Tierkommunikation bei Pferd, Hund und Katze

Bei der Tierkommunikation sollen Mensch und Tier nur mit den Gedanken miteinander kommunizieren. Wir haben eine Tierkommunikatorin gefragt, wie das funktionieren soll.

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Allein mit Gedanken mit Tieren kommunizieren – geht das wirklich?© stock.adobe.com/Tatyana Gladskih

Tierkommunikation bedeutet, mit dem Haustier allein mit den Gedanken zu kommunizieren. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Tierart es sich handelt: Tierkommunikation soll beispielsweise bei Pferden, Hunden, Katzen oder sogar Kaninchen funktionieren. Doch kann man wirklich telepathisch mit seinem Haustier sprechen?

Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht. Trotzdem wenden sich immer wieder Tierhalter an Tierkommunikatoren, um die Bindung zu dem eigenen Haustier zu stärken oder um herauszufinden, was ihm wirklich fehlt.

Achtung: Die Tierkommunikation kann niemals den Tierarztbesuch ersetzen. Hat Ihr Haustier ein körperliches oder psychisches Problem, sollten Sie immer zuerst den Tierarzt aufsuchen und die Symptome tiermedizinisch abklären lassen.

Wir haben die Tierkommunikatorin Katharina Gard zu den wichtigsten Fakten rund um die Tierkommunikation befragt. Sie hat eine Ausbildung zur telepathischen Tierkommunikatorin in den Jahren 2009 bis 2015 abgeschlossen. Heute vermittelt sie in Kursen bei Animal Talk anderen ihr Wissen. Im Interview mit Ein Herz für Tiere hat sie erklärt, was hinter der Tierkommunikation wirklich steckt, wer sie lernen kann und wie sie Skeptikern begegnet.

Inhaltsübersicht

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Katharina Gard behauptet, allein mit ihren Gedanken mit Tieren kommunizieren zu können.© Katharina Gard

Warum wird Tierkommunikation gemacht?

Bei der Tierkommunikation geht es laut der Tierkommunikatorin Katharina Gard darum, eine neue Harmonie zwischen Besitzer und Tier zu schaffen. "Sie kann bei Problemen und Missverständnissen helfen", erklärt die Tierkommunikatorin. Dazu gehören:

  • Traumata
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Probleme zwischen Tier und Mensch

Dem Tier soll bei der Tierkommunikation quasi eine eigene Stimme gegeben werden, die der Mensch lernen muss, zu verstehen. So soll der Besitzer herausfinden können, wie es seinem Tier geht, was ihm fehlt und entsprechend das Leben seines Pferdes, seines Hundes oder seiner Katze verbessern können.

Wichtig: Es ist nicht wissenschaftlich erwiesen, dass Tierkommunikation wirklich funktioniert. Bevor Sie sich mit Ihrem verhaltensauffälligen Hund oder Ihrer traumatisierten Katze an einen Tierkommunikator wenden, sollten Sie Ihr Haustier vom Tierarzt untersuchen lassen oder sich bei einem Tiertrainer Hilfe holen.

Dennoch sprechen sich viele Tierbesitzer positiv für die Tierkommunikation aus und sind davon überzeugt, ihnen und ihrem Tier könne damit geholfen werden. Und das funktioniert auf verschiedenen Wegen.

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Bei der Tierkommunikation sollen Sie erfahren, wie es Ihrem Tier geht.© stock.adobe.com/gumpapa

Tierkommunikation mit verstorbenen Tieren

Einige Tierkommunikatoren behaupten sogar, mit gerade im Sterben liegenden oder bereits verstorbenen Tieren in Kontakt treten zu können. "Bei einem sterbenden Tier ist es für den Besitzer viel einfacher, wenn das Tier mitteilen kann, wie und wann es sterben möchte", erklärt Katharina Gard. Wer mit einem bereits verstorbenen Haustier sprechen möchte, tut dies meist, um noch ungeklärte Fragen mit dem Tier zu klären.

Zwar kann auch dies in keinster Weise wissenschaftlich bestätigt werden. Fakt ist aber, dass sich zahlreiche Haustierbesitzer erleichtert oder besser fühlen, wenn sie das Gefühl haben, auf dieser Weise mit ihrem Tier sprechen und sich verabschieden zu können.

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Tiere, die verstorben sind oder im Sterben liegen, sollen sich mit Tierkommunikation mitteilen können.© stock.adobe.com/ururu

Was macht man bei einer Tierkommunikation?

Bei der Tierkommunikation soll mit Telepathie gearbeitet werden. "Fühlen auf Distanz" nennt es die Tierkommunikatorin Katharina Gard. Diese Tierkommunikation soll mit einer "Ursprache" funktionieren, die alle Lebewesen instinktiv beherrschen und mit der sie sich unteinander verständigen können.

Die Existenz dieser "Ursprache" wurde bisher nicht eindeutig wissenschaftlich bestätigt.

Diese "Ursprache" bestehe aus den Gefühlen, Intentionen, Impulsen und Gedanken, die bei uns Menschen beispielsweise hinter ausgesprochenen Wörtern stehen. Um mit Tieren auf dieser "Ursprache" zu kommunizieren, gibt es gemäß der Tierkommunikation verschiedene Methoden.

Tierkommunikation direkt vor Ort

Tierkommunikatoren können Tierbesitzer direkt zu Hause besuchen oder per Telefon eine Sitzung durchführen. Das sei möglich, da es sich ja um eine telepathische Kommunikation handelt – die Distanz spielt dafür keine Rolle. In manchen Fällen behaupten Tierkommunikatoren sogar, dass es ausreiche, eine Beschreibung vom Tier zu bekommen.

Jeder Tierkommunikator hat seinen eigenen Weg, um mit dem Pferd, dem Hund oder der Katze in Kontakt zu treten. Tierkommunikatorin Katharina Gard gibt beispielsweise an, sich eine Stunde Zeit für eine Sitzung zu nehmen, um mit dem Tier auf meditativer Art und Weise in Kontakt zu treten.

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Tierkommunikation kann direkt vor Ort stattfinden.© stock.adobe.com/Lightspruch

Tierkommunikation per Telefon oder über ein Foto

Manche Tierkommunikatoren wollen über ein Foto Kontakt zu dem Tier aufnehmen. Das Tierfoto soll der Zugang zu dem Tier und dem sogenannten "Tiergespräch" sein. Da es sich bei der Tierkommunikation um ein Gespräch in Gedanken handelt, ist die Distanz nicht entscheidend.

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Mithilfe von Fotos wollen Tierkommunikatoren mit Tieren in Kontakt treten.© stock.adobe.com/umaruchan4678

Tierkommunikation mit Pendeln

Manche Tierkommunikatoren nutzen ein Pendel, um gezielt Antworten vom Tier zu erhalten. Ihm soll jede Frage gestellt werden können. Das Pendel wird vorsichtig zwischen den Fingerspitzen gelegt. Je nachdem, ob sich das Pendel waagrecht oder senkrecht bewegt, bedeutet die Antwort "Ja" oder "Nein". Welche Bewegung welche Antwort bedeutet, muss schon im Vornhinein "mit dem Pendel geklärt" werden.

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Mit einem Pendel sollen Fragen mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden.© stock.adobe.com/Monika Wisniewska

Was erzählen Tiere von sich bei der Tierkommunikation?

Die Tierkommunikatoren sprechen entweder gleich aus, was sie von dem Tier empfangen oder machen sich einzelne Notizen, die sie dann gemeinsam mit dem Besitzer besprechen. Ein einheitliches Verfahren gibt es allerdings nicht.

Auch die Details darüber, was das Haustier von sich preisgibt und was der Tierkommunikator wahrnimmt, können sehr unterschiedlich sein. Genauso verhält es sich mit der Form der Botschaft: Während manche Tierkommunikatoren behaupten, Bilder zu empfangen, meinen andere klare Aussagen zu erhalten oder sollen den körperlichen Schmerz des Tieres ebenfalls fühlen können.

Tierkommunikation soll laut der Kommunikatoren auch umgekehrt funktionieren: Nicht nur der Mensch soll Botschaften vom Tier empfangen können, sondern auch das Tier vom Menschen.
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Was Tiere von sich preisgeben, soll ganz unterschiedlich sein.© stock.adobe.com/standret

Wer kann Tierkommunikation lernen?

Jeder soll Tierkommunikation lernen können. Tierkommunikatorin Katharina Gard erklärt das so: "Wenn man spricht, schwingen auch immer Gefühle, Impulse und Gedanken mit. Diese Gefühle und Gedanken auch ohne Worte verstehen zu können, ist bei jedem einen angeborene Fähigkeit." Wer Tierkommunikation lernen möchte, muss allerdings diese Fähigkeit trainieren und verfeinern.

"Während naturverbundene Völker noch immer auf diese Weise (telepathisch) kommunizieren, ist in unserer modernen Welt dieser sechste Sinn häufig unterentwickelt", erklärt Katharina Gard. Das sei darauf zurückzuführen, dass die Fähigkeit, in Gedanken mit anderen Lebewesen zu kommunizieren, in der Kindheit unterdrückt und nicht gefördert wird.

Vor allem Tierbesitzer, die ihr eigenes Haustier gerne besser verstehen möchten, wenden sich an Gard. Aber auch wer beruflich mit Tieren arbeitet, möchte häufig wissen, was in ihnen vorgeht. So besuchen auch Tierärzte, Hufschmiede, Reitlehrer und Ostheopathen die Kurse von Katharina Gard.

Wer mit der Tierkommunikation starten möchte, muss erst einmal lernen, sich mit dem Tier zu verbinden. Das soll beispielsweise so klappen:

Was ist dran an der Tierkommunikation?

Da es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass Tierkommunikation auf rein telepathischen Wege wirklich funktioniert, bleibt sie vor allem eines: Glaubenssache. Allerdings hält Tierkommunikatorin Katharina Gard fest, dass Tierbesitzer eigentlich jeden Tag bis zu einem gewissen Grad Tierkommunikation betreiben. Ob die Katze gerade spielen will, der Hund dringend Gassi gehen möchte oder das Pferd Lust dazu hat, sich zu bewegen, erkennen Tierbesitzer in der Regel problemlos, auch wenn die Vierbeiner nicht sprechen können.

Die Tierkommunikatorin empfiehlt, offen dem Thema gegenüberzustehen:

"Über den Verstand lässt sich die telepathische Kommunikation nicht wirklich begreifen. Da gibt es immer wieder den inneren Kritiker. Bei der Tierkommunikation geht es darum, dieser kritischen Stimme nicht zu viel Raum zu geben, sich immer wieder „leer“ zu machen, auf Empfang zu stellen und dem intuitiven, gefühlsmäßigem Verstehen Raum zu geben."

Nur so könne Tierkommunikation auch funktionieren. Festzuhalten ist, dass viele Tierbesitzer von sehr erfolgreichen Tierkommunikations-Sitzungen sprechen, andere wiederum keinen Erfolg gezeigt haben. Ob Sie der Tierkommunikation eine Chance geben wollen, ist also ganz Ihnen überlassen.

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