Babesiose: Symptome, Diagnose, Behandlung

Babesiose zählt zu den sogenannten Mittelmeerkrankheiten und wird durch Zecken übertragen. Wie sich das Krankheitsbild äußert und wie Sie das Risiko einer Infektion für Ihren Hund minimieren können, lesen Sie hier. 

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Bei Babesiose verfärben sich die Schleimhäute und das Augenweiß beim Hund gelblich© stock.adobe.com/natali_mis

Mittlerweile sind Zecken, welche die Krankheitserreger für Babesiose übertragen, in ganz Deutschland verbreitet. Deshalb ist es sinnvoll sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, auch wenn Sie nicht Richtung Mittelmeer unterwegs sind.

Inhaltsverzeichnis

Wie wird Babesiose übertragen?

Babesiose, oder auch Hundemalaria genannt, ist eine parasitäre Infektionskrankheit. Sie wird von Zecken übertragen und hat einen ähnlichen Verlauf wie Malaria. Zecken dienen den Einzellern der Gattung Babesien lediglich als Zwischenwirt. Beißt eine infizierte Zecke ihren Wirt, also den Hund, überträgt sie die Erreger über den Speichel. Die vermehren sich daraufhin im Körper des Vierbeiners und führen zu einer Reihe an zunächst undefinierbaren Symptomen. Zu den häufigsten Überträgern von Babesiose zählen:

  • der Gemeine Holzbock
  • die Auwaldzecke
  • die Braune Hundezecke
Nach dem Zeckenbiss kann es zwischen 12 und 48 Stunden dauern, bis die Babesien auf den Hund übertragen werden. Ein schnelles Entfernen der Zecke kann dies verhindern.
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Die Auwaldzecke gehört zu den wichtigsten Überträgern von Babesiose© stock.adobe.com/GarkushaArt

Risikogebiete

Die Krankheit tritt überwiegend in Regionen am Mittelmeer auf. Babesiose ist daher auch eine der sogenannten Mittelmeerkrankheiten. Besonders bei Tierschutzhunden mit unbekannter Herkunft oder aus einer eben solchen Mittelmeerregion sollten Sie Ihren Vierbeiner vom Tierarzt gründlich untersuchen lassen. Dort wird in der Regel der Mittelmeercheck durchgeführt, bei welchem der Hund auf Leishmaniose, Ehrlichiose und Babesiose untersucht wird. 

Die Auwaldzecke kommt in Deutschland zwar deutlich seltener vor als der Gemeine Holzbock, ist jedoch nicht weniger gefährlich. Während der Gemeine Holzbock bereits in ganz Deutschland verbreitet ist, kommt die Auwaldzecke überwiegend in Auwäldern, Flussnähe und Moorlandschaften vor. Beide Zeckenarten sind mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet und gehören zu den wichtigsten Überträgern der Babesiose. Demnach besteht auch hier das Risiko, dass sich Ihr Hund mit dem Erreger infiziert.

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Auwälder, Moosgebiete und Flussufer werden von der Auwaldzecke bevorzugt © stock.adobe.com/Heiko Barth

Symptome bei Babesiose

Die Symptome bei Babesiose können ab dem vierten Tag bis etwa drei Wochen nach dem Zeckenbiss einsetzen. Symptome sind:

  • schubartiges Fieber
  • dunkelbrauner Urin
  • Gewichtsverlust
  • Trägheit
  • Appetitlosigkeit
  • Gelbsucht
  • Lymphknoten und Milz schwellen an
  • Nierenversagen
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Infizierte Hunde leiden unter Gewichtsverlust und starker Müdigkeit© stock.adobe.com/Przemyslaw Iciak

Da die Babesiose die roten Blutkörperchen zerstört und abbaut, färbt sich der Urin des Hundes dunkelbraun mit dem Farbstoff der Blutkörperchen. Die Vielzahl an Symptomen schwächen den Körper. Die Tiere verlieren an Gewicht, leiden unter Appetitlosigkeit und gelblich gefärbten Schleimhäuten. In dieser akuten Phase führt Babesiose häufig zum Tod.

Nachdem die ersten Fieberschübe vorüber sind, folgt eine ruhigere Phase im Krankheitsverlauf. Babesiose muss nicht immer tödlich sein, die Infektionskrankheit kann auch chronisch werden. In diesem Fall wird der Hund regelmäßig von wechselnden Fieberschüben geplagt, was mit einem massiven Rückgang der körperlichen Kondition einher geht. Weitere Folgen sind:

  • Verdauungsprobleme
  • Kreislaufprobleme
  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • Eingeschränkte Atemfunktion
  • Wassereinlagerungen
  • Ödeme

Diagnose bei Babesiose

Wenn Sie eine Zecke an Ihrem Hund finden, sollten Sie diese sauber entfernen. Es ist immer ratsam, sich den Tag zu merken, an dem Sie die Zecke entdeckt haben, um im Notfall den Zeitraum einer möglichen Infektion mit Babesien einzugrenzen. Sollte Ihr Hund einige der Symptome entwickeln, sollten Sie umgehend den Tierarzt aufsuchen.

Die Diagnose an sich ist nicht schwierig, da Babesiose durch einen Bluttest nachgewiesen werden kann. Schwierig hingegen ist es, durch die Symptome auf Babesiose zu schließen. Wenn man jedoch weiß, wonach man suchen muss, ist das Verfahren recht leicht. Das Blut wird unter einem Mikroskop untersucht und die Erreger sichtbar gemacht. Da die Erregerzahl in der Regel sehr hoch ist, reicht dieses Verfahren aus und ist nicht sehr schwierig. Bei einer niedrigen Erregerdichte kann es sein, dass die Babesien unter dem Mikroskop unerkannt bleiben. Eine Alternative ist dann die Anzucht der Parasiten. 

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Mit einer Blutprobe kann der Tierarzt feststellen, ob der Hund Babesien in sich trägt© stock.adobe.com/Elnur

Behandlung bei Babesiose

Infizierte Tiere werden mit entsprechenden Medikamenten behandelt. Diese spritzt der Tierarzt im Abstand von zwei Wochen. In besonders schweren Verläufen werden Hunde mit einer Bluttransfusion behandelt, um der Gelbsucht entgegenzuwirken, die durch Babesiose entsteht. 

Durch die Medikamente sterben die Babesien im Blut ab. Je nach Schwere der Erkrankung kann der Hund wieder komplett genesen. Folgeerkrankungen wie Nieren- oder Herzschäden sind nicht ausgeschlossen. 

Sollten Sie einen gesunden Hund haben, können Sie sich bei Ihrem Tierarzt oder in Tierkliniken über das Thema Blutspenden beim Hund informieren. 

Nicht nur Menschen, auch Hunde können Blut spenden.

Babesiose vorbeugen

Eine absolut sichere Möglichkeit Babesiose vorzubeugen gibt es nicht. Trotzdem können Sie als Halter proaktiv handeln. Was Sie tun können:

  • Hund nach Spaziergängen auf Zecken absuchen
  • Gebiete mit besonders hohem Gras meiden
  • Zeckenmittel auftragen
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Nach jedem Spaziergang ist es sinnvoll, den Hund nach Zecken abzusuchen© stock.adobe.com/alco81

Zudem gibt es eine Impfung gegen Babesiose, welche allerdings nur gegen einige Arten Schutz bietet. Dennoch lindert sie den Verlauf bei einer Infektion und erhöht somit auch die Chancen auf eine komplette Genesung Ihres Hundes. 

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