Leishmaniose beim Hund: Symptome, Diagnose, Behandlung

Leishmaniose zählt zu den Mittelmeerkrankheiten und gefährdet besonders Hunde aus Risikogebieten. Wie sie übertragen und behandelt wird, lesen Sie hier.

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Leishmaniose ist besonders im Mittelmeerraum verbreitet © stock.adobe.com/Pavlo

Die tückische Mittelmeerkrankheit Leishmaniose wird durch Mücken übertragen, doch nicht jeder infizierte Hund hat auch Symptome. So kann sich die Krankheit auch in Deutschland immer weiterverbreiten, da Haltern die Infektion verborgen bleibt. Ohne Behandlung sinkt die Lebenserwartung des Hundes drastisch. 

Inhaltsübersicht

Was ist Leishmaniose beim Hund?

Die Leishmaniose zählt zu den sogenannten Mittelmeerkrankheiten und wird von bestimmten Mücken übertragen. Besonders Hunde aus dem ausländischen Tierschutz können davon betroffen sein, doch auch für Ihren Hund besteht die Gefahr einer Ansteckung im Urlaub. Bisher zählt Leishmaniose zumindest in Deutschland noch zu den selteneren Hundekrankheiten.

Übertragung von Leishmaniose auf den Hund

Zwischenwirt der einzelligen Erreger Leishmanien ist die Sandmücke. In den USA ist die Schmetterlingsmücke als potenzieller Überträger bekannt. Die Erreger vermehren sich im Darm der Mücke und werden auf einen Wirt übertragen, wenn die Mücke zum Blutsaugen den Hund sticht.  

Da männliche Mücken kein Blut saugen, kommen nur weibliche Mücken als Überträger infrage. 

Die infizierten Immunzellen im Blut werden bei einem erneuten Stich von einer Mücke aufgenommen und an den nächsten Wirt, wie den Hund, weitergegeben. Neben dem Zwischen- und Endwirt gibt es auch sogenannte Reservoirewirte. Diese tragen den Erreger in sich, erkranken selbst aber nicht daran. Bei Leishmaniose sind folgende Reservoirewirte bekannt:

  • Katze
  • Fuchs
  • Wolf
  • Nager
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Überträger von Leishmaniose ist die Sandmücke© stock.adobe.com/ashophoto

Ansteckung mit Leishmaniose beim Hund

Die Leishmaniose-Erreger befallen die weißen Blutkörperchen im Blut. Eine Ansteckung von Hund zu Hund oder vom Hund auf den Menschen ist demnach nicht möglich. Der einzig direkte Weg wäre über eine Bluttransfusion. Hunde, die Blut spenden, werden im Vorfeld gesundheitlich genau untersucht, sodass mögliche übertragbare Krankheiten entdeckt werden. In so einem Fall dürfte der Hund natürlich kein Blut spenden. 

Nicht nur Menschen, auch Hunde können Blut spenden. Diesbezüglich können Sie sich bei Ihrem Tierarzt oder in einer Tierklinik informieren.

Wird eine trächtige Hündin positiv auf Leishmaniose getestet, kann sie die Erreger über die Plazenta auf ihre Welpen übertragen. Das muss jedoch nicht bedeuten, dass alle Welpen infiziert werden. Trotzdem müssen sie in einem solchen Fall immer auf Leishmaniose getestet werden. 

Die Inkubationszeit (also der Zeitraum der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt ein bis drei Monate. In manchen Fällen können jedoch auch mehrere Jahre vergehen.

Verbreitungsgebiet der Leishmaniose beim Hund

Es gibt unterschiedliche Arten von Leishmaniose an denen ein Hund erkranken kann. Der Erreger der typischen caninen Leishmaniose heißt Leishmania infantum. Die sind besonders in den Tropen und Subtropen verbreitet. Doch auch im Nahen Osten und im Mittelmeerraum kommen die Erreger vor. Risikogebiete sind:

Selbst in den USA werden vereinzelt Infektionsfälle dokumentiert. 

Hier in Deutschland gilt Leishmaniose als Reise- und Importparasitose. Das Risiko für Ihren Hund sich während des Urlaubs zu infizieren, ist relativ gering. Bei Tierschutzhunden aus den Mittelmeerstaaten liegt die Wahrscheinlichkeit einer Leishmaniose-Infektion bereits bei 50 Prozent. Das Tückische ist, dass nicht jeder infizierte Hund auch Krankheitssymptome zeigt. Die besondere Gefahr besteht darin, dass infizierte Tiere die Krankheit weiterverbreiten, weil Halter keine Schutzmaßnahmen ergreifen.

Bei Tierschutzhunden aus dem Ausland sollten Sie beim Tierarzt unbedingt den sogenannten Mittelmeer-Check machen lassen. Ihr Hund wird dabei auf gleich mehrere Krankheiten getestet, die besonders im Mittelmeerraum verbreitet sind.
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Nicht jeder infizierte Hund zeigt auch Symptome der Leishmaniose© stock.adobe.com/kroshanosha

Ansteckungsgefahr für den Hund in Deutschland

Mittlerweile sind auch Fälle in Deutschland bekannt, bei denen eine Infektion mit Leishmanien autochton bei Hunden dokumentiert wurde. Die Tiere haben sich also vor Ort infiziert, ohne im Mittelmeerraum gewesen zu sein.

Kommen infizierte Hunde nach Deutschland und werden dann von Mücken gestochen, können diese die Erreger aufnehmen und weiterverbreiten. Auch die Klimaerwärmung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Verbreitung von Leishmanien. Durch die steigenden Temperaturen breiten sich die Erreger immer weiter gen Norden aus.

Symptome der Leishmaniose beim Hund

Leishmania infantum verursacht bei Hunden die viszerale Leishmaniose, welche vorrangig die Organe angreift. Der Krankheitsverlauf erfolgt in Phasen, welche mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen.

Das Anfangsstadium (Primäreffekt):

​​​​​​Symptome der generalisierten (chronischen) Leishmaniose:

  • erhöhte Proteinwerte im Blut
  • Entzündung der Haut ohne Juckreiz
  • haarlose Stellen, besonders um die Augen herum
  • Krallenveränderung
  • verkrustete Ohrenränder

Weitere seltene Symptome:

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Symptome wie Haarausfall und Müdigkeit sind typisch für Leishmaniose© stock.adobe.com/ThamKC

Verlauf der Leishmaniose beim Hund

Wird ein Hund positiv auf Leishmaniose getestet, muss das nicht bedeuten, dass er alle genannten Symptome zeigt. Die Ausprägung der Krankheit ist unterschiedlich und hängt damit zusammen, wie das Immunsystem des Hundes auf die Infektion reagiert. Es gibt zwei Arten, wie eine Erkrankung verlaufen kann:

  1. Infektion ohne Symptome
  2. Infektion mit Symptomen

Im ersten Fall wird der Hund entweder positiv auf Leishmaniose getestet, zeigt jedoch keine Symptome. Im schlimmeren Fall wird die Infektion aufgrund der fehlenden Symptome erst gar nicht entdeckt, wodurch der Hund somit zur weiteren Verbreitung der Krankheit beiträgt. 

Im zweiten Fall kommt es beim Hund zur Bildung von Antikörpern und zur Ablagerung von Immunkomplexen. Das sind aktivierte Immunzellen, die mit Antikörpern reagiert haben und diese binden. Diese können sich dann in bestimmten Organen, in Gelenken oder Blutgefäßen des Hundes ablagern und führen zu den genannten Symptomen.

Leishmaniose beim Hund behandeln

Leishmaniose beim Hund ist nicht heilbar. Mit den richtigen Medikamenten können die Symptome jedoch gelindert werden. Auch das Vermehren des Erregers kann verlangsamt werden. Die Behandlung dauert dann lebenslang.

Es gibt drei Arten Typen von Medikamenten, mit denen Tierärzte Leishmaniose beim Hund behandeln.

  1. leishmanizide Mittel, die den Erreger im Blut abtöten
  2. leishmanistatische Mittel, welche die Vermehrung des Erregers eindämmen
  3. Immunmodulatoren, die das Immunsystem des Hundes beeinflussen

Wie der Therapieplan aussieht und welches Medikament für den eigenen Hund infrage kommt, ist ganz individuell. Das hängt einerseits davon ab, ob bereits Organschäden vorliegen. Andererseits ist auch die Anzahl der infizierten weißen Blutkörperchen, in denen sich der Erreger vermehrt, ausschlaggebend. 

Mittlerweile ist ein Impfstoff gegen Leishmaniose beim Hund zugelassen. Die Entwicklung hat 20 Jahre gedauert.  
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Mittlerweile gibt es einen Impfstoff gegen Leishmaniose© stock.adobe.com/Tyler Olson

Lebenserwartung mit Leishmaniose beim Hund

Leishmaniose beim Hund ist nicht heilbar, die Erreger bleiben lebenslang im Blut des Hundes. Aus diesem Grund kommt es häufig zu Rezidiven, also einem erneuten Ausbruch der Erkrankung. 

Erhält der Hund die richtige Therapie, kann er trotzdem ein relativ unbeschwertes Leben führen. Haltern muss jedoch bewusst sein, dass die Therapie sehr kostspielig ist und in schweren Verläufen der Krankheit nicht immer erfolgreich. 

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Mit der richtigen Therapie führen Hunde ein relativ unbeschwertes Hundeleben© stock.adobe.com/Sergii

Bleibt die Leishmaniose unbehandelt, führt der Krankheitsverlauf immer zum Tod. Nach dem Ausbruch der Krankheit liegt die Lebenserwartung bei weiteren zwei bis drei Jahren. 

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