Häufige Operationen beim Hund: Kosten und Versicherungsschutz

Eine Operation ist bei Hunden leider keine Seltenheit und kann den Halter mit enormen Kosten konfrontieren. Welche Eingriffe besonders häufig erforderlich sind und worauf bei der Policen-Auswahl zu achten ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Hund auf OP Tisch
Eine Operation kann schnell teuer werden.© stock.adobe.com/Ekaterina

Egal ob Kreuzbandriss, Tumore oder Magendrehung: Vierstellige Tierarztrechnungen kommen beim Hund schnell zustande. Bei Unfällen und komplizierten Notoperationen kann der finanzielle Aufwand inklusive Nachsorge und Therapie sogar 10.000 Euro und mehr betragen. Um sich vor existenzbedrohenden Summen zu schützen, sind Hundehalter mit einer OP-Versicherung gut beraten.

1. Operation bei Tumoren 

Tumore treten bei Hunden sehr oft auf und die Entfernung gilt als die häufigste Ursache für operative Eingriffe. Der Großteil der Betroffenen leidet unter Hauttumoren. 20 - 30 Prozent aller Hauttumoren des Hundes sind bösartig. Um die Tiere heilen zu können, ist frühzeitiges Handeln unerlässlich. Deshalb sollten Hundebesitzer die Haut ihrer Schützlinge regelmäßig kontrollieren. Auch am Gesäuge sowie Lidrand sind Tumore des Öfteren nachweisbar.

Kosten: Bei einer Tumoroperation muss mit rund 400 Euro gerechnet werden. In schweren Fällen übersteigen die Kosten jedoch ohne Weiteres die 1.000-Euro-Marke.

2. Operation bei Zahnextraktion

Auch das Ziehen eines Zahns zählt zu typischen Operationen beim Hund. Ursache für die Zahnextraktion können Entzündungen am Wurzelkanal, beschädigte Zahnwurzeln oder Milchzähne sein, die nicht ausfallen. Das regelmäßige Füttern von speziellen Kauartikeln zur Zahnpflege oder die manuelle Reinigung des Gebisses dienen der Prävention. Bei der Auswahl der Zahnpflege-Leckerli ist darauf zu achten, dass keinerlei Zucker enthalten ist. Obwohl das selbstverständlich sein sollte, sind im Handel zuckerhaltige Artikel erhältlich.

Kosten: Mindestens 200 Euro fallen bei einer Zahnextraktion an.

3. Operation bei Kreuzbandriss und Gelenkoperationen

Wenn ein Hund unter starken Schmerzen leidet und lahmt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Kreuzband gerissen ist. Bei älteren Hunden reißt die Sehne am Knie öfter, weil die Arthrose das Risiko für Risse steigert. Aber auch Jungtiere können sich einen Kreuzbandriss beim wilden Toben oder einer blöden Bewegung beim Rennen einhandeln. Ob tatsächlich operiert werden muss, entscheidet der Tierarzt nach der Untersuchung. In manchen Fällen liegt lediglich ein Riss der Sehne vor, welcher durch strenge Einschränkung der Bewegungsfreiheit des Patienten geheilt werden kann.

Kosten: Bei einer Operation sind Kosten ab 1.500 Euro üblich. Eine Operation der Gelenke kann bedingt durch eine Hüftknochen- oder Ellenbogendysplasie erforderlich werden und schlägt mit Kosten ab 1.000 Euro zu Buche. 

4. Bauchhöhlen-Operation beim Hund

Die Magendrehung ist der Albtraum jedes Hundebesitzers. Schließlich handelt es sich um einen akuten Ernstfall, der tödlich enden kann, sollte nicht rechtzeitig ein Tierarzt eingreifen. Eine Not-Operation ist in der Regel die einzige Rettung. Um einer Magendrehung vorzubeugen, müssen Hunde nach dem Fressen stets ruhen.

Kosten: 1.200 Euro und mehr kann der Eingriff bei einer Magendrehung kosten.

Damit sich die gefährlicheMagendrehung nicht nachts ereignet, wenn die Halter schlafen und die Beschwerden ihres Vierbeiners unbemerkt bleiben, sollte die letzte Fütterung möglichst früh am Abend stattfinden. Wie sich eine Magendrehung erkennen lässt, erläutert Tierarzthelferin Stefanie Essing im Video:

5. Operation bei Amputationen und Knochenbrüche

Bei Verkehrsunfällen kommt es gerne zu Knochenbrüchen, aber auch Amputation können die Folge sein, wenn Gliedmaßen schwer verletzt wurden. Gleichzeitig können Erkrankungen oder unglückliche Ereignissen beim Spielen mit anderen Hunden Frakturen und Amputationen auslösen.

Kosten: Die Behandlungskosten für Frakturen und Amputationen beginnen vielerorts zwischen 600 und 1.500 Euro.

OP-Versicherung – das sollten Hundehalter wissen

Wie die Bezeichnung vermuten lässt, leistet eine OP-Versicherung ausschließlich bei Operationen. Impfungen oder ähnliche Tierarztleistungen sind nicht vom Versicherungsschutz umfasst. Auch Kastration und Sterilisation werden vond er OP-Versicherung nicht abgedeckt. Vorerkrankungen, welche zu einer späteren Operation führen können, werden ebenfalls im Versicherungsschutz ausgeschlossen. Ehe Sie eine OP-Versicherung für Ihren Hunde abschließen, sollten Sie verschiedene Versicherungsanbieter vergleichen und dabei folgenden Fragen Beachtung schenken:

  • Wo liegt die Leistungshöchstgrenze
  • Welcher Satz der Gebührenordnung wird für die Erstattung herangezogen?
  • Wird die Nachbehandlung inklusive Klinikaufenthalt, Medikamente und Verbandsmaterial übernommen?
  • Ist eine Selbstbeteiligung vorgesehen?
  • Gibt es eine Wartezeit?
  • Besteht der Versicherungsschutz im Ausland?
  • Was kostet die Versicherung monatlich?
  • Sind Altershöchstgrenzen festgelegt?

Einige Versicherer setzen eine Voruntersuchung voraus. Auch dies ist ein vertragliches Element, das es zu prüfen gilt. 

Operationen für Hunde können sehr teuer werden.
Operationen für Hunde können sehr teuer werden.© rodimovpavel-stock.adobe.com
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