Herzwürmer beim Hund

Als sogenannte Mittelmeerkrankheit besteht in bestimmten Ländern ein erhöhtes Risiko, dass sich Ihr Hund mit dem Parasiten infiziert. Eine Behandlung ist möglich, jedoch mit Risiken verbunden.

Aufmacher_Herzwürmer.jpeg
Eine frühe Diagnose bei Herzwürmern ist wichtig, um die Überlebenschance des Hundes zu erhöhen.© stock.adobe.com/Chalabala

Symptome wie Husten, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust sind auf den ersten Blick eher unspezifisch und können auf viele Krankheiten hindeuten. Sollten Sie jedoch vor einigen Monaten in Rumänien, Spanien oder einem anderen der Risikogebiete für Herzwürmer gewesen sein, sollten Sie umgehend mit Ihrem Hund zum Tierarzt. Je früher die Herzwurmerkrankung diagnostiziert wird, umso höher ist die Überlebenschance für den Hund. 

Was sind Herzwürmer?

Herzwürmer, oder auch Dirofilaria immitis, sind sogenannte Fadenwürmer und für die Herzwurmerkrankung bei Hunden verantwortlich. Die Übertragung der Parasiten von Tier zu Tier findet über Stechmücken statt. Diese tragen die Larven der Herzwürmer in sich und übertragen sie bei einem Stich auf den Hund. Sind die Larven im Wirt, also dem Hundekörper, verbleiben sie mehrere Monate dort und besiedeln Blutgefäße, Muskulatur und Zielorgane. Insbesondere die rechte Herzkammer sowie die Lungenarterien werden befallen.

Die Parasiten entwickeln sich in ihrem Wirt zu erwachsenen Würmern und erreichen dabei eine Länge von bis zu 30 Zentimetern. Im Hundekörper vermehren sich die Herzwürmer weiter und legen Larven, die in der Blutbahn des Wirts zirkulieren. Wird der Hund erneut von einer Stechmücke gestochen, nimmt diese die Larven beim Blutsaugen auf und gibt sie an den nächsten Hund weiter. Unbehandelt kann dies für den Hund lebensbedrohlich sein. 

Inline1_Herzwürmer.jpeg
Eine Infektion von Herzwürmern geschieht über einen Zwischenwirt, die Stechmücke.© stock.adobe.com/blueringmedia

Wo kommen Herzwürmer vor?

Die Herzwurmerkrankung zählt zu den sogenannten Mittelmeerkrankheiten, da Herzwürmer hauptsächlich in den Mittelmeerländern vorkommen. Die Parasiten sind jedoch auch in Amerika, Afrika, Australien, Südasien und im Nahen Osten zu finden, da die Verbreitung geografisch immer weiter zunimmt. 

Eine Übertragung der Herzwürmer in Deutschland ist bisher noch nicht bekannt. Von dem Parasiten befallene Hunde kamen meist während Urlaubsreisen in Risikogebieten mit diesem in Kontakt. Von Herzwürmern besonders betroffene Länder sind:

  • Spanien
  • Südfrankreich
  • Italien
  • Tschechische Republik
  • Rumänien
  • Bulgarien
  • Griechenland

Wird die Herzwurmerkrankung nicht diagnostiziert, kann folgendes auftreten:

  • Herzinsuffizienz
  • Leber- und Nierenfunktionsstörung
  • Thrombosen
  • Embolien
  • Lungenentzündung
  • Herzversagen
  • Blutiger Urin
  • Ohnmachtsanfälle

Sollten Sie eine Auslandsreise unternommen haben und bei Ihrem Hund derartige Symptome feststellen, sollten Sie umgehend den Tierarzt aufsuchen. 

Behandlung bei Herzwürmern

Je früher die Herzwurmerkrankung durch einen Tierarzt diagnostiziert wird, umso höher ist die Überlebenschance des Hundes. Die Prognose für den Hund sowie dessen Genesungschance hängen von der Stärke des Wurmbefalls ab. 

Eine Behandlung bei Herzwürmern ist nicht ohne Risiken und dementsprechend auch komplexer. Um die Larven sowie die ausgewachsenen Würmer abzutöten, wird der Hund mit bestimmten Entwurmungsmitteln behandelt. Ist der Wurmbefall stark, besteht durch die große Anzahl getöteter Würmer die Gefahr, dass es zum Verschluss der Blutgefäße kommt. Auch ein anaphylaktischer Schock durch das massive Absterben der Larven gehört zu den Risiken. Um diese zu minimieren, werden bei der Behandlung weitere Medikamente kombiniert.

Während der Behandlung sollte der Hund keiner größeren Anstrengung ausgesetzt werden, da eine Thrombosegefahr besteht. Ruhige Spaziergänge, Leinenpflicht und ein Spielverbot sollten in dieser Zeit befolgt werden. 

Ist der Wurmbefall extrem stark und befindet sich eine Großzahl ausgewachsener Würmer in Herz und Lunge, ist ein operativer Eingriff in einer darauf spezialisierten Tierklinik notwendig.

Inline2_Herzwürmer.jpeg
Bei der Behandlung kommen neben bestimmten Entwurmungsmitteln noch weitere Medikamente zum Einsatz.© stock.adobe.com/mnikolaev

Herzwürmer beim Hund vorbeugen

Eine Impfung oder ein Medikament zum Vorbeugen der Herzwurmerkrankung gibt es nicht.  Am effektivsten ist es, wenn Sie mit Ihrem Hund erst gar nicht in eines der Risikogebiete fahren. Sollte sich dies nicht verhindern lassen, helfen diese Tipps, um Herzwürmer beim Hund vorzubeugen:

  • Schützen Sie Ihren Hund mit Insektenschutz. 
  • Vermeiden Sie Spaziergänge am Abend.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht im Freien schlafen.
  • Halten Sie Türen und Fenster tagsüber geschlossen.
  • Behandeln Sie Ihren Hund nach dem Auslandsaufenthalt mit einem Entwurmungsmittel (Gabe und Dauer nach Absprache mit dem Tierarzt).

Ansteckung mit Herzwürmern

Ist ein Hund von Herzwürmern befallen, kann dieser keine anderen Tiere anstecken. Die Übertragung erfolgt über einen Zwischenwirt, die Stechmücke. Theoretisch kann sich so auch ein Mensch mit Herzwurmlarven infizieren. Wir gelten jedoch als sogenannter Fehlwirt. Das bedeutet, die Larven können sich zwar im menschlichen Körper ansiedeln, sich aber nicht weiterentwickeln. 

40 Jahre "Ein Herz für Tiere" – Die Jubiläums-Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
EHfT03_001.jpg