschaffung können Frettchen mitunter sehr teuer sein. Wir haben für Sie ausgerechnet, welche Kosten bei der Frettchen-Haltung auf Sie zukommen. So viel kostet Frettchen-Haltung:
 
  • Anschaffung: Bis zu mehreren Hundert Euro pro Tier
  • Käfig und Außengehege: Bis zu mehreren Hundert Euro
  • Ausstattung und Zubehör: ca. 150 Euro
  • Futter: ca. 40 Euro pro Monat für Frischfleisch und hochwertiges Trockenfutter bei zwei ausgewachsenen Frettchen
  • Tierarzt: Kastration Rüde ca. 60 Euro, Kastration Fähe ca. 150 Euro, Impfung ca. 50 Euro, Chippen ca. 30 Euro, Kontrolluntersuchung ca. 30 Euro
Kosten für Frettchen-Haltung
Auch die Tierarztkosten für Frettchen müssen Sie bei Ihrer Planung berücksichtigen! © shutterstock / Anton Gvozdikov

 
Achtung: Die Auflistung der Kosten beruht auf einer Schätzung und kann von den tatsächlichen Kosten abweichen. Je nach Gesundheitszustand Ihrer Frettchen müssen Sie außerdem mit zusätzlichen Tierarztkosten rechnen!
 
 

Frettchen kaufen

Wo Sie Frettchen kaufen können und was Sie beim Frettchen-Kaufen beachten sollten:
 
  • Zoofachhandel: Hier können Sie üblicherweise keine Frettchen kaufen. Der Dachverband der Zoofachhandlungen (ZZF) untersagt seinen angeschlossenen Händlern, Frettchen zu verkaufen. Einige Zoofachhandlungen verkaufen dennoch Frettchen. Wir raten dringend davon ab, hier Frettchen zu kaufen.

  • Züchter: Bei verantwortungsvollen Züchtern Frettchen zu kaufen kann von Vorteil sein. Informieren Sie sich gut über den Züchter (es gibt schwarze Schafe) und nehmen Sie die (Mutter-) Tiere genau in Augenschein, bevor Sie sich für den Frettchen-Kauf entscheiden. Bei Tierschutzvereinen und Tierärzten können Sie Adressen von verantwortungsvollen Züchtern erfragen.

  • Private Frettchenhilfen und -vereine: Hier können Sie Frettchen zum Selbstkostenpreis kaufen. Darüber hinaus erhalten Sie Beratung zur artgerechten Frettchen-Haltung.

  • Tierschutzvereine: Viele Frettchen, die von Ihren Vorbesitzern abgegeben wurden, warten hier auf ein neues Zuhause. Geben Sie diesen Frettchen eine Chance. Zudem sind diese Frettchen in der Regel bereits geimpft, kastriert und gechippt.

  • Online-Marktplätze: Wir raten dringend davon ab, Frettchen online zu kaufen. Zu hoch ist die Gefahr, an schwarze Schafe unter den Anbietern zu geraten. Sollten Sie das dennoch in Erwägung ziehen, dann sprechen Sie ausführlich mit dem Anbieter und nehmen Sie die angebotenen Frettchen persönlich und sehr genau in Augenschein.


  Einen verantwortungsvollen Frettchen-Anbieter erkennen Sie daran, dass er
  • Sie ausführlich über die Frettchen-Haltung berät
  • seine Frettchen artgerecht hält
  • ausschließlich gesunde und muntere Frettchen anbietet
  • Sie die Frettchen persönlich in Augenschein nehmen lässt
  • und Sie beim Kauf vertraglich zur artgerechten Frettchen-Haltung verpflichtet.
 
Hinweis: Bevor Sie für viel Geld Frettchen kaufen, schauen Sie sich bitte in den Tierheimen in Ihrer Umgebung um. Viele Frettchen, die vom Vorbesitzer abgegeben wurden, warten dort auf ein verantwortungsvolles Zuhause!
 


Welche Frettchen-Arten gibt es?

Mittlerweile gibt es zahlreiche Frettchen-Arten. Frettchen-Arten werden nach der Farbe und der Länge Ihres Fells unterschieden. Die gängisten Frettchen-Arten und Farbschläge im Überblick:
 
  • Albino: Deckhaar und Unterwolle reinweiß, rote Augen
  • Siam oder Zimt: Deckhaar hellbraun, Unterwolle gelblich, braune Augen
  • Iltis: ausgeprägte Gesichtsmaske, Deckhaar dunkelbraun bis schwarz, Unterwolle weiß bis gelblich
  • Harlekin: weiße Brust und Pfoten, Deckhaar dunkelbraun bis schwarz, Unterwolle hell
  • Panda: helles Fell mit wenigen dunklen Deckhaaren. Achtung: Tiere können taub sein!
  • Weiß (blackeye white): weißes Fell, schwarze Augen
  • Fast schwarz (black self): Deckhaar tiefschwarz, Unterwolle dunkel, ohne Gesichtsmaske
  • Gefleckt: weißes Fell mit schwarzen Flecken
  • Langhaar- oder Angorafrettchen: sehr langes Fell. Achtung: Fähen produzieren kaum oder keine Muttermilch und können ihren Nachwuchs nicht ernähren!
 
Achtung: Frettchen der Farbschläge Panda, Weiß, Fast schwarz und Gefleckt sind Sonderzüchtungen. Es können Erbkrankheiten vorliegen. Zudem sind Langhaar- bzw. Angorafrettchen als Qualzuchten eingestuft. Sie sollten unbedingt auf diese Züchtungen verzichten. Nur fehlende Nachfrage bringt Züchter dazu, Sonderzüchtungen aufzugeben!

Schauen Sie sich die Frettchen-Arten und Farben in unserer Bildergalerie an!

 
Fotos: 
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