Analdrüsen beim Hund: Beschwerden lindern und vorbeugen

Bei Hunden kommt es ziemlich häufig vor, dass die Analdrüsen verstopft oder entzündet sind. Woran Sie erkennen, dass Ihr Hund Probleme mit den Analdrüsen hat und wie Sie ihm richtig helfen können, erfahren Sie hier.

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Analdrüsenverstopfungen kommen häufig vor.© stock.adobe.com/Ihor

Wenn der Hund auf dem Hinterteil herumrutscht, sind die meisten Hundehalter erst einmal irritiert. Darf man das lustig finden oder sollte man sich Sorgen machen? Wichtig ist, dass Sie Ihr Tier genau beobachten. Bemerken Sie, dass Ihr Hund neben dem „Schlittenfahren“ auch häufig seine Afterregion leckt, könnte es durchaus sein, dass seine Analdrüsen verstopft sind.

Durch das Herumrutschen versucht er, die Analdrüsen selbst zu entleeren. Wie Sie ihm jetzt wirklich helfen können und warum Analdrüsen verstopfen und sich sogar entzünden können, erfahren Sie hier.

Probleme mit den Analdrüsen beim Hund erkennen

Die Analdrüsen entleeren sich immer, wenn der Hund Kot absetzt. Sie versehen seine Hinterlassenschaften mit einem Sekret, das zur Reviermarkierung dient. Entleeren sie sich aber nicht oder nicht vollständig, bemerken Sie das an diesen Symptomen:

  • Der Hund leckt häufig und intensiv den Bereich um seinen After.
  • Der Hund hat sichtlich Probleme damit, Kot abzusetzen.
  • Schlittenfahren“: Der Hund rutscht auf seinem Hinterteil herum.

Das „Schlittenfahren“ muss nicht unbedingt auf eine Analdrüsenverstopfung hinweisen. Manche Hunde haben große Schmerzen, wenn die Analdrüsen prall gefüllt sind – das Umherrutschen wäre für sie zu schmerzhaft. Häufig ist es eher ein Symptom für eine juckende Säurebelastung der Schleimhaut am After.

Achtung: Sind die Analdrüsen verstopft, merkt der Hund zunächst nur einen unangenehmen Druck. Allerdings kann die Verstopfung schnell schmerzhaft werden oder die Drüsen entzünden sich sogar. Entzündete Analdrüsen sind rötlich und geschwollen. Betroffene Hunde vermeiden es, sich hinzusetzen und bewegen sich weniger gern. In sehr schweren Fällen hat der Hund Fieber oder die Analdrüsen platzen auf. Die Folge sind eitrige, schmerzhafte Wunden. Entzündete Analdrüsen müssen unbedingt vom Tierarzt behandelt werden.

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Jedes Mal, wenn der Hund Kot absetzt, entleeren sich die Analdrüsen.© stock.adobe.com/SasaStock

Beschwerden effektiv vorbeugen

Die Analdrüsen verstopfen, wenn der Hundekot zu dünn oder zu fest ist. Deswegen sollten Sie auf die Inhaltsstoffe des Futters achten, um Beschwerden vorzubeugen. Während ballaststoffarmes Futter den Stuhlgang härter macht, sorgen beispielsweise diese Zutaten für eher weichen Hundekot. Sie sollten deswegen nicht übermäßig verfüttert werden:

  • Getreide
  • Reis
  • Pansen
  • Blättermagen

Um die Analdrüsen dabei zu unterstützen, Sekret zu produzieren, können Sie folgende Zutaten dem Futter beifügen:

  • Flohsamen
  • Leinsamen (je nach Verträglichkeit)
  • Kokos- und Karottenflocken

Gerade, wenn die Analdrüsen immer wieder verstopft sind, kann es helfen, das Futter entsprechend anzupassen. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Tierarzt. Er hilft Ihnen dabei, die richtige Ernährung für Ihren Hund zu finden.

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Die richtige Ernährung sorgt für eine gesunde Darmflora.© stock.adobe.com/Pixel-Shot

Verstopfte und entzündete Analdrüsen behandeln

Wenn die Analdrüsen bereits verstopft sind, kommt es auf die richtige Behandlung an. Schmerzen und den unangenehmen Druck können spezielle Analdrüsen-Salben lindern. Auch bei akuten Fällen sollte die Ernährung so umgestellt werden, dass der Kot nicht zu fest und nicht zu weich ist.

Achtung: Die Analdrüsen Ihres Hundes sollten Sie niemals selbst ausdrücken! Wenn überhaupt sollte das nur der Tierarzt vornehmen. Außerdem lindert diese Behandlung nur kurzfristig die Beschwerden. Die Analdrüsen produzieren nur noch mehr Sekret, nachdem sie entleert wurden und die Beschwerden können sich sogar verschlimmern.

Das Ausdrücken der Analdrüsen ist für den Hund sehr schmerzhaft! Beachten Sie, dass sich dadurch auch die Gefahr für eine Entzündung erhöht. Sinnvoll ist es, wenn möglich, eine andere Behandlung zu wählen.

Bei manchen Hunden sind die Analdrüsen immer wieder verstopft. In diesen Fällen ist es wichtig, dass die Darmflora von einem Tiermediziner gecheckt wird. Finden Sie heraus, ob Ihr Hund unter einer Unverträglichkeit oder Futtermittelallergie leidet, um Verstopfungen künftig zu verhindern.

Um Beschwerden zu vermeiden und, um die richtige Behandlung für akute Fälle zu finden, sollte man verstehen, welche Ursachen es für Verstopfungen und Entzündungen von Analdrüsen gibt.

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Analdrüsen darf wenn dann nur der Tierarzt ausdrücken!© stock.adobe.com/Ekaterina

Deswegen verstopfen Analdrüsen beim Hund

Wirklich jeder Hund hat Analdrüsen. Sie sitzen rechts und links am After etwa zwei bis vier Millimeter unter der Haut. Sie produzieren ein bräunliches Sekret, das für uns Menschen unangenehm riecht. Es vermischt sich mit dem Kot und gibt der Hinterlassenschaft einen ganz individuellen Geruch, der zur Reviermarkierung dient.

Die Analdrüsen können sich aber nur entleeren, wenn der Hundekot auch die richtige Konsistenz hat und die Darmflora des Hundes gesund ist. Deswegen gibt es drei Hauptursachen für verstopfte Analdrüsen:

Zu weicher Hundekot

Hat der Hund über einen längeren Zeitraum einen zu weichen Stuhl, fehlt der Druck, um die Analdrüsen auszudrücken. Das Sekret wird in den Drüsen aber weiterhin produziert. Die Folge: Das Sekret wird zäh und die Drüse verstopft.

Zu fester Hundekot

Ist der Stuhl Ihres Hundes über einen längeren Zeitraum zu hart, kann auch das zu Beschwerden führen. Die Ausführungsgänge der Analdrüsen können gereizt werden, was dazu führt, dass sie zuschwellen. Das Sekret kann auch hier nicht abfließen.

Übersäuerte Darmflora

Ist der Dickdarm übersäuert, werden die Analdrüsen mit Säuren und Giftstoffen regelrecht überschwemmt. Das Problem löst der Hundekörper häufig selbst, indem er vermehrt Kot ausscheidet. Manchmal gelingt ihm das jedoch nicht: Das Analsekret wird fester und verklebt die Drüse.

Die richtige Behandlung richtet sich immer nach dem Grund dafür, weshalb die Drüsen verstopft sind. Werden die Beschwerden weder durch Futterzusätze noch durch Salben gelindert, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Er hilft Ihnen dabei, herauszufinden, wie Sie Ihrem Hund am besten helfen können.

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