Diese Krankheiten können Zecken auf Hunde übertragen

Zecken sind gefährlich, da sie schwere Krankheiten auf unsere Hunde übertragen können. Welche das sind und wie Sie rechtzeitig eine Infektion erkennen, erfahren Sie hier.

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Manche Zeckenkrankheiten sind richtig gefährlich.© shutterstock.com/andriano.cz

Zecken sind an sich harmlose Parasiten. Was sie so gefährlich und gefürchtet macht, sind die Krankheiten, die sie mit ihrem Stich übertragen. Deswegen sollten Sie genau wissen, wie Sie Ihren Hund effektiv vor Zecken schützen. Welche Krankheiten Zecken auf Hunde übertragen, lesen Sie hier.

Babesiose verursacht Blutarmut

Diese Krankheit gilt als die absolut gefährlichste, die Zecken in Deutschland auf Hunde übertragen können. In Europa sterben rund 20 Prozent der erkrankten Hunde. Bei einem Verdacht müssen Sie schnell handeln.

Übertragung der Babesiose

Die Auwaldzecke (auch Buntzecke) überträgt einzellige Parasiten, sogenannte Babesien, auf den Hund. Das passiert etwa 24 bis 48 Stunden nach dem Zeckenstich. Die Babesiose des Hundes ist nicht auf den Menschen übertragbar.

Symptome von Babesiose

Einige mit Babesiose infizierte Hunde zeigen keine Symptome. Allerdings kann diese Zeckenkrankheit auch einen sehr schweren Verlauf nehmen. In extremen Fällen versterben erkrankte Hunde innerhalb weniger Stunden.

Die Babesien, die die Auwaldzecke auf den Hund überträgt, zerstören die roten Blutkörperchen. Der Hund bekommt hohes Fieber, ist schwach und apathisch. Später kommt es zu blassen Schleimhäuten und eine Gelbsucht kann auftreten. An Babesiose erkrankte Hunde haben Blut im Urin oder sehr gelben Urin durch die Gelbsucht.

Flüssigkeitsablagerungen im Körper oder eine Bauchwassersucht können auftreten. Akutes Nierenversagen, blutige Durchfälle und Blutgerinnungsstörungen sind ebenfalls die Folge einer Babesiose beim Hund. In seltenen Fällen ist auch das Gehirn betroffen. Das bemerkt man durch motorische Störungen, Lähmungen oder epileptische Anfälle.

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Hohes Fieber ist typisch für Babesiose.© stock.adobe.com/chayathon2000

Behandlung von Babesiose

Der Tierarzt verabreicht einem Hund mit Babesiose spezielle Medikamente. Sie helfen, die Babesien, die die Auwaldzecke auf den Hund übertragen hat, abzutöten. Allerdings sind diese Medikamente in Deutschland nicht zugelassen, weshalb der Tierarzt sie durch eine internationale Apotheke beziehen muss.

Ist die Krankheit schon weit fortgeschritten, erhält der Hund Infusionen und Bluttransfusionen.

Gibt es eine Impfung gegen Babesiose?

Da sich die Auwaldzecke in Deutschland immer weiter verbreitet, erkranken auch mehr Hunde an Babesiose. Um Ihren Hund vor dieser gefährlichen Zeckenkrankheit zu bewahren, sollten Sie ihn effektiv gegen diese Parasiten schützen. Impfungen gegen Babesiose sind im europäischen Ausland möglich, Ihr Tierarzt berät Sie sicher gerne darüber.

Gefährliche Borreliose

Zecken können Hunde auch mit Borreliose infizieren. Zwar verläuft die Krankheit bei Hunden meist glimpflich, jedoch kann ein schwerer Krankheitsverlauf gravierende Folgen haben.

Übertragung der Borreliose

Die Krankheit Borreliose wird durch Bakterien, die sogenannten Borrelien, hervorgerufen. Nur Zecken können Borrelien auf den Hund übertragen, eine Ansteckung bei einem anderen Hund ist nahezu unmöglich. Frühestens nach 16 Stunden, in den meisten Fällen erst ab 24 Stunden, werden die Borrelien von der Zecke an den Hund weitergegeben.

Symptome von Borreliose

Borreliose verläuft bei Hunden meist weniger schwer als bei Menschen. Oft zeigen sich bei Hunden, die sich durch einen Zeckenstich mit Borreliose angesteckt haben, keine Symptome. Allerdings erkranken auch einige schwer: Nach etwa vier Wochen kommt es zu Gelenkerkrankungen und betroffene Hunde lahmen. Borreliose kann auch die Nieren des Hundes schädigen.

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Die Gelenke können dem erkrankten Hund wehtut.© stock.adobe.com/Ocskay Mark

Behandlung von Borreliose

Besteht der Verdacht, dass eine Zecke Borreliose auf Ihren Hund übertragen hat, sollten Sie unbedingt zum Tierarzt. Er kann mithilfe einesBluttests bestätigen, ob es sich um Borreliose handelt. Diese Zeckenkrankheit wird in der Regel mit Antibiotika behandelt.

Gibt es eine Impfung gegen Borreliose?

Sie können Ihren Hund gegen Borreliose impfen lassen. Ihr Tierarzt kann Sie darüber aufklären, ob eine solche Impfung bei Ihrem Hund wirklich Sinn hat. Doch bedenken Sie: Trotz Impfung müssen Sie Ihren Hund weiterhin mit den richtigen Mitteln vor Zecken schützen.

Schmerzhafte Anaplasmose

Eine Anaplasmose verläuft beim Hund meist harmlos. Doch treten Symptome auf, ist der Zeckenstich schon lange her. Deswegen kann es passieren, dass die Krankheitsanzeichen nicht mehr mit einem Zeckenstich in Verbindung gebracht werden.

Übertragung der Anaplasmose

Anaplasmose wird von der häufigsten Zeckenart Deutschlands übertragen, dem Holzbock. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass sich ein Hund bei einem Artgenossen mit Anaplasmose ansteckt. Die Übertragung dieser Zeckenkrankheit findet bis zu 48 Stunden nach dem Stich statt.

Symptome von Anaplasmose

Anaplasmose bleibt beim Hund meist symptomfrei. Doch es kann passieren, dass sich die Krankheit erst ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich bemerkbar macht. Betroffene Hunde haben Fieber und fressen weniger oder gar nichts. Die Milz schwillt an und der Hundebauch ist gespannt.

Anaplasmose kann auch Gelenkschmerzen verursachen, weshalb erkrankte Hunde auch oft lahmen. Auch Durchfälle und starker Durst sind möglich.

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Großer Durst kann auf Anaplasmose hindeuten.© stock.adobe.com/alexugalek

Behandlung von Anaplasmose

Vermuten Sie, dass Ihr Hund an Anaplasmose leidet, kann der Tierarzt diesen Verdacht mit einer Blutuntersuchung bestätigen oder widerlegen. Nach einigen Wochen muss dem Hund erneut Blut abgenommen werden, um wirklich sichergehen zu können, ob das Ergebnis der ersten Untersuchung stimmt.

Anaplasmose kann mithilfe von Antibiotika normalerweise gut behandelt werden.

Gibt es eine Impfung gegen Anaplasmose?

Eine Impfung gegen diese Zeckenkrankheit gibt es nicht. Sie können einer Anaplasmose-Erkrankung nur vorbeugen, indem Sie Ihren Hund effektiv vor Zecken schützen.

Zeckenkrankheiten aus dem Urlaub

Vor allem in den südlichen Urlaubsländern gibt es Zeckenkrankheiten, die in Deutschland weniger verbreitet sind. Dazu gehören Ehrlichiose und Hepatozoonose. Ehrlichiose wird nur durch Zeckenstiche übertragen, Hepatozoonse trifft Hunde nur, die eine infizierte Zecke fressen.

Symptome von Ehrlichiose und Hepatozoonose

Bei einer Ehrlichiose kommt es acht bis 20 Tage nach der Übertragung zu Fieber, Mattigkeit und der Hund verliert an Gewicht. Einblutungen in die Schleimhäute, Nasenbluten und Störungen der Blutgerinnung sind die Folge. Schließlich kommt es zu Blutarmut,Abwehrschwäche und Erbrechen.

Eine Hepatozoonose ist vor allem für junge und Hunde mit geschwächtem Immunsystem gefährlich. Auch hier frisst der Hund weniger und er nimmt ab. Seine Lymphknoten sind geschwollen, er leidet an Durchfall, lahmt und die Körpertemperatur geht auf und ab. Außerdem kommt es zu Ausfluss aus Nase und Augen.

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Bei beiden Krankheiten frisst der Hund weniger. © stock.adobe.com/zontica

Behandlung von Ehrlichiose und Hepatozoonose

Ehrlichiose und Hepatozoonose können gut mit Antibiotika behandelt werden. Es wird empfohlen, den Hund frühestens drei Wochen nach der Ankunft in Deutschland auf Ehrlichiose testen zu lassen. So ist das Ergebnis des Bluttests am genauesten. Sollten Symptome bereits aufgetreten sein, sollten Sie natürlich umgehend den Tierarzt aufsuchen.

FSME: Gefahr für den Hund?

Vor der Frühsommermeningoenzephalitis, kurz FSME, fürchten vor allem wir Menschen uns. Deswegen befürchten auch viele Hundehalter, dass ihr Haustier durch einen Zeckenstich daran erkranken könnte. Doch das ist sehr unwahrscheinlich: Es ist äußerst selten, dass Hunde an FSME erkranken. Babesiose, Borreliose und Anaplasmose sind wesentlich gefährlichere Zeckenkrankheiten für den Hund.

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FSME von Zecken ist für Hunde eher ungefährlich. © stock.adobe.com/Petra Ballhause

Mythen über Zeckenkrankheiten

Viele Hundehalter wissen nicht, welche Krankheiten für ihren Hund wirklich gefährlich sind. Doch auch wie Zecken Krankheiten übertragen und wie richtiger Zeckenschutz funktioniert, ist einigen noch nicht ganz klar. Diese weit verbreiteten Mythen über Zeckenkrankheiten sollten Sie besser nicht glauben.

Die Zecke beißt den Hund

Tatsächlich hat die Zecke einen Stechrüssel, den sie samt Mundwerkzeug in den Hund versenkt. Von einem „Zeckenbiss“ zu reden ist daher falsch, man spricht von einem „Zeckenstich“.

Hunde in der Stadt brauchen keinen Zeckenschutz

Zecken sind längst nicht nur in Wäldern oder hohen Wiesen beheimatet. Sie leben auch in Parks und Gärten, weswegen auch Hunde, die in der Stadt leben https://herz-fuer-tiere.de/haustiere/hunde/hunde-erziehung/7-tipps-fuer-grossstadthunde, vor Zecken geschützt werden sollten.

Zeckenschutz braucht es nicht, absuchen reicht

Natürlich sollten Sie Ihren Hund vorsichtshalber nach jedem Spaziergang auf Zecken absuchen. Doch das allein reicht nicht. Da sie so klein sind, werden Zecken oft erst nach etwa drei Tagen entdeckt. Die Erreger für gefährliche Krankheiten befinden sich dann schon längst im Hundekörper. Ein effektiver Zeckenschutz ist also ein Muss für jeden Hund.

Impfungen schützen meinen Hund komplett vor Zecken

Keine Impfung schützt vor Zecken. Nur gegen die Infektionskrankheiten kann geimpft werden und bei weitem auch nicht gegen alle. Wollen Sie Ihren Hund gegen Zeckenkrankheiten impfen lassen, sollten Sie Ihren Tierarzt um eine ausführliche Beratung bitten.

Einige Zeckenkrankheiten können für Ihren Hund wirklich gefährlich werden. Es liegt an Ihnen, das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten. Ein umfassender Zeckenschutz und eine ausführliche Beratung beim Tierarzt über mögliche Impfungen können Ihnen dabei helfen.

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