Cushing-Syndrom beim Hund: Symptome und Behandlung

Ihr Hund trinkt und frisst viel? Der Bauchumfang wächst, er verliert Fell und wird immer schlapper? Vielleicht ist das Cushing-Syndrom dafür verantwortlich. Alle Informationen rund um die hormonelle Erkrankung finden Sie hier.

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Hunde mit Cushing-Syndrom sind oft schwach und antriebslos.© stock.adobe.com/Kesinee

Das Cushing-Syndrom ist eine Hormonerkrankung, unter der sowohl Menschen als auch Tiere erkranken können. Oftmals sind die Symptome nicht spezifisch und werden nicht direkt als Anzeichen für Cushing gedeutet.

Was ist das Cushing-Syndrom?

Ärzte unterscheiden hier zwischen zwei Ursachen: Bei 80 Prozent der erkrankten Hunde ist ein Tumor in der Hirnanhangsdrüse für die typischen Symptome verantwortlich und wird als Morbus-Cushing bezeichnet. Der Organismus des Hundes befindet sich dadurch in einem dauerhaften Stresszustand. Der Stoffwechsel gerät außer Kontrolle, wodurch Organe geschädigt werden.

Wenn der Körper aufgrund eines Tumors an der Nebenniere zu viel von dem Hormon Cortisol produziert, spricht man von einer im Körper liegenden Ursache. Gebildet wird Cortisol in der Nebennierenrinde und regelt im Normalfall den Zuckerstoffwechsel und den Blutdruck. Ca. 20 Prozent der erkrankten Hunde leiden unter dieser Ursache. Dieses Krankheitsbild wird dann als das typische Cushing-Syndrom bezeichnet.

Treten die Symptome der Cushing-Erkrankung als unerwünschte Folge einer langanhaltenden medikamentösen Behandlung auf, spricht man von einer äußerlich bedingten Ursache die nicht im eigenen Körper entsteht. Häufig werden die Symptome bei einer dauerhaften Gabe von Kortison versursacht.

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Die Überproduktion des Hormons Cortisol ist für die Cushing-Symptome verantwortlich.© stock.adobe.com/MichailPetrov

So äußert sich das Cushing-Syndrom beim Hund

Die hormonelle Erkrankung heißt zurecht Syndrom, da das Krankheitsbild und die Ausprägung der Symptome extrem variieren können. Einige Hunde leiden unter starken Cushing-Symptomen, während andere nur leichte Anzeichen der Erkrankung zeigen. Besonders in der Anfangszeit sind die Symptome oft unspezifisch und nicht eindeutig einem Krankheitsbild zuzuordnen. Zu den häufigsten Symptomen des Cushing-Syndroms gehören:

  • vermehrte Wasseraufnahme und Urinausscheidung
  • starker Appetit und Fressdrang
  • pergamentartige Haut die zu Entzündungen neigt und schlecht heilt
  • Stammfettsucht (das Körperfett lagert sich vermehrt am Bauch an)
  • Atemprobleme und starkes Hecheln
  • Zittern
  • verstärkte Rückbildung der Beinmuskulatur

Je länger der Gang zum Tierarzt aufgeschoben wird, umso stärker prägen sich die Symptome aus. Das Cushing-Syndrom ist an sich keine schmerzhafte Erkrankung. Einige der Symptome können sich jedoch schmerzhaft äußern. Beispielsweise wenn sich der Hund beim Toben die stark verdünnte Haut verletzt. Auch die Ausbildung von Magengeschwüren ist möglich, welche dann Schmerzen verursachen.

Wie wird das Cushing-Syndrom diagnostiziert?

Das Cushing-Syndrom wird in zwei Schritten diagnostiziert. Zuerst muss das Syndrom anhand von Werten nachgewiesen werden:

Hierfür wird über 24 Stunden der Urin des Hundes gesammelt, um diesen auf den Cortisol-Gehalt zu überprüfen. Dieser kann auch aus einer Blutprobe entnommen werden. Ist das Cushing-Syndrom nachgewiesen, muss die Ursache ermittelt werden. Also, ob ein Tumor an der Nebenniere oder der Hirnanhangsdrüse für die Symptome verantwortlich ist. Für diese Diagnose wird eine Ultraschall-Untersuchung oder eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) eingesetzt.

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Mittels Ultraschall wird untersucht, ob der Tumor an der Nebenniere oder Hirnanhangsdrüse sitzt.© stock.adobe.com/Ekaterina

So wird das Cushing-Syndrom behandelt

Das Cushing-Syndrom und Morbus-Cushing sind nicht heilbar, jedoch medikamentös gut behandelbar. Die eingesetzten Medikamente wirken der Bildung des zuvor in Übermaßen produzierten Hormons Cortisol entgegen. Auf diese Weise werden die entstandenen Symptome einer Cushing-Erkrankung kontrolliert und unterdrückt.

Die Behandlung ist in Form einer lebenslangen Therapie notwendig. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt ist unverzichtbar, da die Medikamente an das Krankheitsbild angepasst- und die Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden müssen. In seltenen Fällen kann durch die Bestrahlung der Tumore oder deren operativer Entfernung die Cushing-Erkrankung behandelt werden. Dies ist jedoch nur ist Ausnahmefällen möglich.

Durch eine Behandlung liegt die Lebenserwartung bei Hunden mit Cushing-Diagnose nicht unter der von gesunden Hunden.

So können Sie Ihrem Hund helfen

Der Körper des Hundes reagiert auf Stress mit der Ausschüttung des Hormons Cortisol, welches dann zu den Cushing-Symptomen führt. Das können Sie für Ihren Hund tun:

  • die Umgebung des Tieres möglichst stressfrei und ausgeglichen gestalten
  • emotionalen und physischen Stress vermeiden
  • Ernährung auf Diätfutter umstellen und ausgewogen gestalten
  • Besuche beim Physiotherapeuten helfen dabei, die Muskulatur zu stärken und den Bewegungsapparat geschmeidig zu halten

Cushing-Syndrom: Diese Rassen sind besonders betroffen

Generell können alle Hunde an dem Cushing-Syndrom erkranken. Es ist jedoch so, dass einige Rassen deutlich öfter betroffen sind als andere. Zu den Risikorassen zählen:

Bei einer medikamentösen Behandlung und einigen Lebensumstellungen im Alltag, kann der Hund ein erfülltes Leben mit Spaß und Freude führen. 

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