Für Hunde gefährliche Auwaldzecke auf dem Vormarsch

Sie ist zwar klein, aber von ihr geht eine große Gefahr aus, vor allem für Hunde: die Auwaldzecke. Warum sie so gefährlich ist, wo sie vorkommt und was Sie tun sollten, wenn Ihr Hund von einer Auwaldzecke gebissen wurde, lesen Sie hier.

Auwaldzecke01
Die Auwaldzecke ist auf dem Vormarsch.© Cornelia Schwenner-stock.adobe.com

Auwaldzecken, auch Winterzecken genannt, kommen fast ganzjährig vor und gelten als aggressiver als andere Zeckenarten: Sie hängen nicht nur passiv an einem Grashalm, sondern suchen aktiv nach einem Wirt. Meist sind das Hunde. Und genau für die sind diese Zecken besonders gefährlich.

Warum ist die Auwaldzecke so gefährlich?

Die Auwaldzecke ist deshalb so gefährlich für Hunde, weil sie die Infektionskrankheit (Hundemalaria) übertragen kann. Bei dieser Krankheit werden die roten Blutkörperchen des Hundes zerstört, was zu einer Blutarmut führt und Lebensgefahr für den Hund bedeuten kann.

Wo kommt die Auwaldzecke vor?

Bei der Auwaldzecke handelt es sich um eine noch relativ unbekannte Zeckenart, die sich aktuell in Deutschland ausbreitet.

Die Auwaldzecke bevorzugt feuchte Gebiete. Sie kommt vor allem im südwestlichen Deutschland vor. Rheinland-Pfalz, das Saarland, und der Freiburger Raum sind aktuell am stärksten von den Parasiten betroffen, wie Dieter Barutzki, Fachtierarzt für Parasitologie und Leiter des Tierärztlichen Labors Freiburg, dem SWR zufolge erklärt.

Im Südwesten Deutschlands gebe es heuer "schon solch eine hohe Zahl an positiven Fällen, wie wir sie seit langem nicht gesehen haben - vielleicht sogar wie noch nie", sagt der Fachtierarzt. Gründe dafür seien der Klimawandel, Einreisen befallener Hunde aus dem Ausland sowie die Nähe zu Frankreich.

Auch in anderen Gebieten, z.B. um Berlin, Brandenburg, Frankfurt, Leipzig, Mecklenburg-Vorpommern, Magdeburg und München, kommt die Auwaldzecke vor.

Es gibt aber nicht für jedes Verbreitungsgebiet Nachweise, dass die Zecken dort auch den Erreger von Hundemalaria in sich tragen, wie das Friedrich-Löffler-Institut erklärt. Bestätigte Fälle von Auwaldzecken, die Babesien in sich tragen, gibt es bisher nur für Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Berlin.

Die Auwaldzecke breitet sich jedoch immer weiter aus. Der Klimawandel wird dafür als Hauptgrund gesehen.
Auwaldzecke02
Die Auwaldzecke kommt in vielen verschiedenen Regionen Deutschlands vor.© greenpapillon-stock.adobe.com

Wann muss der Hund zum Tierarzt?

Zu den Symptomen von Babesiose gehören unter anderem:

  • hohes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Teilnahmslosigkeit
  • blutiger oder brauner Urin
  • Bewegungsstörungen, Lahmheit
  • Gelbsucht

Spätestens, wenn Ihr Hund eines dieser Symptome zeigt, sollten Sie dringend einen Tierarzt aufsuchen. Jetzt kann jede Sekunde zählen!

Entfernen Sie Ihrem Hund eine Auwaldzecke, ist es aber ratsam, gleich mit ihm zum Tierarzt zu fahren, auch wenn er (noch) keine Symptome zeigt.

Die Auwaldzecke ist etwas größer als der Gemeine Holzbock (häufigste Zeckenart in Deutschland). Ohne Blut kann sie etwa 5 mm, vollgesaugt bis zu 16 mm groß werden. Man erkennt sie an ihrer auffälligen Musterung:

Auwaldzecke03
Die Auwaldzecke. © Ruckszio-stock.adobe.com

Folgen einer Babesiose-Erkrankung für Hunde

Wird ein Hund durch eine Zecke mit Babesiose infiziert, kann das schlimme Folgen für ihn haben. Zum einen ist da die akute Lebensgefahr, die nur durch schnelles Handeln eines Tierarztes verhindert werden kann. Doch selbst wenn das überwunden ist, kann es zu Spätfolgen beim Hund kommen, z.B. zu Nierenproblemen oder Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats. Hunde brauchen oft mehrere Monate, um sich wieder von der Blutarmut zu erholen und sind selbst dann oft noch nicht ganz die Alten.

Hunde vor Auwaldzecken schützen

Um zu verhindern, dass Ihr Hund von einer Auwaldzecke gebissen wird, sollten Sie entsprechende Vorkehrungen treffen. Mit Spot-on-Präparaten, Zeckensprays, Kautabletten oder speziellen Halsbändern können Sie Ihren Hund vor Zeckenbefall schützen. Alternative, natürliche Mittel zur Zeckenabwehr sind ebenfalls eine Option, doch sie geben oft keine ausreichende Sicherheit: Häufig kommt es vor, dass Hunde trotz solcher Mittel von Zecken gebissen werden.

Ist die Auwaldzecke auch für andere Tiere oder den Menschen gefährlich?

Die Auwaldzecke kann auch anderen Tieren, z.B. Katzen, gefährlich werden. Doch die sind nicht so anfällig für Babesiose wie Hunde. Doch Vorsicht: Wer seine Katze vor der Zecke schützen möchte, muss dringend auf die Inhaltsstoffe des Zeckenschutzes achten. Oft werden dafür permethrinhaltige Mittel verwendet. Für Hunde sind die gut verträglich, bei Katzen können sie allerdings zu Vergiftungen führen, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erklärt.

Der Mensch ist für Babesiose nicht empfänglich. Allerdings können Auwaldzecken auch andere Bakterien (z.B. Rickettsien, die Auslöser des Fleckfiebers) sowie FSME-Viren übertragen. Doch der Mensch ist nicht das „Hauptziel“ der Zecke: Sie bevorzugt Hunde als Wirt.

"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
632105.jpg