Hundekot: Krankheiten schnell erkennen

Der Hundekot verrät, wie es Ihrem Hund wirklich geht. Wir verraten Ihnen, auf welche Auffälligkeiten Sie dringend achten müssen.

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Der Hundekot sagt viel über die Gesundheit aus.© stock.adobe.com/LIGHTFIELD STUDIOS

Nachdem der Hund sein Geschäft verrichtet hat, müssen Sie als Besitzer ihm hinterherräumen. So ist es gesetzlich geregelt. Zwar gehört das zu den weniger beliebten Aufgaben eines Hundebesitzers, doch Sie sollten die Gelegenheit nutzen: Überprüfen Sie unbedingt den Hundekot, wenn Sie ihn aufheben.

Denn er verrät sehr viel darüber, wie es Ihrem Hund gerade geht und wie es um seine Gesundheit steht. Hier erfahren Sie, wie gesunder Hundekot aussehen sollte und welche Krankheiten sich hinter verfärbtem oder matschigem Hundekot verbergen.

Wir klären die wichtigsten Fragen rund um den Hundekot:

So sieht gesunder Hundekot aus

Gesunder Hundekot ist schokoladenbraun und hat eine Würstchen-Form. Wenn Sie ihn mit einem Beutel aufheben, sollten Sie merken, dass er kompakt, leicht zu greifen und feucht ist. Er sollte sich so zusammendrücken lassen wie Knete.

Wie viel Kot Ihr Hund absetzt, hängt davon ab, wie groß und alt er ist und auch wie viele Ballaststoffe er zu sich nimmt. Bekommt Ihr Hund viele Ballaststoffe, setzt er häufiger oder mehr Kot ab. Ballaststoffe sind wichtig für eine gesunde Darmflora, allerdings kann eine Überversorgung auch schädlich sein. Empfehlenswert ist ein pflanzlicher Anteil von 30 bis 50 Prozent im Hundefutter, um ihn ausreichend mit Ballaststoffen zu versorgen.

Schauen Sie sich den Kot Ihres Hundes regelmäßig an, um Krankheiten frühestmöglich zu entdecken.

Ein gesunder Hund setzt ein- bis zweimal am Tag Kot ab. Bei starken Abweichungen sollten Sie mit dem Tierarzt sprechen.
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Bevor Sie ihn wegwerfen, sollten Sie sich den Hundekot ansehen.© stock.adobe.com/Dragana Gordic

Krankheiten am Hundekot erkennen

Es gibt etliche Krankheiten, die Sie durch den Hundekot erkennen können. Die Farbe und die Konsistenz des Hundekots verändern sich nämlich oft, wenn das Tier krank ist. Wir verraten Ihnen, welche Farben und Formen Hundekot nicht haben sollte und welche Krankheiten hinter Durchfall und Verstopfung stecken können.

Krankheiten an der Farbe des Hundekots erkennen

Gesunder Hundekot ist immer schokoladenbraun. Allerdings kann sich der Kot auch dem Futter entsprechend verfärben: Frisst der Hund beispielsweise sehr viele Karotten, kann sein Kot orange aussehen. Das ist harmlos und es besteht kein Grund zur Sorge.

Allerdings kann ein grüner oder gelber Hundekot auch zeigen, dass etwas nicht stimmt. Wir verraten Ihnen, welche Krankheiten hinter verfärbtem Hundekot stecken und was Sie tun können.

Ist der Hundekot gelb oder orange, sollten Sie erst überprüfen, ob Ihr Hund vielleicht viele Karotten zu sich genommen hat. Diese könnten den Hundekot verfärben. Ist das nicht der Fall oder bleibt der Kot dauerhaft verfärbt, steckt möglicherweise ein Problem mit der Galle oder der Leber dahinter. Auch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ist denkbar.

Was tun?
Bleibt der Hundekot über längere Zeit gelb oder orange, sollten Sie den Hund unbedingt zum Tierarzt bringen und die Ursache abklären.

Grüner Hundekot kann darauf hinweisen, dass der Hund zu viel Gras gefressen hat. Macht der Hund das einmalig, ist das kein Problem. Macht er es allerdings regelmäßig, stimmt etwas mit seiner Verdauung nicht. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten. An grünem Hundekot kann aber auch eine Erkrankung der Gallenblase schuld sein.

Was tun?
Ist der Kot Ihres Hundes über eine längere Zeit grün, sollten Sie das dringend Ihrem Tierarzt berichten und Ihren Hund untersuchen lassen.

Rote Streifen am Hundekot kommen vermutlich daher, dass Ihr Hund einen Riss am Anus hat. Auch wenn der hintere Dickdarm blutet, verfärbt sich der Kot rot. Solche Verletzungen können starke Schmerzen verursachen und womöglich hat Ihr Hund Probleme beim Stuhlgang.

Was tun?
Blutiger Stuhl muss immer tiermedizinisch abgeklärt werden. Suchen Sie Ihren Tierarzt auf, er wird die Ursache feststellen können.

Schwarzer Hundekot wird auch Teerstuhl genannt. Dabei handelt es sich um einen Notfall: Die Speiseröhre, der Magen oder der Dünndarm blutet. Bei der Verdauung verfärbt sich das ursprünglich rote Blut schließlich schwarz.

Was tun?
Suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt auf. Er muss schnell herausfinden, woher das Blut im Stuhl kommt und das Tier behandeln.

Sehen Sie weiße Flecken im Hundekot, handelt es sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um Eier von Bandwürmern. Sie sollten sämtlichen Hautkontakt mit dem Kot noch sorgfältiger vermeiden als ohnehin schon.

Was tun?
Gehen Sie mit Ihrem Hund zum Tierarzt und lassen Sie ihn abchecken. Handelt es sich wirklich um Bandwürmer, sollte Ihr Hund entwurmt werden.

Ist der Hundekot grau und fettig, leidet der Hund meist an einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse oder der Galle.

Was tun?
Sie sollten unbedingt zum Tierarzt und die Ursache abklären.

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© Ein Herz für Tiere Media

An der Konsistenz des Hundekots Krankheiten erkennen

Wie der Hundekot geformt ist und welche Konsistenz er hat, verrät viel darüber, wie gesund Ihr Hund wirklich ist. Hat der Hundekot eine Würstchen-Form und behält er seine Form, wenn Sie ihn aufheben, fehlt Ihrem Hund vermutlich nichts. Bei folgenden Abweichungen sollten Sie allerdings aufmerksam werden.

Scheidet Ihr Hund kleine, harte Köttel aus, ist der Kot zu trocken. Ihr Hund tut sich beim Stuhlgang schwer und hat vielleicht sogar Schmerzen dabei. Der Hundekot ist so fest und trocken, weil ihm Flüssigkeit fehlt.

Was tun?
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund ausreichend trinkt. Manchmal weist harter Hundekot auch darauf hin, dass sich der Hund zu wenig bewegt. Sorgen Sie also für ausreichend Bewegung. Sollte all das nichts helfen, müssen Sie Ihren Hund beim Tierarzt vorstellen.

Ist der Dickdarm entzündet, kommt es zu Schleim im Kot oder der Hundekot an sich ist schleimig. Allerdings kann auch eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit dafür sorgen, dass der Hundekot schleimig wird.

Was tun?
Hat der Schleim eine gelbe oder rötliche Farbe, müssen Sie auf jeden Fall zum Tierarzt. Er kann abklären, was die Ursache ist und den Hund auf eine Entzündung des Dickdarms hin untersuchen.

Ist der Kot weich und unförmig, vielleicht auch auf mehrere Häufchen verteilt, ist das anfänglicher Durchfall.

Was tun?
Scheidet Ihr Hund nur einmalig einen solchen Kot aus, besteht eigentlich kein Handlungsbedarf. Sie sollten nur darauf achten, dass Ihr Hund den Flüssigkeitsverlust mit genug Wasser ausgleicht. Sollte es häufiger zu matschigem Kot kommen, sollten Sie Ihren Hund zum Tierarzt bringen.

Wässriger Kot, der wie eine Pfütze am Boden liegt, ist bei Hunden akuter Durchfall. Der Kot von Hunden sollte fest und niemals flüssig sein.

Was tun?
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund viel trinkt, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Sollte der Durchfall nicht schnell besser werden oder sehr stark sein, sollten Sie schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen. Er kann die Ursache für den flüssigen Kot herausfinden.

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© Ein Herz für Tiere Media

Durchfall beim Hund: Das kann dahinterstecken

Leidet Ihr Hund an Durchfall, wird übermäßig viel Wasser über den Kot ausgeschieden. Dahinter können viele Ursachen stecken:

  • Der Hund ist gestresst. Auch ein Umzug oder eine andere große Veränderung kann Stress verursachen.
  • Durchfall kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Halten Sie hierzu Rücksprache mit Ihrem Tierarzt.
  • Der Hund hat aus einem Teich oder einem anderen stehenden Gewässer getrunken. Wird der Durchfall nicht besser, suchen Sie einen Tierarzt auf.
  • Der Hund hat für ihn nicht geeignete Lebensmittel gefressen. Der Durchfall sollte bald vorüber sein.
  • Sie haben das Hundefutter gewechselt und der Verdauungstrakt Ihres Hundes muss sich erst darauf einstellen. Sollte der Durchfall nicht besser werden, wechseln Sie zurück zum alten Futter und gehen Sie zum Tierarzt.

Allerdings kann flüssiger Hundekot auch auf viele Krankheiten hinweisen. Dazu gehören:

  • Salmonellen: Ihr Hund hat sich mit Salmonellen infiziert. Die Bakterien lösen nicht nur starken Durchfall, sondern häufig auch Erbrechen, Fieber und Appetitlosigkeit aus.
  • Giardien: Ihr Hund ist mit Giardien infiziert. Sie sorgen für wiederkehrende Durchfälle. Die einzelligen Darmparasiten lösen vor allem bei Junghunden Symptome aus.
  • Hefepilze: Hefepilze wie Candida befallen die Speiseröhre, den Magen oder den Rachenraum des Hundes. Sie sorgen für Durchfall und Blähungen.
  • Viren: Manche Viren lösen bei Hunden Krankheiten wie die Parvovirose (auch Hundeseuche) aus. Vor allem Welpen und alte Hunde trifft es. Eine Infektion geht mit Fieber, Teilnahmslosigkeit und heftigen, manchmal sogar blutigen Durchfällen einher.
  • Tumore: Auch Darmkrebs kann beim Hund Durchfälle auslösen.

Leidet Ihr Hund an Durchfall, müssen Sie immer dafür sorgen, dass er genug Wasser zu sich nimmt. Ist der Durchfall sehr stark, treten noch andere Symptome auf oder hält er länger an, müssen Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

Verliert der Hund durch den Durchfall zu viel Wasser, besteht Lebensgefahr! Vor allem geschwächte und alte Hunde sowie Welpen sind gefährdet.
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Bei Durchfall sollte der Hund viel Wasser trinken.© stock.adobe.com/Chalabala

Das kann eine Verstopfung beim Hund auslösen

Nicht nur Durchfall, sondern auch eine Verstopfung kann für den Hund gefährlich werden. Bei einer Verstopfung verrichtet der Hund für längere Zeit sein Geschäft nicht oder setzt nur wenig Kot ab, wirkt unruhig und hat Bauchschmerzen.

Schmerzen beim Hund erkennen Sie unter anderen dadurch, dass sich der Hund nicht mehr gerne anfassen lässt.

Auch, wenn der Hund zwar sein Geschäft verrichtet, der Kot aber hart und trocken ist, stimmt etwas nicht. Diese Ursachen können schuld an einer Verstopfung beim Hund sein:

  • Der Hund erhält durch die Nahrung zu viele oder zu wenig Ballaststoffe.
  • Der Hund hat nicht ausreichend Bewegung.
  • Der Hund trinkt zu wenig (das kann auf schwerwiegende Krankheiten hindeuten).
  • Der Hund leckt sich übermäßig das Fell und zu viele Haare gelangen in den Verdauungstrakt.
  • Die Analdrüsen sind blockiert oder entzündet.
  • Ein Fremdkörper (zum Beispiel ein Kieselstein, Knochenstücke, Grashalme) hängt im Verdauungstrakt des Hundes fest.
  • Der Hund erhält keine ausgewogene Ernährung. Zu viele Knochen können beispielsweise eine Verstopfung begünstigen.
  • Manche Medikamente verursachen eine Verstopfung. Halten Sie hierzu Rücksprache mit Ihrem Tierarzt.

Manchmal kann eine Verstopfung oder sehr harter Hundekot aber auch ein Symptom einer bestimmten Erkrankung sein. Dazu gehören:

  • Tumore
  • Erkrankung der Prostata
  • Erkrankungen mit Fieber

Leidet Ihr Hund an einer Verstopfung, müssen Sie dafür sorgen, dass er genug trinkt und sich ausreichend bewegt. Sollten noch weitere Symptome, wie Schmerzen, Teilnahmslosigkeit oder Unruhe hinzukommen, müssen Sie unbedingt einen Tierarzt kontaktieren.

Der Hundekot sagt sehr viel darüber aus, wie es Ihrem Hund gerade geht. Deswegen ist es wichtig, genau hinzuschauen. Nur so erkennen Sie Krankheiten frühzeitig.

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