Gefährliche Gewässer

Blaualgen – Lebensgefahr für Hunde und andere Tiere

Blaualgen können für Hunde lebensgefährlich sein. Lesen Sie hier, welches Gesundheitsrisiko Blaualgen für Tier und Mensch bergen, woran Sie befallene Gewässer sowie eine Blaualgen-Vergiftung bei Ihrem Hund erkennen und wie Sie Ihren Hund vor Blaualgen schützen können.

Blaualgen sind tödlich für Hunde
Blaualgen sind tödlich für Hunde.© shutterstock.com / dezy

Auf einer Gassi-Tour erlauben Hundebesitzer ihren drei Hunden in einem Weiher baden zu gehen. Keine fünfzehn Minuten später erleidet ein Hund heftige Krampfanfälle. Die Besitzer bringen ihn sofort in die Tierklinik. Dort angekommen, beginnt der zweite der drei Hunde Anzeichen für einen Anfall zu zeigen. Kurz danach wird der dritte Hund ebenfalls krank, die Leber beginnt zu versagen. Bereits am nächsten Tag sterben alle drei Hunde. Der Grund für diesen tragischen Vorfall: Der Weiher, in dem die Hunde baden waren, war befallen mit giftigen Blaualgen.

Was sich in North Carolina in den USA zugetragen hat, ist auch in Deutschland schon passiert: 20 Hunde seien in den vergangenen fünf Jahren durch Blaualgen im Tegeler See vergiftet worden, 17 davon starben, wie die BZ berichtet. Auch im Jahr 2021 ist bereits ein Hund an den Folgen einer Blaualgen-Vergiftung gestorben.

Was sind Blaualgen und wann sind sie giftig?

Blaualgen sind Bakterien mit einer blau-grünlichen Farbe. Daher kommt auch der wissenschaftliche Name Cyanobakterien. Sie sind die ältesten Organismen der Erde und finden sich in jedem Ökosystem. Sie produzieren Sauerstoff und versorgen damit die Lebewesen in den Gewässern.

Nicht alle Blaualgen sind giftig: "Nur ein Teil der Cyanobakterienspezies bildet Gifte (Toxine), die bei bestimmten Konzentrationen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen und warmblütiger Tiere haben können. Wenn sich diese giftigen Blaualgen massenhaft als Algenblüten ausbilden, kann für Badende dann ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden", heißt es auf der Homepage der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg.

Problematisch wird es vor allem bei hohen Temperaturen oder wenn große Mengen an landwirtschaftlichen Abfallprodukten in den Gewässern landen. Denn das begünstigt die massenhafte Vermehrung der Blaualgen. Kommt es zur Blüte, normalerweise im August, treiben die Blaualgen wie ein grüner Teppich auf der Oberfläche des Wassers. Bei starkem Befall durch Blaualgen ist die giftige Wirkung sehr hoch und vor allem für Tiere und Kinder sehr gefährlich.

Welches Gesundheitsrisiko bergen Blaualgen für Tier und Mensch?

Blaualgen sind toxisch. Das Baden in stark bewachsenen Gewässern ist schädlich für Tiere, Kinder und auch Erwachsene.

Erwachsene, die beim Baden zu viel befallenes Wasser verschluckt haben, können mit Reizungen der Haut, Schleimhaut und Bindehaut sowie Durchfall und Erbrechen davon kommen. Schlimmstenfalls kann es aber zu Fieber, Leberschäden, Lähmungen der Atemmuskulatur oder sogar Schädigung des Nervensystems kommen. Für kleine Kinder, die zu viel verunreinigtes Wasser verschlucken, herrscht Lebensgefahr!

Ebenso gefährdet sind auch Tiere: Für Hunde, die die Überreste der angeschwemmten Blaualgen fressen oder sich diese auch nur vom Fell lecken, kann das tödlich enden, wie die aktuellen Fälle in den USA sowie die Fälle des vergangenen Jahres in Berlin belegen.

Blaualgen
Blaualgen können für Menschen, Hunde und andere Tiere sehr gefährlich sein.© Stephan Dinges-stock.adobe.com

Welche Gewässer sind betroffen?

Wenn die Temperaturen steigen, nimmt die Blaualgenblüte rasant zu. Für die Überwachung der Badegewässer sind die einzelnen Bundesländer verantwortlich. Sie kontrollieren die Gewässer und informieren online über entsprechende Verbote oder geben Warnhinweise. Zudem werden Badegäste direkt an den Gewässern mit Warnhinweisen über Badeverbote informiert.

Über die Deutschlandkarte des Umwelt-Bundesamts, gelangen Sie zu den entsprechenden Internet-Auftritten der Bundesländer. Dort können Sie Listen der Badegewässer, Badegewässerprofile, die Ergebnisse der Qualitätseinstufungen und aktuelle Daten zur Wasserqualität einsehen.

Wie erkenne ich ein Gewässer mit Blaualgen-Befall?

Sich ausschließlich auf Warnhinweise am Gewässer zu verlassen, reicht nicht aus. Denn die Gewässer werden nur einmal im Monat überprüft. Bei hohen Temperaturen kann sich die Qualität des Wassers aber sehr schnell ändern. Achten Sie daher auf Anzeichen, die darauf hindeuten, dass ein Gewässer stark mit Blaualgen befallen ist:

  • Schlieren und Teppiche im Wasser, die blau-grünlich schimmern, sind ein eindeutiges Anzeichen auf Belastung durch Blaualgen.
  • Ein weiteres Zeichen für Blaualgen-Befall kann auch ein übler Geruch nach faulen Eiern, Gülle und Ammoniak sein.
  • Ist der Befall so stark, dass Sie knietief im Wasser stehend Ihre Füße nicht mehr sehen können, kann es für Tier und Mensch sehr gefährlich werden.  
Blaualgen im See
Blau-grünliche Schlieren und Teppiche im Gewässer deuten auf Blaualgen hin.© shutterstock.com / Cheng Wei

Wie schütze ich meinen Hund vor einer Vergiftung durch Blaualgen?

Es gibt nur einen sicheren Weg, Ihren Hund vor einer Vergiftung mit Blaualgen zu schützen: Haben Sie Blaualgen in einem Gewässer entdeckt, dann lassen Sie Ihren Hund dort auf keinen Fall baden! Nur so können Sie garantieren, dass Ihr Hund sich nicht vergiftet. Für ungetrübte Badefreuden empfiehlt sich außerdem:

  • Suchen Sie ein Gewässer auf Ihrer Gassi-Tour regelmäßig auf, dann halten Sie sich bei der zuständigen Stelle immer auf dem Laufenden über die Wasserqualität.
  • Beachten Sie unbedingt Badeverbote und lassen Sie Ihren Hund nicht in Gewässern baden, die mit Warnhinweisen auf Blaualgen versehen sind.
  • Vermeiden Sie das Baden an Stellen, in denen sich viele Wasservögel tummeln.
  • Nehmen Sie den Hund an befallenen Stellen an die Leine (vor allem an warmen, flachen, ruhigen Bereichen von Seen, Teichen und Bächen, die lange Sonnenlicht ausgesetzt sind).
  • Hat der Hund befallenes Gewässer bereits betreten, dann achten Sie darauf, dass er Fell und Pfoten keinesfalls ableckt.
  • Hat Ihr Hund bei der Gassitour in einem Gewässer gebadet, dann brausen Sie ihn daheim gründlich ab. So vermeiden Sie, dass sich Blaualgen im Fell festsetzen.
Blaualgen Hund
Achten Sie immer darauf, ob das Gewässer von Blaualgen befallen ist, bevor Sie Ihren Hund darin baden lassen.© Nadine Haase-stock.adobe.com

Wie erkenne ich eine Vergiftung durch Blaualgen beim Hund?

Viele Hundebesitzer, deren Hunde urplötzlich sehr krank werden und sogar sterben, führen das meist nicht auf das Baden an einem mit Blaualgen befallenen See zurück. Vielmehr sind eine heftige Infektion oder andere Ursachen im Verdacht. Achten Sie daher auf folgende Symptome bei Ihrem Hund:

  • Lethargie, Schwäche und Orientierungslosigkeit
  • Blasse Schleimhäute
  • Übermäßiger Speichelfluss und Tränenproduktion
  • Muskelzittern, Muskelstarre, Lähmungen, Krampfanfälle
  • Atemnot
  • Erbrechen und Durchfall
  • Gelbsucht
  • Schock und Bewusstlosigkeit

Sollten Sie diese Symptome nach einer nicht lange zurückliegenden Bade-Tour feststellen, dann liegt eine Vergiftung mit Blaualgen nahe.

Auch für Katzen, Pferde und Vögel ist eine Vergiftung mit Blaualgen sehr gefährlich. Haben sich die Tiere erstmal vergiftet, ist der Krankheitsverlauf dramatisch und endet in vielen Fällen tödlich.
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